Artist: Vindicator
Herkunft: USA
Album: Whispers Of Death
Spiellänge: 45:11 Minuten
Genre: Thrash Metal
Release: 22.08.2025
Label: Eigenproduktion
Link: https://www.facebook.com/vindicatormetal
Bandmitglieder:
Gesang – Marshall Law
Gitarre – Vic Stown
Gitarre – Billy Zahn
Bassgitarre – Ed Stephens
Schlagzeug – Glen Monturi
Tracklist:
1. Whispers Oof Death… Anxiety’s Grip
2. Charnel Pastures
3. Thirst For Violence
4. Your World Dies In Flame
5. Exhaustion
6. Novocain
7. Bleed Between The Lines
8. Merry Evenings Make Sad Mournings
9. Battle Box
10. Abominable Intelligence
11. Ripper Attack
12. Obsoletion Complete
Vindicator aus Ohio sind seit 20 Jahren im Geschäft und ich war bei der Vorbereitung verwundert, wie viele Bands diesen Namen verwenden. Ich für meinen Teil habe ihn, glaube ich, noch nie gehört. Bin mir da aber nicht sicher. Das kann natürlich daran liegen, dass die Amerikaner zwar schon vier Alben im Gepäck haben und das letzte auch erst vier Jahre alt ist, aber das Album davor erschien im Jahre 2012. Sei es drum. Nun haben sie wieder Blut geleckt und nach einem Demo im Jahre 2022 kommt nun das vierte Album. 2024 wurde ein neuer Drummer präsentiert und hier sind wir jetzt. Auf geht’s.
Whispers Of Death… Anxiety’s Grip, so der Name des Openers, zeigt dann auch gleich, dass ihre Liebe zum Thrash Metal wieder einmal durchschlagend ist. In der Vorbereitung habe ich mir einige ältere Songs angehört und fand das Material okay bis gut, aber der Song hier ist dann doch ein anderes Kaliber. Ist natürlich immer ein subjektives Empfinden, aber das geht ganz schön gut ins Ohr, muss ich sagen. Am Anfang lässt man es recht chillig angehen. Eine Gitarre spielt und spielt, so langsam gehen die Drums dann mit, dann erklingt ein aggressiver Scream und man nimmt Fahrt auf. Sehr angenehmes Riff. Man drischt nun drauflos und erhöht das Tempo. Schön straight forward und ab dafür. Der Gesang ist schön aggressiv und wird mit Gangshouts kombiniert. Von denen kommt dann Whispers Of Death und der Refrainpart ist auch sicher. So schreitet man immer zielgerichtet vorwärts. Der Gesang schockt ungemein, besonders im Vergleich zum Vorgängeralbum. Dieses liegt wohl daran, dass der alte Sänger Marshall Law wieder mit an Bord ist. Ein wildes Solo darf nicht fehlen und ein typischer Slayer-Part muss auch noch mit in die Tüte. Klingt auch ziemlich fett. Ja, geht schon alles irgendwie in Richtung Bay Area Thrash und macht unheimlich Spaß. Der Song geht über sechs Minuten, das kommt einem aber nicht so vor. Gute Laune ist vorprogrammiert.
Fix und aggressiv geht es zu Beginn von Charnel Pastures zur Sache. Sehr geil. Mit einem Scream dazu und kurzem Tempowechsel. Fett, denn man bleibt unheimlich schnell. Aggressiv pur, geiles Brett, denn auch die Riffs können sich hören lassen und selbst das Solo wird zügig vorgetragen. Man hat das Gefühl, die müssen alle auf Toilette und wollen den Song schnell beenden. Sehr brutal. Gefällt mir unheimlich gut. Und sie hören nicht auf. Absoluter D-Zug-Thrash-Metal. In knappen drei Minuten fegen sie alles weg. Da bleibt kein Auge trocken. Selbst, ich sag mal, in den groovigen Momenten klingen sie derbe aggressiv und zerstörerisch. Das Riff am Ende bleibt hängen, auch wenn es sicherlich nicht gerade neu ist.
Spielerisch glänzt man dann zu Beginn bei Thirst for Violence. Feines Riffing im langsamen Midtempo, bevor man dann wieder die Peitsche herausholt und drauflosballert, allerdings nicht so straight forward wie beim Vorgängersong. Hier nimmt man schon ein wenig das Tempo heraus, arbeitet dafür aber mit einem schnellen Refrainpart und wieder mit mehrfachem Gesang. Ohohoh – und nun alle. Das wird live sicherlich gut funktionieren. Der vorherige Part und eben dieser Refrain werden dann wiederholt, wobei der letztere definitiv der bessere Part von denen ist. Ein Solo und weiter geht der Ritt auf Messers Schneide. Okay, man hört nicht wirklich etwas Neues und auch nicht alles ist jetzt megafett, so wie das zweite Solo zum Beispiel, aber es macht definitiv Spaß ohne Ende, denn man mischt schon mehrere Thrash-Richtungen miteinander, und das hat einfach Potenzial. Und wie gesagt, der Gesang ist ziemlich passend und absolut geil. Gerade im Thrash machen die Vocals meines Erachtens vieles aus, zumindest im extremen Metalbereich, aber auch die Riffs können sich absolut sehen lassen.
Man bleibt recht abwechslungsreich. Teutonen-Thrash ist auch mit dabei, wie zum Beispiel beim treibenden Song Your World Dies In Flame und auch hier muss ich wieder die Gesangsleistung erwähnen. Sehr gute Phrasierung. Dann holen sie auf einmal ein melodisches Riff heraus, welches absolut schockt. Wie gesagt, zur Vorbereitung des Reviews habe ich mir noch ältere Sachen angehört, auch das Vorgängeralbum, und dagegen ist dieses Material echt eine andere Dimension. Vielleicht ein wenig übertrieben, denn ich habe es natürlich nicht so intensiv gehört, wie diesen Song zum Beispiel, aber man kann auf jeden Fall eine gewisse Weiterentwicklung feststellen, sei es jetzt beim Härtegrad, beim Songwriting oder eben auch bei den Vocals.
Das Album flutscht eigentlich so ganz durch. Nicht alle zwölf Songs können mich so überzeugen wie die ersten drei. Songs wie Exhaustion oder Battle Box sind zwar gute Songs, aber mehr auch nicht. Oder das eher progressive und ein wenig an Voivod erinnernde Abominable Intelligence. Auch nicht so mein Fall. Vielleicht hätten es zehn Songs auch getan. Aber ansonsten ist der eher amerikanisch angehauchte Thrash Metal sehr intensiv und unterhaltsam.




