Empty Throne – Glossolalia (EP)

Drei Vernichtungshymnen im melodischen Gewand

Artist: Empty Throne

Herkunft: USA

Album: Glossolalia (EP)

Spiellänge: 22:52 Minuten

Genre: Melodischer Death Metal / Black Metal

Release: 07.05.2021

Label: Wise Blood Records

Link: https://emptythroneofficial.bandcamp.com/releases

Bandmitglieder:

Gesang – C.R.Petit
Gitarre – Michael Pardi
Bassgitarre und Keyboards – Jason Ellsworth
Schlagzeug – Gabe Seeber

Tracklist:

  1. And All Shall Know His Name
  2. That Day Has Come
  3. My Flesh The Temptation

Man hat ja auch einen Bildungsauftrag, irgendwie, und so ist es immer wieder schön, wenn ich euch neue Bands vorstellen kann. Ich selber freue mich trotz des fortgeschrittenen Alters auch immer wieder, wenn ich neue Bands kennenlerne. Empty Throne stammen aus den Staaten, sind seit 2020 zusammen und hauen nun ihre erste EP auf den Markt. Es sind zwar nur drei Songs, allerdings hat die EP eine Spielzeit von fast 23 Minuten. Die Mitglieder sind auch keine Neulinge und konnten schon Erfahrungen in anderen Bands sammeln bzw. sind dort noch aktiv wie z.B. Angerot, Suffer oder Innerfury. Drummer Gabe ist eh viel unterwegs und hat schon live für Decreptid Birth, Abbath oder Abysmal Dawn gezockt. Gitarrist Mike war von 2013 bis 2016 für Possessed tätig. Da kann man auch ruhig mal Erwartungen haben.

And All Shall Know His Name geht auch gleich in die Vollen, hätte ich nicht gedacht. Die Mischung aus Death Metal, Black Metal und Melodic kommt hier gleich voll zum Tragen und überzeugt mich total, weil ich mich irgendwie auf eine atmosphärische oder symphonische Reise eingestellt habe. Davon sind die Burschen weit entfernt. Sie klingen sehr brutal und aggressiv. Zwar bauen sie auch kurze atmosphärische Elemente mit ein, aber diese ertönen mehr im Hintergrund. Gleich zu Beginn gibt es ein melodisches Lead, welches niedergeknüppelt wird. Dann geht es in einen melodischen Uftatapart, der sehr schnell vorgetragen wird. Das zieht man bis zum Ende des Liedes durch und geht dabei sehr abwechslungsreich, aber teilweise auch technisch vor. Ich liebe es, wenn langsame Parts von einer durchrasselnden Doublebass begleitet werden und danach ein Blast folgt. Geiler Song. Schockt. Ein Manko ist leider die Spielzeit von fast acht Minuten.

Mit einem kleinen Intro beginnt That Day Has Come. Nach knappen 30 Sekunden werden die ruhigen Klänge beendet und die Totenruhe gestört. Gleich wieder Vollgas, so mag ich das. Melodisches Riffing mit Blastbeatattacken versehen, danach in einen technischen Part und dann wieder Attacke. Ja, was ist denn hier los? Welchen Druck bauen die denn bitte auf? Selbst bei den mittelschnellen Parts gibt es Alarm ohne Ende und dann wieder Blastbeatgewitter. Ein groovender Part folgt und auch dieser wird abwechslungsreich gestaltet. Der Gesang wird teilweise gedoppelt. Geil. Und spielerisch sind die echt fett. Puh, kommt echt lecker. Man wird förmlich überrannt. Nach vier Minuten mal Tempo raus. Die Gitarren spielen nur an, die Doublebass läuft weiter. Break und ein Basssolo erfolgt. Break und wieder diese Attacke. Jaa! Weiter so. Aber es ist genauso wie beim Vorgänger. Der Song ist mir viel zu lang. Spätestens nach fünf Minuten bin ich fertig. Am Ende erfolgt aber noch ein fetter atmosphärischer Part mit choralem Gesang. Kommt gut.

My Flesh The Temptation ist auch schon das letzte Stück und spätestens nach 30 Sekunden weiß ich, dass ich mir diese EP zulegen werde. Langsam, mit screamenden Vocals, die dann durch Growls ersetzt werden, legt man los. Schnelles Riff, sehr melodisch und ab in den Blastbeat. Ja, so mag ich es. Das Level wird hochgehalten und dabei immer wieder melodische Momente erzeugt, die einfach nur geil sind. Die Gitarren flirren von recht nach links und im Hintergrund agiert ein schneller Uftata-Drum-Part. Mein lieber Herr Gesangsverein. Tempo kurz raus. Kleine Verschnaufpause und dann wieder totale Attacke. Derbe Mischung aus Black, Death und Thrash Metal. Nach knappen drei Minuten arbeitet man mit Flüstergesang und Midtempoaction. Die Doublebass dreht wieder durch und so geht es immer weiter und weiter. Fett ohne Ende. Sehr viele Parts und Riffs werden verbraten. Das Solo ist auch einfach nur geil und der Drummer knüppelt sich durch das ganze Universum. Und dann immer noch der doppelte Gesang und die fette Produktion. Hammer. Aber ihr könnt euch vorstellen, was jetzt kommt. Genau, auch der Song ist mir zu lang.

Im Grunde gibt es nichts zu meckern, mal abgesehen von der Spiellänge. Diese EP ist bestellt. Für Fans von At The Gates, God Dethroned und alten Dark Tranquility!

Empty Throne – Glossolalia (EP)
Fazit
Es gibt sie noch, diese Überraschungen. Empty Throne gehören definitiv dazu. Die Amis zocken schnellen, melodischen Death Metal, bauen immer wieder Black Metal und Thrash Metal Zitate mit ein und können spielerisch absolut überzeugen. Zwar sind meines Erachtens die Songs zu lang und vielleicht ein wenig überladen, aber das ist ja Ansichtssache. Mit gutem Gewissen kann ich hier eine Kaufempfehlung aussprechen und ich freue mich auf ein Full Length.

Anspieltipp: My Flesh The Temptation
Michael E.
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9.1
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