Meloco – Roots

Haben ein Labyrinth erschaffen, wo es für sie kaum einen gescheiten Ausgang gibt

Artist: Meloco

Herkunft: Nürnberg, Deutschland

Album: Roots

Spiellänge: 42:28 Minuten

Genre: Alternative Metal, Crossover, Modern Metal, Nu Metal

Release: 26.04.2019

Label: Boersma Records

Link: https://www.facebook.com/BandMeloco/

Bandmitglieder:

Gesang – Tom
Gitarre, Synthesizer – Lex
Gitarre – Simon
Bassgitarre – Ralph
Schlagzeug – Mike

Tracklist:

  1. Knockout
  2. Social Cannibal
  3. Wonderland
  4. Meilenweit
  5. Of The Void
  6. Into The Light
  7. Lost But Never Forgotten
  8. Insomniac (feat. BB THOMAZ)
  9. One
  10. Let Me Violate You
  11. Roots
  12. Believe
  13. Back To The Roots
  14. A Tiger From The Start

Die Nürnberger Meloco haben nach ihrem Debütalbum Port Noir vor wenigen Tagen auch ihr zweites Album via Boersma Records veröffentlicht. In über 40 Minuten sollen es gleich vierzehn Songs richten, die Ausrichtung ist dabei geblieben und lautet Alternative Metal, Crossover, Modern Metal und Nu Metal. Genau alles Subgenre-Nachbarn, die man wunderbar gekonnt verschmelzen lassen kann, um einen soliden Mainstream Sound zu schmieden und trotzdem mit beiden Beinen von Metalheads und Core-Recken gemocht zu werden. Es bleibt das Risiko, zu viel in die Waagschale zu werfen und einzelne Interessenten wieder aus dem Boot zu kicken.

Das Artwork mit einem zweiten Blick betrachtet, hat interessante Details und passt wunderbar zum Thema Roots und wurde schlicht gehalten. Die poppigen elektronischen Melodien setzten Akzente, egal wie man es nun findet. Alles andere als die Klänge, die auch gerne mal versuchen die Brechstange heraus zu holen, im letzten Moment aber den Mut verlieren sie auch ernsthaft einzusetzen. Crossover steht ganz groß auf ihrem Schild. Die Metal-Facetten bleiben angekratzt und auch als Metalcore-Junkie hat man Probleme mit Meloco. Irgendwie hart, modern und viel zu glatt poliert, bleibt ein großer Hauch von Alternative. Die deutschen Lyrics lassen einen Schulterschluss zum Pop zu, der soweit geht, dass selbst Schlagerfreunde mit dem Kopf nicken könnten. Breit aufgestellt, mixen die fünf süddeutschen Künstler einen Cocktail, der nur sperrig den Weg von den Lippen über den Rachen in den Magen findet. Die gesprochenen Texte lassen den Rap noch mit ins Herz. Meloco machen das, was ihnen gefällt. Das soll ihr gutes Recht sein, nur kommt das ganze Spektakel auch bei externen Konsumenten an und da setzte ich ein ganz klares Fragezeichen. Durchaus positives Feedback kann man nicht untern Tisch fallen lassen, im Grundsatz bleibt es viel zu überladen. Der eigene Weg wurde nicht gefunden. Die einzelnen Elemente werden angespielt aber nicht sauber bis ins Detail ausgearbeitet. Viele Versuche enden zwar nicht knüppelhart vor einer Betonwand, den richtigen Ansatz kleine Hürden zu meistern, kostet Meloco dennoch viel Kraft. Manchmal, wie platt es auch klingen mag, bleibt weniger mehr! Wie bei Lost But Never Forgotten agiert wird, sprengt das Konzept nach allen Regeln der Kunst – einfach mal eine flinke kernige Nummer streuen, um dann in alte Muster zu verfallen, kann man nicht als des Rätsels Lösung vorführen. Ambitioniert, dabei ein kleines Stück übermotiviert und an falschen Punkten zu naiv, macht auch Insomniac (feat. BB THOMAZ) ein eher mäßigen Eindruck.

Fazit
Meloco können einem glatt leidtun. Schon lange hatte ich kein Album mehr wie Roots in der Anlage, das so ambitioniert, leidenschaftlich und liebevoll produziert wurde, was trotzdem überhaupt nicht zündet. Wie schon angesprochen, der Weg ist das Problem ohne Ziel, einer klaren Ausrichtung und einem Grundgerüst. Meloco streifen durch einen luftleeren Raum, der für viele unerreichbar scheint. Hier muss man nachbessern, hinterfragen, wer von den Künstlern möchte welche Einflüsse und was kann man wegradieren ohne das eigene Gesicht zu verlieren. Ein wahrlich schweres Unterfangen, das man keinem Musiker wünscht.

Anspieltipps: Social Cannibal und Meilenweit
Rene W.5.8
Leser Bewertung1 Bewertung7.7
5.8
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