Z7 Summer Nights – Hammerfall & Shakra am 08.07.2018 im Z7, Pratteln (Schweiz)

Eventname: Z7 Summer Nights

Band: Hammerfall

Vorband: Shakra

Ort: Z7, Kraftwerkstr.7, 4133 Pratteln, Switzerland

Datum: 08.07.2018

Kosten: 65,-  CHF  (davon 5,- CHF für Ärzte ohne Grenzen)

Genre: Hard Rock, Power Metal, Heavy Metal

Besucher: ca. 1600

Veranstalter: Konzertfabrik Z7, Pratteln

Links: https://www.facebook.com/events/745196395868158/      http://www.z-7.ch/event.php?eventid=1549

Setlisten:

  1. Cassandra`s Curse
  2. Hello
  3. Watching You
  4. Snakes & Ladders
  5. Medicine Man
  6. Something You Don`t Understand
  7. I Will Rise Again
  8. Why
  9. Life Is Now
  10. Trapped
  11. The Seeds
  12. High Noon
  13. Raise Your Hands
  14. Hands On The Trigger / Nothing To Lose
  15. Rising High
  16. Wild And Hungry

  1. Hector`s Hymn
  2. Riders Of The Storm
  3. Renegade
  4. Dethrone And Defy
  5. Blood Bound
  6. Any Means Necessary
  7. B.Y.H.
  8. Crimson Thunder
  9. Threshold
  10. Built To Last
  11. Last Man Standing
  12. Legacy Of Kings – Medley
  13. Heeding The Call
  14. Let The Hammer Fall
  15. Hammer High
  16. Bushido
  17. Hearts On Fire

Die Konzertfabrik Z7 in Pratteln bei Basel ist einer der bekanntesten und beliebtesten Orte für Live-Konzerte in der Schweiz. Neben den unzähligen Indoor-Konzerten, die Jahr für Jahr dort veranstaltet werden, finden auch regelmäßig Open Air-Konzerte direkt vor den Türen des Z7 statt. Die Z7 Summer Nights gingen im Jahr 2018 bereits in die vierte Runde. Nachdem in den letzten Tagen bereits Größen wie z.B. Eluveitie, Epica, D.A.D. oder Axel Rudi Pell auf der Bühne standen, beehren heute am letzten Tag die Schweden von Hammerfall die Konzertfabrik. Als Support stehen keine Geringeren als die Schweizer Hard Rocker Shakra auf dem Programm. Grund genug, dass ich mich mal wieder zu einem Nachbarschaftsbesuch über die Grenze bewege.

Dank dem Urlaubsverkehr Richtung Süden schaffe ich es gerade so, zum Einlass um 18:00 Uhr in Pratteln zu sein. Am Z7 angekommen, stehen schon lange Schlangen am Einlass und der Abendkasse, aber das war bei dem Line-up ja zu erwarten. An der Abendkasse werden 65,- CHF aufgerufen, wovon 5,- CHF zugunsten Ärzte ohne Grenzen gespendet werden. Für deutsche Verhältnisse etwas überteuert, aber in der Schweiz sind solche Preise durchaus normal. Mein Ticket und Photopass bekomme ich problemlos, jedoch muss ich die 5,- CHF für Ärzte ohne Grenzen auf den Tisch legen. Wäre cool, wenn ich mal gefragt würde, ob ich spenden will, aber gut …  Direkt hinter dem Eingang ist der Merch-Stand aufgebaut, für die Shirts beider Bands werden 30,- CHF fällig, was dann wiederum umgerechnet mit gut 25,- € wieder normal ist.  Vor der großen Bühne, die direkt vor der Tür der Konzertfabrik aufgebaut ist, stehen gerade mal 20 Leute, obwohl draußen lange Schlangen standen und ein Großteil vor mir rein ist. Der Rest hat sich auf die rechte Seite des Geländes verzogen, an die Theke, den einzigen Schattenplatz hier. Der Sommer meint es mal wieder gut, vor der Bühne herrschen Temperaturen von etwas über 30 Grad.

Vor der Bühne wird es erst gegen 19:00 Uhr voller, doch Shakra beginnen ihr Set gleich mal mit gut 20 Minuten Verspätung. Gesellschaftskritisch steigen die Schweizer ein und rechnen in dem Song Cassandra`s Curse mit den Diktatoren, Präsidenten und Politikern dieser Welt ab. Die Band aus Trub um den Frontmann Mark Fox hat heute Heimvorteil, und so herrscht gleich gute Stimmung in den ersten Reihen. So präsentieren sich die Jungs hochmotiviert, auch wenn es für die Emmentaler in diesem Jahr schon der zweite Auftritt im Z7 ist. Sie spielten schon im Februar auf ihrer eigenen Headliner-Tour mit Maxxwell als Support hier, doch das ist kein Problem. Die Truppe hat in der Schweiz eine relativ große Anhängerschaft, und so sind auch heute wieder viele Shakra-Shirts im Publikum zu entdecken. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich immer noch auf den Songs des noch aktuellen Albums Snakes & Ladders aus dem Jahr 2017. Fox ist stimmlich absolut top und auch sonst gut drauf. Thom Blunier brilliert nicht nur an der Gitarre, sondern post auf Teufel komm raus und spielt mit den Fans. Gitarrist Thomas Muster und Bassist Dominik Pfister bewegen sich zwar viel, halten sich aber etwas mehr im Hintergrund. Sie wirken konzentriert auf ihre Arbeit, doch die machen sie gut. Einzig Schlagwerker Roger Tanner wird mehr gehört als gesehen, denn er verschwindet etwas hinter dem Drum-Kit und das grelle Licht sorgt zusätzlich dafür, das man ihn oft nur erahnen kann.

Von Snakes & Ladders, dem mittlerweile elften Longplayer der Schweizer, haben es ganze sechs Songs in die Setlist geschafft, die fast alle in der ersten Hälfte der Spielzeit positioniert wurden. Die Songs haben Qualität und sind für die Bühne geschrieben. Schade, dass der aufblasbare Würfel zum Titeltrack Snakes & Ladders heute nicht auf`s Publikum losgelassen wird. Die zweite Hälfte besteht aus den Band-Klassikern, die von den Fans hier ordentlich abgefeiert werden. Logisch, das Fox zwischendurch wieder sein Handy zückt und das feiernde Publikum filmt. Mit Trapped und Watching You finden sogar ganz alte Klassiker Beachtung. Hands On The Trigger und Nothing To Lose werden leider nur zu einem Medley zusammengefasst. Überraschend ist, das Mark Fox und seine Truppe fast nur auf`s Gaspedal treten, nur mit Why in der Mitte des Sets schaltet man einen Gang zurück und lässt die Fans Luft holen. Das Highlight im regulären Teil ist definitiv die Mitgröhl-Hymne Raise Your Hands, und das Publikum schaltet endgültig in den Party-Modus. Pommesgabeln und Fäuste werden in den Sommerhimmel gereckt, und auch das Haupthaar wird kräftig geschüttelt. Ashes To Ashes bildet den ersten Abschluss, doch den Zugabe-Rufen kommt die Band schnell nach. Als erste Zugabe wird mit Rising High die ultimative Hymne aus dem Ärmel geschüttelt, bevor Wild And Hungry den Auftritt beendet. Für eine Supportband, falls man hier von einer Supportband reden kann, sind gut 90 Minuten Spielzeit echt amtlich …, Respekt!

Nach einer kurzen, etwa 20 minütigen, Umbaupause (das habe ich bei den Schweden auch schon anders erlebt), heißt es dann wieder: Lasst den Hammer fallen! Nachdem man im letzten Jahr in Zürich gespielt hat, kommen Hammerfall jetzt nach Pratteln zurück. Mit Hector`s Hymn entern die nimmermüden Power-Metaller die Z7-Bühne. An Hammerfall scheiden sich die Geister, man mag sie, oder man mag sie nicht. Dazwischen gibt es nichts. Heute Abend mag die schwedischen Jungs jeder, denn anders ist es nicht zu erklären, dass die Fans vom ersten Moment an ausrasten. Riders Of The Storm vom Crimson Thunder-Album heizt dann die Stimmung noch mehr an. Joacim Cans ist gut drauf und pusht die Fans immer weiter an. Auch Bandgründer Oscar Dronjak an der berühmten Hammer-Gitarre post vor den Fans und sorgt für Begeisterungsstürme. Die Setlist des Abends kann sich sehen lassen, ein Hammer-Song jagt den nächsten …, Renegade, Dethrone And Defy und die Granaten-Midtemponummer Blood Bound. Die Fans fressen den Musikern aus der Hand, doch der Schweden-Fünfer tritt gewohntermaßen charmant und bescheiden an. Selten habe ich die Band so lauffreudig erlebt, die große völlig in blau-lila getauchte Bühne wird bis auf den letzten Meter ausgenutzt, inklusive dem Drum Podest. Drummer David Wallin hat das gleiche Problem, wie zuvor schon Kollege Tanner, selbst auf seinem Hocker stehend ist er im blauen Wabernebel nur schemenhaft zu sehen. Einzig an den Ansagen sollte Herr Cans einmal feilen und sich etwas Neues ausdenken, denn die Anekdote aus der Anfangszeit der Band, wo neunhundertachtundneunzig Typen und zwei Frauen vor der Bühne standen, und die beiden Frauen eisern von ihren Freunden festgehalten wurden, kennt wohl mittlerweile jeder Fan auswendig. Heute sind definitiv mehr Frauen am Start, gut die Hälfte der Besucher dürfte weiblich sein.

Nur drei Songs vom letzten Output Built To Last haben es heute auf die Setlist geschafft, dafür umso mehr All-Time-Klassiker wie Any Means Necessary, B.Y.H., Crimson Thunder und Threshold. Hochmelodische, rasante Songs, griffige Leads und Refrains, die zum Mitsingen einladen, sorgen dafür, das alle Fäuste in den Himmel gereckt sind. Beim Titeltrack des letzten Albums fragt Cans einen Fan in der ersten Reihe, ob er weiß, wie das Album heißt. Die Antwort „Na klar“ reichte Cans natürlich nicht, aber der Die Hard-Fan stand auf dem Schlauch und sorgte für großes Gelächter. Auf Last Man Standing folgt ein Legacy Of Kings-Medley. Bei dem Medley fällt auf, wieviele verschiedene Generationen die Hammerfall-Songs vereinen, denn plötzlich liegen sich Alt und Jung in den Armen und feiern gemeinsam. Es folgt die obligatorische Bandvorstellung, jedoch stellt der Frontmann sich diesmal selbst vor, ein Job den sonst Oscar Dronjak erledigt. Bei Heeding The Call und dem noch aktuellen Let The Hammer Fall rastet die Menge regelrecht aus, und bei letzterem sind alle Scheinwerfer auf Oscar gerichtet, der nun wieder seinen Hammer fallen lassen darf. Damit geht das reguläre Set auch zu Ende, doch die Gralshüter des melodischen Metal lassen sich nicht lange bitten und legen noch einmal nach. Mit dem starken Hammer High wird der Zugabenblock eröffnet, gefolgt von Bushido, bevor das schon traditionelle Hearts On Fire einen gigantischen Konzert-Abend beendet. Der Crimson Thunder-Song holt noch einmal die allerletzten Reserven aus den Fans heraus, bevor die Band mit nicht enden wollendem Applaus von der Bühne verabschiedet wird. Natürlich nicht, bevor das obligatorische Foto geschossen und einige Plecs und Drum-Sticks den Besitzer gewechselt haben.

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