Stainless – Lady Of Lust & Steel

20.03.2026 – Hard Rock, Heavy Rock – High Roller Records – 36:41 Minuten

Erst nach Covid gründeten sich Stainless aus Portland und veröffentlichten mit der EP Nocturnal Racer einen ersten Eindruck, der ein Signing beim renommierten Label High Roller Records einbrachte. Lady Of Lust & Steel heißt die erste volle LP des jetzigen Quintetts (das Album wurde aber als Trio aufgenommen) und ist nach eigenen Angaben mehr im Hard Rock oder Heavy Rock beheimatet.

Lady Of Lust & Steel ist das LP-Debüt von Stainless

Die Bandmitglieder sind bisher nicht besonders in Erscheinung getreten, sodass es sich bei Stainless um echte Newcomer handelt. Auf die Ohren gibt es eher Rock als Metal, und wer bei den rauen Vocals von Sängerin Larissa Cavacece an Motörhead denkt, befindet sich grob auf dem richtigen Weg, wobei Stainless weit von einer Motörhead-Kopie entfernt sind. Der Auftakt Restless An‘ Ready könnte auch aus der Feder der Schweden Bullet stammen und wabert zwischen Metal und kernigem Hard Rock. Mit diesem musikalischen Ansatz rocken sich Stainless eine gute halbe Stunde durch ihr Debüt. Die Vocals von Cavacece liefern eine gehörige Portion keifende Rotzigkeit und werden nicht in jeden Gehörgang passen.

Whorefrost kommt mit roher Power daher und spuckt Gift und Galle. Die Saitenarbeit wie auch die Vocals haben noch Luft nach oben, auch wenn ein Gitarrensolo im hinteren Teil entschädigt. Ganz andere Töne bringt (Don’t Cross Me) Fool anfänglich auf den Tisch. Der ruhige Einstieg ist eine Täuschung, es geht im Rhythmus der beiden Vorgänger gradlinig rockend weiter. Der Titeltrack Lady Of Lust & Steel, Danger In The Night oder Vitamin Tease ändern an der grundlegenden Ausrichtung wenig, und in dem Dreieck Motörhead, Bullet und AC/DC fischen die Protagonisten in eher rockigen Undergroundgewässern.  

Das bluesige Take A Listen Mama ist ein positiver Ausrutscher in eine andere Richtung und zeigt, dass Stainless ein gewisses Händchen für vielfältige Rockmusik haben, auf der Debüt-LP aber primär auf die Nummer-Sicher-Variante setzen. Der Schlusspunkt nennt sich Rough Justice und schaltet den Hebel bezüglich des Tempos drei Stufen nach oben, bleibt aber ansonsten in dem angesprochenen Dreiecks-Korsett.

Hier geht es für weitere Informationen zu Stainless – Lady Of Lust & Steel in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Stainless – Lady Of Lust & Steel
Fazit zu Lady Of Lust & Steel
Wer grundsätzlich auf rockige Klänge zwischen Motörhead, Bullet und AC/DC steht, sollte Stainless mit Lady Of Lust & Steel antesten. Einige Nummern wie der Abschluss Rough Justice oder der Blues-Rocker Take A Listen Mama sind nicht schlecht, haben aber in einem Genre, das seit circa 50 Jahren ständig neues Material liefert, einen schweren Stand. Die Platzhirsche sind kaum antastbar, sodass es um Underground und Die-Hard-Rockfans geht, die neben den bekannten Namen noch weiteres Material in ihrem Plattenschrank benötigen. Insgesamt liefert die Platte zu wenig Argumente, um aus der Masse der monatlichen Veröffentlichungen hervorzustechen. Gerade der Bluesrocker Take A Listen Mama zeigt, dass Stainless mehr können als gradlinige Rockmusik, die so oder so ähnlich bereits viel zu oft auf dem Tisch lag. Nach den Aufnahmen veränderte sich die Bandbesetzung deutlich, sodass der weitere Weg der Truppe interessant sein könnte.

Anspieltipps: Restless An' Ready, Take A Listen Mama und Rough Justice
Jürgen F.
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