Artist: Schrat

Herkunft: Bayern, Deutschland

Genre: Black Metal

Label: Folter Records

Link: https://www.facebook.com/Schratstahl/

Bandmitglieder:

Gesang – Dragg
Gitarre und Bass – Gråin
Live Gitarre – Azag
Live Bassgitarre – Pestmeister Tairach
Live Schlagzeug – Grond

Time For Metal / Rene W.:
Hallo Dragg und Gråin,

wir sind heute zusammengekommen, um über euch und euer aktuelles Album Alptraumgänger zu sprechen. Als Erstes stellt eurer Projekt Schrat einmal vor. Wann und wie sind die Ideen der Gründung entstanden und was verbindet ihr mit dem Bandnamen?

Schrat:
2003 hat Gråin ein Black Metal Projekt gegründet, aus dem sich erst 2006 mit Dragg (damals Schlagzeug) und Jötunn (Gesang) eine Band formierte. Bis dahin hatte Gråin zwei Songs geschrieben, die mit zwei weiteren auf der Demo Ewig Geist 2007 veröffentlicht wurden. In dieser Zeit ist auch der Name Schrat entstanden. Ursprünglich stellt der Schrat einen Naturgeist bzw. Nachtmahr dar, der seine Opfer im Traum heimsucht. Er ist der Schutzgeist der Wälder und fordert unnachgiebig den fundamental notwendigen Respekt vor der Natur ein. Der Schrat bestraft gnadenlos! Ein starkes Gefühl der Naturverbundenheit sowie Faszination für das mythologische haben uns damals letztendlich zu diesem Bandnamen geführt. Der Schrat ist die Personifizierung emotionaler Aspekte und Ideale, die wir mit der Musik verbinden und in den Texten ausdrücken. Misanthropie, Melancholie, Vernichtung, Isolation, Spiritualität und der alles umfassende Griff der Natur sind Leitmotive, die auf unterschiedliche Art in Musik und Texte einfließen.

Time For Metal / Rene W.:
Vor gut einem Monat habt ihr euer drittes Studioalbum Alptraumgänger aus dem Black Metal Schlaf wachgeküsst. Was hat sich in Sachen Songwriting zu den beiden ersten Werken getan. Wodurch wurden die Kompositionen geprägt und wie hat sich die Zusammenarbeit mit eurem neuen Label Folter Records auf die Produktion ausgewirkt?

Schrat:
Einige Stil-Elemente, die früher bei älteren Stücken mit enthalten waren, wurden von Gråin in anderen Projekten oder Bands fortgeführt, um einen jeweils reineren, klareren Stil zu verfolgen. Ansonsten hat sich nicht viel verändert, bis auf die Tatsache, dass wir erfahrener geworden sind. Geprägt waren und sind unsere Stücke nach wie vor durch den Black Metal der ersten und zweiten Welle, also 80er und 90er. Draggs Texte folgen grundsätzlich den wie oben beschriebenen Leitmotiven – dahingehend gibt es keine allzu großen Änderungen zu Schattenwahn. Folter Records hat uns bislang äußerst aktiv und zuverlässig unterstützt – wir sind da in sehr guten Händen, da wir uns auch auf der persönlichen Ebene sehr gut mit unserem Labelchef Jörg verstehen. Grundsätzlich lassen wir jedoch keinen Einfluss von außen zu, wenn es um die Musik geht.

Time For Metal / Rene W.:
Mit den deutschen Texten bleibt ihr im internationalen Vergleich natürlich etwas gefangen. Wie sind da eure Erfahrungen? Macht die Sprache im Black Metal tatsächlich weniger aus, als in anderen Genres? Habt ihr bereits Feedback von Anhängern aus anderen Nationen bekommen?

Schrat:
Wir befürworten es allgemein, dass Black Metal in der jeweiligen Muttersprache verfasst wird, weil dadurch eher eine intensive emotionale Tiefe entsteht. Sie verleiht den Texten mehr Ehrlichkeit. Die Sprache ist auch immer Teil der Musik und trägt damit zur Atmosphäre bei – eher harte Sprachen wie Deutsch oder Finnisch passen daher perfekt dazu. Englisch erscheint im Gegensatz dazu flach und gewöhnlich. Wir verwenden zwar Englisch für propagandistische Zwecke, aber Dragg hat und wird seine Texte weiterhin ausschließlich in deutscher Sprache verfassen.

Time For Metal / Rene W.:
Kommen wir noch mal zurück zu Alptraumgänger. Könnt ihr bitte in einem kleinen Track by Track die einzelnen Stücke durchleuchten?

Schrat:
Das Album stellt den Abschluss einer Schaffensperiode mit dem Abgang von Skilnir dar. Es beinhaltet 4 neue Stücke sowie 4 bereits veröffentlichte Stücke, die zeitgemäß interpretiert wurden. Im Folgenden ein Abriss zu den neuen Stücken. Alptraumgänger: Rasend, eiskalt, erbarmungslos thematisiert er die Heimsuchung im (Alp)Traum durch den Schrat. Am Ende steht die totale Zerstörung von Körper und Geist. Masken des Schweigens: Emotional ähnlich verortet wird ein weiteres Szenario der Heimsuchung beschrieben, diesmal physikalischer – der Unterkiefer des Opfers endet als Trophäe. Gräberland: Eine Abrechnung im Stile von Kriegsgericht! Wolf ist erwacht – Adams Sohn zerfetzt: Die rituelle Beschwörung und Freisetzung des Unterbewusstseins.

Time For Metal / Rene W.:
Das Artwork ist schlicht jedoch nicht belanglos. Habt ihr das Cover selber erstellt oder wurde dieses von einem externen Künstler erstellt?

Schrat:
Die Grundidee für das Motiv haben wir zusammen entworfen und für die Umsetzung einen sehr talentierten Zeichner beauftragt, Chris Kiesling von Misanthropic-Art. Es stellt uns selbst dar, wie wir im Wald mit einem Runenritual den Alptraumgänger beschwören. Viele der dargestellten Elemente sind auch Teil unserer Bühnenshow.

Time For Metal / Rene W.:
Old School Elemente mit feinen Black ’n‘ Roll Passagen gefüttert und einer leichten occulten Haltung fällt einem als Erstes bei euch ein. Würdet ihr dieses Stilkorsett so stehen lassen?

Schrat:
Diese Elemente treffen tatsächlich zu, umfassen aber nicht alles.

Time For Metal / Rene W.:
Im Gegensatz zu anderen Zweimannprojekten spielt ihr auch gerne Konzerte. Wer unterstützt euch als Sessionmusiker?

Schrat:
Unterstützt wurden wir bislang von einigen Freunden wie Grond, Nephesus und Vulgrim von Lost Life und Thorngoth, Krampn von Drudensang, Terrorin von Streams of Blood. Unsere aktuelle Live-Besetzung besteht aus Azag (Wolves Den), Nefastus (Idhafels, Lyfthrasyr, u.a.) und Tairach (Pestnebel).

Time For Metal / Rene W.:
Ich stelle mir die Phase vor einem Auftritt spannend vor. Wie schafft ihr es, genug Zeit zum Proben zu finden?

Schrat:
Das ist nicht ganz einfach, aber grundsätzlich nur eine Frage der Priorität und Organisation. Teilweise wohnen wir bis zu 3 Stunden voneinander weg, so dass einfach nicht sehr viele Proben möglich sind. Daher ist die Vorbereitung der eigenen Parts zu Hause essentiell, um bei den Proben nur auf das Zusammenspielen und Interpretieren zu konzentrieren. Vor einem Auftritt haben wir in der Regel 1-3 Proben zusammen.

Time For Metal / Rene W.:
In allen Metal Genres kommt es mittlerweile auf die Show an. Neben der eigentlichen Musik werden Pyro, Kostüme usw. aufgefahren. Seit ihr da eher Old School oder geht ihr mit dieser Tendenz?

Schrat:
Black Metal Old School!

Time For Metal / Rene W.:
Wo kann man euch in nächster Zeit auf der Bühne erleben?

Schrat:
Wie spielen dieses Jahr auf dem von Folter Records veranstalteten Under the Black Sun Festival und werden danach im September Touraktivitäten mit unseren Labelpartnern von Streams of Blood und Halphas beginnen. Auftritte in Erfurt und Rostock sind bereits bestätigt.

Time For Metal / Rene W.:
Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche euch für die Zukunft alles Gute. Das letzte Wort gehört ganz alleine euch und könnt ihr an eure Anhänger und unsere Leser wenden.
Schrat:
Gräberland ist durch euch inspiriert – Dekadentes Pack!

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