T.H & The Boneshakerz – Last Train To Graceland

Der ehemalige John Diva-Drummer Tim Husung mit seinem zweiten Album als Frontmann

Artist: T.H & The Boneshakerz

Herkunft: Hohenlimburg, Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Album: Last Train To Graceland

Spiellänge: 37:19 Minuten

Genre: Bluesrock, Southern Rock

Release: 19.04.2024

Label: Timezone Records

Link: https://www.boneshakerz.net/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Blues Harp – Tim Husung
Bass, Back Up Vocals – Robin Brieseck
Hammond-Orgel – Daniel Geist
Rhythmus Gitarre, Back Up Vocals – Jan Le Grow
Schlagzeug – Volker Britz

Tracklist:

  1. Intro
  2. Keep On Moving
  3. Let´s Get High
  4. Rock´n´Roll Heart
  5. Run Baby Run
  6. Fly Like An Eagle
  7. Thunder Road
  8. Last Train To Graceland
  9. It´s Alright Mama
  10. Fire

T.H & The Boneshakerz? Hierzu bedarf es für die Allgemeinheit sicher eine Aufklärung der Vorgeschichte.

Tim Husung als Drummer 2019 bei John Diva; Foto: Norbert Czybulka

Last Train To Graceland ist bereits das zweite Album des Multiinstrumentalisten Tim Husung. Tim ist der ehemalige Schlagzeuger von John Diva & The Rockets Of Love, stand aber auch als Drummer schon mit Größen wie Alice CooperDoro Pesch und Wolfgang „Wölli“ Rohde (Die Toten Hosen) auf den Bühnen in Deutschland, Europa und in den USA. Spielte Tim das Debüt-Album aus 2019 Love, Soul, Rock `N` Roll noch in Eigenregie und im Alleingang ein, ist das neue Album nun mit seiner festen Band aufgenommen und produziert.

Die einen nennen es Southern Rock, die anderen Bluesy – Retro Rock …“, so ein Zitat seiner Homepage. Wenn man Tim danach fragt, antwortet er meistens mit „echte, handgemachte Rock-Musik mit Herz und Eiern…

T.H. & the Boneshakerz 2024 Hamburg; Foto: Norbert Czybulka

Kennengelernt habe ich Tim bereits 2016 in Flensburg mit den Rockets Of Love von John Diva. Damals waren die Jungs noch als reine Cover-Truppe unterwegs. Trotzdem begeisterte mich dort schon sein kraftvolles Schlagzeugspiel. Nun also als Frontmann mit Lead-Gitarre und Blues-Harp alles von vorne. Angetrieben durch seine Kreativität, entschied er sich der eigenen Musik schlussendlich den Vortritt zu geben. Seine musikalischen Mitstreiter sind Robin Brieseck (Bass/Back Up Vocals), Daniel Geist (Hammond-Orgel), Jan Le Grow (Rhythm Guitar/Back Up Vocals) sowie Volker Britz (Drums). Die Boneshakerz, die er selbst lieber als „seine besten Freunde“ bezeichnet, liefern nun mit Last Train To Graceland ein kraftvolles, leidenschaftliches Rock-Album ab. Eigentlich sollte es Rock´N´Roll Heart heißen. Cover und Tourposter waren sogar schon fertig. Eine innere Stimme bewog ihn dann kurzfristig zum Umdenken. Das Cover passe besser zu Produktionen der härteren Gangart. Kurz umgeplant und so starteten die ersten Konzerte unter dem neuen Namen. Zwei Monate vor dem Release halte ich so das Album signiert in den Händen. Das hatte ich in dieser Form auch noch nicht. Drei Tage vor dem Tourauftakt lieferte das Werk die Produktion ab und so ist die CD druckfrisch am Merch-Stand bei den Konzerten schon verfügbar. Eine Vinyl soll zum offiziellen Release Day auch fertig sein, so Tim.

Aber nun zum Album selbst. Ein 50-Sekunden-Intro macht klar, was man sich in oder auf den Player gelegt hat. Das Herzklopfen wird immer lauter. Keep On Moving ist als echter Opener dann als schmutziger Südstaaten-Track genau richtig. Der Song wurde bereits vor zwei Jahren als erste Single zum neuen Album Rock´N´Roll Heart vorgestellt. Von der damaligen Besetzung der Boneshakerz ist nur noch Bassmann Robin Brieseck übrig. Let´s Get High beginnt mit einem Schlagzeug-Solo von  Volker Britz. Der Song ist einen Takt langsamer, betont aber nicht zuletzt durch das Gitarrensolo seine Herkunft. Mehr klassischer Southern Rock geht nicht. Mit Rock´N´Roll Heart geht es nun so richtig los. Hart, melodiös und immer geradeaus hätte es dieser Song auch verdient gehabt, Titeltrack zu werden. Ein bißchen John Diva im neuen Outfit. Rock ’n‘ Roll will never die! Run Baby Run schaltet dann wieder einen Gang zurück. Hier begründet sich die Wurzel des neuen Albums. Fly Like An Eagle hat mit dem gleichnamigen Song der Steve Miller Band nichts zu tun. Die Eigenkomposition ist die Quotenballade auf dem Album. Hier fehlt eigentlich nur noch die Steel-Guitar zum Lagerfeuer. Der Song erschien vor sieben Monaten bereits als zweiten Vorgeschmack auf das Album. Thunder Road war vor fünf Monaten die dritte veröffentlichte Single. Im Video ist Johnny Dee, der Drummer von Doro, als Special Guest zu sehen. Ein Track, der wieder einen Gang nach oben schaltet, aber bei mir erst bei zweiten oder dritten Hören zu überzeugen weiß.

T.H. & the Boneshakerz 2024 Hamburg; Foto: Norbert Czybulka

Die Hammond-Einlagen erinnern mich an Jon Lord, den ehemaligen Deep Purple-Organisten. Mit Last Train To Graceland folgt nun der „neue“ Titeltrack. Spätestens hier sieht man den Zug durch die Südstaaten dampfen. Ein klassischer Southern Rock-Track, der unwahrscheinlich Lust auf mehr macht. Hier ist alles drin, was dieses Genre ausmacht. It´s Alright Mama. Jo, es ist alles gut mit dieser Scheibe. Ein weiterer klassischer Midtempo-Track, der mit einem brillanten Gitarrensolo punktet, bevor Fire das Album beschließt. Der Song ist der langsamste des Albums und zündet nur durch die Tempowechsel und einem Gitarrensolo. Eine einfühlsame, melodiöse Stimme, gepaart mit hervorragender Instrumentalisierung, rundet das Album ab.

Das Album wird über Timezone Records, einem kleinen Label aus Osnabrück erscheinen. Digital wird es auf allen bekannten Plattformen im Stream und Download erhältlich sein. Physikalisch ist die CD schon auf den Konzerten und bei der Band erhältlich, die Vinyl soll dann zum regulären Release Day fertig sein und leicht anders aussehen. Mehr wollte mir Tim nicht verraten. Die beiden physikalischen Tonträger bekommt ihr dann auch über die bekannten Online-Händler oder im Plattenladen eures Vertrauens.

T.H & The Boneshakerz – Last Train To Graceland
Fazit
Multiinstrumentalist Tim Husung im neuen Gewand überzeugt mich völlig. Klare Linie, melodiöser Rock mit dem Anspruch in die Southern Rock-Liga ganz groß einzusteigen. Live noch eine Nummer stärker, ist dieses Album trotzdem zu meinen Roadtrip-Alben aufgestiegen. Kleine Abzüge, aber ansonsten absolut top!

Anspieltips: Keep On Moving, Rock´n´Roll Heart, Last Train To Graceland
Norbert C.
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