Oraculum – Hybris Divina

09.01.2026 – Death Metal – Invictus Productions – 41:17 Minuten

Bereits am 9. Januar 2026 ist Hybris Divina, das Debütalbum der Chilenen Oraculum – nach den zwei vorangegangenen EPs Sorcery Of The Damned (2014) und Always Higher (2018) – über das Label Invictus Productions erschienen. Erhältlich ist die Veröffentlichung sowohl als CD als auch auf Vinyl in den Farbvarianten Black und Bone White.

Einstieg in die Katakomben der Death-Metal-Ahnen

Mit A Monument To Fallen Virtues öffnen Oraculum die Tore zu ihrem Album – und der Einstieg macht sofort klar, wohin die Reise führt: tief hinab in eine klangliche Katakombe aus roher Gewalt, düsterer Atmosphäre und kompromisslosem Old School Death Metal. Das Album wirkt weniger wie eine lose Songsammlung, sondern wie ein zusammenhängendes Ritual, das sich Stück für Stück entfaltet.

Rohheit statt Perfektion

Hinter der Band stehen Scourge Of God (Gitarre, Gesang), Gaius Coronatus (Gitarre), Magnified Wrath (Bass) und Conqueror Of Fear (Schlagzeug), die gemeinsam einen Sound erschaffen, der bewusst auf Hochglanzproduktion verzichtet. Sägende Gitarren, wuchtige Drum-Attacken und ein Gesang, der eher beschwört als performt, bestimmen das Klangbild. Die rohe Produktion verstärkt den Eindruck unmittelbarer Intensität und verleiht dem Album eine beinahe greifbare Dunkelheit.

Zwischen Raserei und Abgrund

Verschnaufpausen kennt Hybris Divina kaum. Stücke wie Mendacious Heroism oder das finale Posthumous Exultation treiben mit gnadenlosen Doublebass-Passagen voran und setzen auf massive Riffs, die zwischen rasender Aggression und walzender Schwere pendeln. Besonders der abschließende Longtrack Posthumous Exultation baut eine lauernde Spannung auf, steigert sich langsam und entlädt sich schließlich in einer monumentalen Klangwand. Ein Höhepunkt, der die musikalische Bandbreite der Chilenen eindrucksvoll zusammenfasst.

Tief verwurzelt im Old School Death Metal

Stilistisch wurzelt das Album tief im Geist der frühen Neunzigerjahre. Klassischer Death Metal bildet das Fundament, doch immer wieder brechen schwarzmetallische Schärfe, doomige Passagen und chaotische Tempowechsel durch die Oberfläche. Manche Gitarrensoli wirken bewusst exzessiv oder verlieren sich im Klangnebel, was dem Album eine sperrige, aber authentische Note verleiht. Hooks oder moderne Songstrukturen sucht man hier vergeblich. Oraculum setzen auf Atmosphäre, Instinkt und kompromisslose Rohheit. Die Musik wirkt ungefiltert und unberechenbar – gerade darin liegt ihr Reiz.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Oraculum – Hybris Divina in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Oraculum – Hybris Divina
Fazit zu Hybris Divina
Hybris Divina ist keine leichte Kost, sondern eine bewusste Rückkehr zu den finsteren Wurzeln des Death Metal. Dreckig produziert, kompromisslos gespielt und voller düsterer Energie richtet sich das Album klar an Underground-Puristen. Wer rohe Authentizität über Perfektion stellt, findet hier ein intensives Debüt, das den Geist der alten Schule überzeugend am Leben hält. Ganz nach meinem Geschmack!

Anspieltipps: The Great One, Carnage und Posthumous Exultation
Juergen S.
9.3
Leserbewertung0 Bewertungen
0
9.3
Punkte