Artist: Creeper
Herkunft: Southampton, England
Album: Sanguivore II: Mistress Of Death
Spiellänge: 42:07 Minuten
Genre: Gothic Rock, Horror Punk, Glam Punk
Release: 31.10.2025
Label: Spinefarm Records
Links: Website
Bandmitglieder:
Gesang – Will Gould
Gitarre, Gesang – Ian Miles
Gitarre – Lawrie Pattison
Bassgitarre, Gesang – Sean Scott
Keyboard, Klavier, Violine, Gesang – Hannah Greenwood
Bassgitarre, Gesang – Berri
Schlagzeug, Percussion – Jake Fogarty
Tracklist:
1. A Shadow Stirs
2. Mistress Of Death
3. Blood Magick (It’s A Ritual)
4. Headstones
5. Prey For The Night
6. Daydreaming In The Dark
7. Parasite
8. Razor Wire
9. From The Depths Below
10. The Black House
11. The Crimson Bride
12. Pavor Nocturnus
Fortsetzungen im Horrorkino sind so sicher wie Jump Scares. Und was Ice Nine Kills machen, können Creeper schon lange. Gewöhnlich erfindet sich die englische Band nach dem Ende eines Album-Zyklus neu (sie wechselten bereits von Punk zu Glam zu Horror/Goth). Doch nach dem Erfolg des pompösen Sanguivore erweitern Creeper dessen Universum und gönnen sich und den Fans mit Sanguivore II: Mistress Of Death ein thematisches Sequel, das stimmig am 31. Oktober zu Halloween erscheint.
Sanguivore II: Mistress Of Death erzählt von einer britischen Vampirband, die während der 80er durch die USA tourt. Und damit mitten hinein in die moralische Hysterie der sogenannten Satanic Panic und wie diese Einfluss auf die Hardrock- und Heavy-Metal-Szene nimmt. Nach jedem Konzert verschwinden Fans unter mysteriösen Umständen, was die Bandmitglieder rasch verdächtig macht. Eine nicht weniger geheimnisvolle Gestalt heftet sich in Form der Vampirjägerin Mistress Of Death dicht an ihre Fersen.
Das gibt Creeper Gelegenheit für ironisch-pathetische Horrorgeschichten um Liebe und Verdammnis sowie einen selbstreflexiven Blick auf die eigene Subkultur und Musikindustrie. Es dürfte nicht überraschen, dass das Album nicht nur musikalisch an den Sound des Vorgängers anknüpft, sondern getrieben vom Inhalt den Sound der 80er aus Glam (Blood Magick), Goth (Prey For The Night) und (Post-)Punk (Headstones, The Black House) bedient. Opulente Riffs treffen auf Orgelsound, Synthwave-Bässe und warum nicht auch Saxofon (Razor Wire).
Dazu suhlen sich Creeper grabestief in der für sie üblichen Theatralik, was Mitsing-Hymnen (Mistress Of Death, Parasite) und opulente Stadionrock-Nummern (The Crimson Bridge) hervorbringt. Im Zusammenspiel mit dem tiefen, melodramatischen Gesang von Frontmann Will Gould (aka William von Ghould) und eindringlichen Gospelchor-Vocals wird Sanguivore II: Mistress Of Death zur Rock-Oper, die den Soundtrack für ein imaginäres Grusical liefert.
Bei aller Begeisterung für das aus allen Nähten platzende Spektakel bleibt dennoch festzustellen, dass die großen Überraschungen angesichts des Vorgängers ausbleiben. Das ist jedoch dem Konzept der Fortsetzung geschuldet und nicht wirklich als Kritik anzusehen. Wenn man dem ambitionierten Werk etwas vorwerfen möchte, ist es womöglich jener Wille zur Extravaganz, den Creeper über Zugänglichkeit stellen. Gleichermaßen ist es das, was Fans an ihnen lieben. Und wer mit Creepers Pathos nichts anfangen kann, wird vermutlich ohnehin nicht reinhören.
Apropos Ice Nine Kills. Im November/Dezember könnt ihr Creeper gemeinsam mit The Devil Wears Prada als Toursupport von INK erleben.




