Asenblut – Die Wilde Jagd

Melodic Death mit Fingerzeig gen Stockholm

Artist: Asenblut

Herkunft: Göttingen, Deutschland

Album: Die Wilde Jagd

Spiellänge: 52:07 Minuten

Genre: Melodic Death, Viking Metal

Release: 17.04.2020

Label: AFM Records

Link: http://www.asenblut.de

Bandmitglieder:

Gesang – Tetzel
Gitarre – Claus Cleinkrieg
Gitarre – Stan
Bassgitarre – Sash
Schlagzeug – Balrogh

Tracklist:

  1. Die Wilde Jagd
  2. Codex Gigas
  3. Seite An Seite
  4. Irminsul
  5. Drachentöter
  6. Penumbra
  7. Weder Gott Noch Könige
  8. Wolfshunger
  9. 300
  10. Seite An Seite (Extended Version)

Was wäre die Metalwelt ohne Amon Amarth?! Na ja, es gäbe sicherlich einige Dutzend Bands weniger auf diesem Erdball. Den Einfluss, den die schwedischen Pioniere auf zahlreiche Bands hatten, haben und auch künftig haben werden, ist unbestritten hoch. Viele davon hätten besser nicht das Licht der Welt erblickt. Einige wenige jedoch sind es durchaus wert, gehört zu werden. Asenblut gehören hier definitiv zur letzteren Gruppe. Während sich die alten Recken aus Stockholm mit ihren letzten Alben – sagen wir mal vorsichtig – kommerzialisiert haben, sprechen Asenblut siegessicher die Klientel der ersten Alben der Schweden an und das ist auch gut so!

Mit Die Wilde Jagd steht das nunmehr vierte Album der Wikinger aus Göttingen auf dem Prüfstein. Der Titeltrack ist auch gleich der Startpunkt, um in die Schlacht zu ziehen. Mit stampfenden Rhythmen und den für die Band typischen Gitarrenleads ausgestattet, wird sofort klar, dass man vom eingeschlagenen Weg der letzten Scheiben keinen Millimeter abweicht. Ein guter Einstieg, wenn auch kein Überflieger. Dieser kommt im Anschluss in Form von Codex Gigas. Eingeleitet von einer Double Bass Attacke, gefolgt von einem kernigen Riff, einem grandiosen Refrain und dann dieses unverschämt gute Break im Mittelpart: mit durchgezogen gespielter Melodie und das Tempo im Anschlag. Herrlich!

Seite An Seite hat definitiv das Zeug dazu, die neue Bandhymne und auch live der totale Abräumer zu werden. Man sieht schon vor dem inneren Auge, wie die Fanmassen den eingängigen – Raise Your Horns von Amon Amarth nicht unähnlichen – Refrain aus voller Brust mitgrölen. An dieser Stelle sei auch der Gesang des sympathischen Frontmanns und Muskelpakets Tetzel erwähnt. Ähnlich wie Johan Hegg vermag auch er seine Growls so verständlich darzubieten, dass man den, ausnahmslos in Deutsch gehaltenen Texten, jederzeit folgen kann. Auch klangtechnisch gibt es nichts zu bemängeln. Jörg Uken verpasste den Niedersachsen in seinen Soundlodge Studios einen klaren, aber dennoch fetten und druckvollen Sound.

Drachentöter bietet dann eine dieser prägnanten Melodien, die sich sofort ins Gehirn fräsen und dem Rezensenten ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubern. Nach anfänglicher Knüppelorgie entwickelt sich Penumbra im weiteren Verlauf zu einem wahren Midtempostampfer. Bei Wolfshunger und auch dem abschließendem 300, welche beide einen tollen, von einer treibenden Melodie getragenen Chorus aufweisen, wird das Tempo noch mal merklich angezogen und schließlich das Ende der über 50 Minuten dauernden Schlacht besiegelt.

Asenblut – Die Wilde Jagd
Fazit
Nein, Asenblut werden mit Die Wilde Jagd sicherlich keinen Innovationspreis gewinnen. Zu groß sind die Ähnlichkeiten zu den schwedischen Heroen. Hauptsächlich im gehobeneren Midtempo agierend, orientiert man sich vornehmlich an deren Frühwerken. Wer der guten alten Zeit nachtrauert, findet hier ein Album, was durch seine großartigen Gitarrenleads durchaus zu begeistern weiß und allen Fans dieser Musikrichtung neues, wohlschmeckendes Futter bietet.

Anspieltipps: Codex Gigas, Seite An Seite und Drachentöter
Christian K.
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