Running Wild: Ein Blick zurück in die Geschichte

Die neue EP "Crossing The Blades" erscheint am 06.12.

Am 06.12.2019 erscheint eine neue EP von wohl einer der dienstältesten deutschen Metalband. Die Rede ist von Running Wild aus Hamburg. Für uns ein guter Anlass, mal in der Geschichte dieser Band zu wühlen und die Frage zu stellen: Wie hat das denn alles angefangen?

Ausgangpunkt war Hamburg in den 70er Jahren. Rolf Kasparek (alias Rock ’n’ Rolf) spielte 1976 mit Uwe Bendig in der Band Granite Hearts. Wolfgang Hagemann (alias Hasche) und Matthias Kaufmann waren in der Band Grober Unfug aktiv. Matthias Kaufmann half bei Granite Hearts als Bassist aus (1977). Die Herren Kasparek und Kaufmann hatten wohl reichlich Spaß an dem gemeinsamen Musizieren. So beschloss man, eine neue Band zu gründen und gewann Wolfgang Hagemann für diese Idee. Der ursprüngliche Bassist und Schlagzeuger von Granite Hearts verließen die Band. Nun hatte man also ein 4er Line-Up (Uwe Bendig von Granite Hearts blieb ja) und suchte noch einen passenden Bandnamen. Da alle Bandmitglieder eine gewisse Vorliebe u.a. für Judas Priest hatten, wurde der Song Running Wild als Bandname ausgewählt. Maskottchen wurde Adrian, Son of Satan – entnommen aus dem Film Rosemaries Baby. Als Gründungsjahr kann man also sowohl 1976 als Granite Hearts oder auch 1977 mit der Umbenennung in Running Wild ansehen.

Bis zur ersten Veröffentlichung dauerte es allerdings sieben Jahre. 1981 gab es ein erstes Demo Band via Raubbau Label (bekannt durch die Hamburger Punkband Slime). Veränderungen im Line-Up der Band gab es auch. So kamen der Theologiestudent Gerald Warnecke und der Bassist Stephan Boriss neu dazu. Matthias Kaufmann und Uwe Bendig gingen. Das war auch das Line-Up welches die erste Scheibe Gates To Purgatory 1984 veröffentlichte. Zu dieser Zeit hatte die Band den Ruf, satanistisch veranlagt zu sein. Ist ja sehr passend, wenn ein Bandmitglied Theologie studiert. Rolf erklärte dazu, dass man die Symbolik eher als Rebellion verstand. Für das nachfolgende Album Branded And Exiled 1985 gab es bereits den nächsten Change im Line-Up: Gerald Warnecke (alias Preacher) verließ die Band, um sich auf sein Theologiestudium zu konzentrieren. Als Ersatz agierte Michael Kupper (alias Majk Moti).

Spätestens mit dem Album Under The Jolly Roger erfolgte der Themenwechsel von Okkulten zur Piraterie. So entstand das eigentlich bekannte und transportierte Image von Running Wild als Metal Piraten. Das passierte eher beiläufig und wurde nicht gezielt als Thema aufgegriffen.

Hasche

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was aus den ehemaligen Musikern von Running Wild geworden ist, die auf der ersten Scheibe zu hören sind? Bekannt ist natürlich Rolf Kasparek (alias Rock ’n’ Rolf). Er agiert nach wie vor als Kopf der Band und wird 2020 u.a. auf dem Rockharz zu sehen sein.

Ebenfalls noch einigermaßen bekannt dürfte das weitere Leben von Wolfgang Hagemann (alias Hasche) sein. Er wechselte 1987 auf den Sitz der Rockfabrik und Ludwigsburg und war mehr als 30 Jahre dort federführend aktiv. Ab Frühjahr 2020 wird Hasche ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlagen. Das heißt Thailand und Rock Factory. Mehr dazu wird es an dieser Stelle im Februar zu lesen geben.

Gerald

Kommen wir zu Gerald Warnecke (alias Preacher). Er verließ die Band, um sich seinem Theologiestudium zu widmen. Das tat er durchaus erfolgreich und arbeitet als Priester in Köln. Vor ein paar Jahren sah man den Preacher gemeinsam mit Hasche auf dem Headbangers Open Air ein paar alte Running Wild Songs spielen. Auch als Priester war er im Musikbereich aktiv. So erinnert man sich an Gedenkreden auf verschiedenen Festivals, u.a. auch auf Wacken (inkl. Angebote in der Wacken Kirche). Bei den Messen auf den Festivals greift der Preacher dann auch gerne mal zur Gitarre.

Stephan

Dem Musikgeschäft gänzlich den Rücken gekehrt hat Stephan Boriss. Mit dem Album Under The Jolly Roger verließ Stephan die Band. Er betreibt heute einen Import/Export Handel von Meeresfrüchten in Hamburg. Weiterhin findet man an der Volkshochschule auch Stephans Angebote von verschiedenen Kochkursen. Auf Wacken sah man ihn ebenfalls mal mit Kochkursangeboten. Er betrieb einige Zeit das Restaurant Red Rooster in Halstenbek und war Chefkoch bei einem Hamburger Programmtheater.

Zu erwähnen ist auch noch der Roadie von Running Wild aus dieser Zeit. Nickname ist Django. Django ist bei dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) als Fahrer tätig. Mit Vorliebe fährt er die Buslinie 66.

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