Die Kreatur – Panoptikum

Löst Die Kreatur ein musikalisches Erdbeben aus?

Artist: Die Kreatur

Herkunft: Hamburg, Braunschweig, Deutschland

Album: Panoptikum

Spiellänge: 67:55 Minuten

Genre: Dark Rock, Industrial, Neue Deutsche Härte, Gothik Rock

Release: 22.05.2020

Label: Napalm Records

Link: https://label.napalmrecords.com/die-kreatur

Bandmitglieder:

Gesang – Chris Harms
Gesang – Dero Goi

Tracklist:

  1. Die Kreatur
  2. Kälter Als Der Tod
  3. Unzertrennlich
  4. Durch Die Nacht
  5. Zwei 100%
  6. Schlafes Braut
  7. Untergang
  8. Mensch/Maschine
  9. Was Mir Am Wichtigsten Ist
  10. Benutz Mich
  11. Glück Auf!
  12. Gott Verdammt
  13. Goldener Reiter (Bonus Track)
  14. Die Kreatur (Faderhead Remix) (Bonus Track)
  15. Kälter Als Der Tod (Solar Fake Remix) (Bonus Track)

Was passiert, wenn sich Chris Harms, charismatischer Frontmann von Lord Of The Lost, und Dero Goi von Oomph! zusammentun? Es entsteht ein Projekt, das sich den Namen die Die Kreatur gegeben hat. Der, nach eigenen Worten, dunkle, unheilvolle Schmelztiegel musikalischer Kreativität, setzt sich dann musikalisch irgendwo im Spektrum der beiden Hauptbands Lord Of The Lost und Oomph! zusammen. Dazu kommt ein wenig Industrial, ein Happen Gothik und Neue Deutsche Härte, deutsche Texte, möglichst tief gesungen, mit Themen wie Tod, Blut, Gestalten der Nacht und Drogen. Über die beiden Protagonisten muss man nicht so viele Worte verlieren. Zum einen Chris “The Lord“ Harms, der ja immer umtriebig unterwegs ist. Dann Dero, der bei Oomp seit Beginn als Sänger und Drummer agiert und mit der Band außerordentlich erfolgreich ist. Da es keine weiteren Informationen zu Mitmusikern auf der Platte gibt, könnte ich mir vorstellen, dass aus beiden Bands gestandene Musiker unterstützten. Aber wer den Chris kennt, der weiß, dass der fast alles selber spielen kann. Mal sehen, wie sich das auf die 12 Tracks auswirkt. Zumindest für die Liveshows sind Namen bekannt geworden. So werden Pi und Class Grenayde von LOTL mit auf der Bühne stehen und von Oomph! wird Silvestri die Felle bearbeiten.

Können die beiden hier überzeugen? Zunächst geht es mit dem Titeltrack los. Der ist ja bereits als Single ausgekoppelt und bietet einen Vorgeschmack auf die restlichen elf Titel. Der zweite Song geht in eine ähnliche Richtung. Kälter Als Der Tod ist zwar nicht mehr ganz so schnell, eher in einem Midtempo gehalten, bietet dafür eine eingängige Melodie und einen guten Refrain, der sofort im Ohr bleibt. Die zusätzlichen Keyboardeinlagen geben dem Stück zusätzlich etwas Besonderes. Der Text hätte auch aus der Feder eines Till Lindemann sein können, der hier aber vielleicht noch direkter zur Sache gegangen wäre. Unzertrennlich beschreibt das Leben als Blutsbrüder. Musikalisch viel Dark Rock mit Gothik-Einflüssen wird die Interpretation von den Stimmen von Harms und Goi geprägt. Die folgenden Tracks bieten etwas poppigere Klänge wie bei Durch Die Nacht oder Neue Deutsche Härte wie in Zwei 100%, Untergang oder Gott Verdammt. Dazwischen gibt es auch mal Industrial Klänge, ein wenig an Depeche Mode erinnernd, wie in Mensch/Maschine deutlich zu hören ist.

Nicht alles kann überzeugen. Was Mir Am Wichtigsten Ist oder Glück Auf sind dann eher lau und packen mich nicht. Etwas anders ist Schlafes Braut. Hier hat sich wohl die Herkunft von Chris durchgesetzt. Die typischen seemännischen Klänge verleihen dem doch eher morbiden Text eine gewisse Leichtigkeit und das gefällt gut. Bei der mir vorliegenden Ausgabe gibt es noch drei Bonustracks. Der Goldene Reiter von Joachim Witt dürfte es hier schwer haben, auch nur annähernd so gut zu sein wie das Original. Das soll er wohl auch nicht, denn ansonsten hätte der Chris Harms das anders gemacht. Auch die Remixe von Die Kreatur und Kälter Als Der Tod hätte es nicht gebraucht, wobei der zweite Titel noch ganz ok ist.

Die Kreatur – Panoptikum
Fazit
Mein Fazit ist eher gespalten. Einige Sachen gefallen mir ausgesprochen gut, andere wiederum so gar nicht und viel ist so ok. Vielleicht bin ich zu sehr bei Chris Harms an den Stil von Lord Of The Lost gewöhnt. Mal schauen, wie Die Kreatur sich durchsetzen wird und wie sie sich live schlägt. Die Konzerte sind ja zunächst nur verschoben. Ich vermute aber mal, dass alle Fans von Oomph! und Lord Of The Lost hier zuschlagen werden. Somit bekommt Die Kreatur zumindest eine Chance. Ein musikalisches Erdbeben würde ich es insgesamt nicht nennen, aber seismische Unregelmäßigkeiten sind vorhanden und die bieten in Spitzen schon einige Erschütterungen.

Anspieltipps: Kälter Als Der Tod, Unzertrennlich, Schlafes Braut und Die Kreatur
Kay L.
7.7
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