Panzerchrist – Maleficium Part 2

Dänische Legende, Hexerei und ein wildes Death-Black-Gebräu

Artist: Panzerchrist

Herkunft: Dänemark

Album: Maleficium Part 2

Spiellänge: 41:12 Minuten

Genre: Death Metal, Black Metal

Release: 22.08.2025

Label: Emanzipation Records

Link: https://www.facebook.com/panzerchristofficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Sonja Skovbjerg Rosenlund Ahl
Gitarre – Frederik O’Carroll
Gitarre –Danny Bo Pedersen
Bassgitarre – Rune V Wasmer
Schlagzeug – Ove Lungskov

Tracklist:

1. Witchfinder General
2. Harmbidder
3. Catalyst Of Chaos
4. Hex Maleficium Pex
5. Suffer My Fury
6. On Walpurgis Night
7. Black Mirror
8. The Descent

Die dänische Institution Panzerchrist präsentiert ihre eigene Mischung aus Death und Black Metal auch schon seit 1993. Sie haben schon so einiges auf den Markt geworfen, haben aber nie irgendwie einen Status erreicht, sondern sind irgendwie immer ein Geheimtipp geblieben, wie ich finde. Ich kann mich da natürlich auch täuschen. Dabei haben sie gerade in der mittleren Phase richtig geile Alben rausgebracht. Album Nummer fünf namens Battalion Beast erschien im Jahre 2006 und hat mich total überzeugt, Album Nummer sechs namens Regiment Ragnarok mit dem geilen Song Panzer Regimet Jylland stellt für mich ihr Meisterwerk dar und Album Nummer sieben mit dem Titel 7th Offenisve fand ich auch sehr stark. Dann war erst einmal zehn Jahre Pause und man kehrte im Jahre 2023 mit dem achten Album zurück. Im letzten Jahr erschien dann Maleficium Part 1 und nun schieben sie Maleficium Part 2 hinterher. Gitarrist Frederik ist das älteste Mitglied der Band. Seit 2002 ist er dabei, der Rest stieß in den Jahren 2023 bzw. 2025 hinzu. Mastermind, Gründungsmitglied und Songwriter Michael Enevoldsen ist nach dem letzten Album ausgestiegen, hat aber seinen Segen dazu gegeben, dass die Band sein Vermächtnis fortführen darf. Und dieses haben sie dann auch wohl gemacht.

Mit dem neuen Material vollenden sie also nun ihr Doppelalbum-Konzept. Das lyrische Konzept wird weiter ausgearbeitet und man kümmert sich wieder um die gute, alte Hexerei, allerdings um die Reflexion in der heutigen Zeit.

Witchfinder General startet dann auch erst einmal mit einer kleinen, horrormäßigen Einleitung. Eine schmerzverzerrte Frauenstimme dringt aus dem Hintergrund und eine drohende Kulisse wird erschaffen. Kurz und intensiv, und dann geht man auch gleich in die Vollen. Blackige Riffs preschen nach vorne und die Blast Beats verfeinern diese Angriffswelle. Der screamige Gesang von Frontfrau Sonja unterstützt die bösartige Angelegenheit. Kurzes Break und nun erwartet man eine Pause, aber weit gefehlt. Die Attacke geht gnadenlos weiter. Im Höchsttempo jagt man durch die Botanik und ballert alles kurz und klein. Witchfinder General hört man heraus, wird öfter wiederholt und man kann es beim öfteren Zuhören mitbrüllen. Mini-Drum-Solo und dann wieder totales Geballer. Wahnsinn. Gefällt mir sehr gut. Noch einmal ein kleines Break. Man hört Leute und dann wieder den Witchfinder-General-Part. Fettes Teil. Die haben ja gar nicht vor, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. So macht das Ganze für einen Puristen absoluten Spaß. Ohne Rücksicht auf sich wird hier gnadenlos vorgegangen. Schockt!

Harmbidder kommt dann mit einem schleppenden Moment und einer rasselnden Doublebass. Nach kurzer Zeit regiert hier wieder der Blastbeat. Wer meine Reviews verfolgt, weiß ja, dass ich durchaus ein Fan dieser Schlagzeugtechnik bin. Ein Leben ohne Blastbeat ist möglich, aber sinnlos. So, der musste noch einmal sein. Dann nimmt man kurz das Tempo raus, ballert wieder und startet dann einen melodischen und chaotischen Part. Langsam, intensiv und total auf die Gitarre fixiert geht man vor, aber auch der Gesang liefert wieder ab. Zack, Schluss mit lustig und wieder Vollgas. Dabei darf man trotz hohem Verprügelfaktor niemals die Riffs vergessen, denn sie sind einfach geil. Am Ende gibt es dann eine cleane Beruhigung und aus. Kann man so machen. Der Song geht zwar vier Minuten, fliegt aber förmlich an einem vorbei. Die Länge bekommt man nicht mit.

Suffer My Fury liefert zu Beginn auch wieder ein bedrohliches Szenario. Nach knapp einer Minute bricht dann erneut die Hölle aus und die Finger der Gitarristen flitzen wieder über das Griffbrett. Der Drummer macht den Muppet-Trommler und dreht wieder komplett durch und Sonja schreit sich wieder die Seele aus dem Leib. Zwischendurch gibt es wieder Riffs, die vom Feisten sind. Selbst, wenn man im schnellen Midtempo versucht zu grooven, klingen sie derbe aggressiv und zerstörerisch. Dann erfolgt ein Break und man holt einen atmosphärischen und melodischen Part ans Tageslicht. Dabei klingt man düster und böse. Der Part wird zu einem Monument ausgebaut und ist dann abrupt zu Ende. Da bleibt schon ein fragender Blick des Reviewers zurück. Ist das Absicht? Wurde was vergessen? Ich weiß es nicht. Auf der anderen Seite kommt das sehr überraschend und unerwartet, und das will man doch eigentlich als Zuhörer auch, oder?

Manchmal ist aber weniger mehr. Beim Song Hex Maleficium Pex, welcher im Vergleich der ansonsten vorhandenen Raserei schon beinahe groovend daherkommt, geht über sieben Minuten. Kann man mal machen, aber das Ende stört mich dann. Sehr druckvoll mit durchdrehender Doublebass geht man zur Sache, man lädt zum Headbangen ein. Nach einem Break wird man langsam und atmosphärisch. Klingt echt fett. Und eben anders. Dieser melodische Aspekt und das Solo sind echt zu gebrauchen, und auch so kann man aggressiv klingen, zumal der Part immer weiter ausgebaut wird und man zum vorherigen zurückkehrt. Nach knappen vier Minuten hat man allerdings das Gefühl, nun reicht es aber. Doch man verweilt noch ein bisschen so und baut dann irgendwie eine elektronische Note mit ein, die meines Erachtens nicht so ganz passt. Nach sechs Minuten verwendet man zwar wieder einen geilen Part, aber irgendwie fühlt sich das nicht so richtig an. Ist natürlich eine subjektive Sichtweise.

Ansonsten ziehen sie ihre eigene Marschrichtung gnadenlos durch und bleiben sich absolut treu.

Produziert, gemischt und gemastert wurde das gelungene Werk vom renommierten Produzenten Tue Madsen (At The Gates, Illdisposed, Behemoth) in den Antfarm Studios. Roher, gnadenloser und differenzierter geht es kaum, würde ich mal sagen.

Panzerchrist – Maleficium Part 2
Fazit
Die dänische Legende Panzerchrist vollendet ihr Doppelalbum-Konzept, auch ohne den guten alten Panzergeneral, der aber seinen Segen dazu gegeben hat. Man erlebt die Band tatsächlich in Höchstform und sie liefert ein sehr intensives Album ab, welches sich wieder thematisch mit dem Thema Hexerei beschäftigt. Die skandinavischen Death-Metal-Wurzeln bekommt man nie aus der Genetik, und diese werden mit der Wildheit des Black Metals kombiniert, sodass man eine eigene Spielweise des Blackened Death Metal entwickelt hat. Sängerin Sonja hat eine extreme Stimme und die Gitarristen Frederik und Danny spielen sehr geile Riffs und auch harmonische Melodien. Ansonsten prügelt man sich im Blastbeat-Modus ordentlich die Seele aus dem Leib, verwendet aber auch melodische Synth-Passagen, und auch apokalyptische Doom-Elemente sind dabei. Schockt!

Anspieltipps: Witchfinder General und Suffer My Fury
Michael E.
8.2
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