Event: Überraschungsgig im KDW mit T’Ariq und 20 For Seven
Datum: 31.01.2026
Genres: Singer Songwriter, Hardrock
Besucher: ca. 50
Ort: KDW Neumünster
Kosten: Hutgeld
Setliste 20 For Seven:
1. Bad Rock
2. Rev It Up (Treat Cover)
3. Sex Ain’t Love (Warrant Cover)
4. Destiny (Tygers Of Pan Tang Cover)
5. I Got The Music In Me (Tygers Of Pan Tang Cover)
6. D-Law (D-A-D Cover)
7. Just A Feeling (Lita Ford Cover)
8. I Remember You
9. Ghost (Skid Row Cover)
10. Before Tomorrow Comes (Alter Bridge Cover)
11. Control (Puddle Of Mud Cover)
12. This Is The Night
13. Bullet The Blue Sky (U2 Cover)
Heute lassen wir den Underground mal ran. Erst vor ein paar Tagen bekam ich eine Mitteilung von Marcel Jaeger, dass sich 20 For Seven, eine Hardrockband aus Rendsburg, entschlossen haben, ihre dreijährige Pause zu beenden und fortan wieder zusammenzuarbeiten. So soll diesen Samstag, also heute, im Neumünsteraner KDW, einem gemeinnützigen Kulturverein, ein erster Auftritt stattfinden. Kurz überlegt und dann entschlossen, da mal hinzufahren. Der Beginn ist mit 20:00 Uhr angegeben, aber durch die verspätete Essensaufnahme und auch noch den Fußweg, da das Auto viel zu weit weg geparkt ist, kommen wir erst kurz nach acht an. Das macht aber nichts, denn losgehen soll das erst gegen halb neun. Der Verein ist uns gänzlich unbekannt, scheint aber ein Treffpunkt zu sein, der sich selbst finanziert und durch Kino, Vorlesungen, Ausstellungen sowie Konzerte ein kulturelles Angebot bereithält. Dazu kommen günstige Preise und eine freundliche Atmosphäre, und somit freuen wir uns. Vor der Tür treffen wir noch Gabi, die Frau des Sängers Marcel, die uns freudig begrüßt. Wir gehen rein, denn es ist schon sehr frisch, und nachdem die beschlagene Brille wieder Durchsicht bietet, machen wir uns auf die Suche nach der Bühne. Da treffen wir auf Marcel und Jörg, die sich beide freuen, uns zu sehen, haben wir uns doch schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Da gibt es natürlich einiges zu quatschen, und dabei erfahren wir, dass sich Marcel und Jörg Schlegel (Gitarrist von 20 For Seven) im letzten Jahr getroffen haben, um das Projekt wieder aufleben zu lassen. Es mussten allerdings neue Mitstreiter gefunden werden, da die übrigen Bandmitglieder nicht mehr zur Verfügung standen. Das gestaltete sich nicht ganz so schwierig, und mit dem zweiten Gitarristen Wolfgang „Wolle“ Machholz, dem Schlagzeuger Thomas Wuschel Schink und dem Bassisten Cedrik Röh ist die Combo komplett. Was sie draufhaben, hören wir später. Zunächst ist da noch T’Ariq, ein Singer-Songwriter, der hier gegen Viertel vor neun anfängt. Grund des Ganzen ist der 70. Geburtstag des Vereinsvorsitzenden, der dies heute sozusagen als Geburtstagsparty schmeißt. Somit kostet es keinen Eintritt, aber ein Hut geht rum, in dem die Gage für die beiden Acts gesammelt wird. Nach den ersten Songs zieht es uns aber in den Barbereich, denn mit dem, was dargeboten wird, können wir so gar nichts anfangen. Immerhin hat er viele Zuhörer, und die beklatschen seine Songs.
Hardrock geht immer und 20 For Seven haben nichts verlernt

Nach einer guten Stunde ist T’Ariq dann durch, und wir wagen uns in den kleinen Saal, der auch als Kino genutzt werden kann. Gut 45 Zuschauer passen sitzend zur Kinovorstellung rein, und zu Konzerten ohne Bestuhlung gut 100. Es sind heute knapp 50 Gäste da, die den ersten Auftritt von 20 For Seven nach Jahren verfolgen. Freunde und Verwandte sind da, ebenso wie „Unbeleckte“, die durch die Einladung in den Genuss kommen. Die Band beginnt mit einem ihrer eigenen Stücke, aber der Blick auf die Setlist hat verraten, dass es auch viele Coverversionen geben wird. Immerhin haben 20 For Seven 2019 eine eigene CD herausgebracht und sind somit schon im Besitz eigener Stücke. In Anbetracht der Kürze des Zusammenspiels hat man sich auf Songs geeinigt, die gemeinsam erarbeitet werden konnten. Dazu schon ein großes Lob an Cedrik, der erst zweimal bei den Proben dabei war und seine Sache souverän meistert. Angetan bin ich von Wolle, der an der zweiten Leadgitarre mehr als nur eine gute Figur macht und einen starken Gegenpart zu Jörg Schlegel darstellt. Bei Stücken wie Warrants Sex Ain’t Love oder D-Law von D-A-D zeigt er neben Jörg Schlegel, was er kann, und das macht schon Spaß. Wolle und Marcel haben neben der Musik noch eine weitere Gemeinsamkeit (eine Glatze), und das kommt dem Zusammenspiel natürlich zugute. Drummer Thomas muss sich hier etwas zurücknehmen, hat er doch zuvor in der Hardcore-Combo Cry My Name getrommelt, und da sind erfahrungsgemäß mehr Kawumms und Doublebass gefordert. Aber auch das passt.
Ein munterer Wechsel aus eigenen und Coversongs lässt die Zeit schnell vergehen

Nach den beiden Tygers Of Pan Tang-Songs, der Lita Ford-Ballade Just A Feeling inklusive Gitarreneinsatz von Marcel und dem eigenen ruhigeren Stück I Remember You geht es schneller weiter. Ghost von Skid Row, Alter Bridges Before Tomorrow Comes und Control von Puddle Of Mudd läuten das Ende ein. Noch ein eigenes Stück, und dann ist auch schon fast Schluss. Als Zugabe folgt der U2-Kracher Bullet The Blue Sky, und da der Text sehr lang ist, muss Marcel sich eine kleine Texthilfe holen. Sein Textprompter ist ein gut bestückter Ordner, in dem sich die Worte, die sonst Bono singt, abgeheftet finden. Das Stück lebt aber eigentlich von der Instrumentalfraktion, die sich hier richtig austoben darf. Lange Improvisationen und Klanggewitter lassen den Song leben. So ufert es aus, und gefühlte zwanzig Minuten später endet das gitarrenlastige Stück und hinterlässt Begeisterung. Es zeigt sich, dass Jörg und Wolle gut zusammen agieren, was sie allerdings auch vorher schon bewiesen haben. Aber auch Marcel hat nichts verlernt und führt sicher und gewohnt amüsant durch das Programm. Auch die gesangliche Leistung überzeugt, obwohl seine Stimme ab und an von den Gitarren fast übertönt wird. Insgesamt ist der Sound gut, und auch lichttechnisch ist nichts auszusetzen, obwohl es mir als Fotograf eigentlich immer zu dunkel ist. Viertel nach elf ist das alles zu Ende, und sichtlich erleichtert ob des gelungenen Comebacks treffen wir die Jungs noch mal kurz, um positives Feedback dazulassen. Im Nachgang erfahre ich, dass sie im Anschluss noch ein paar Stücke gespielt haben. Da waren wir bereits auf dem Heimweg, aber wenn sich alle zusammenraufen, geht die Geschichte von 20 For Seven weiter.













