Hypnosia – Extreme Hatred

Remasterte Thrash Metal Attacken aus Schweden

Artist: Hypnosia

Herkunft: Schweden

Album: Extreme Hatred

Spiellänge: 34:49 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 18.06.2021

Label: Petrichor

Link: https://www.facebook.com/hammerheartpetrichor/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Mikael Castervall
Gitarre – Hampus Klang
Bassgitarre – Leyy Blade
Schlagzeug – Michael „Mike“ Sjöstrand

Tracklist:

  1. Extreme Hatred
  2. Circle Of The Flesh
  3. The Last Remains
  4. Operation Clean-Sweep
  5. Comatose
  6. Act Of Lunacy
  7. Gates Of Cirith Ungol
  8. Hang ‚Em High
  9. Traumatic Suffering

Es gibt sie, diese Bands, die auf einmal da waren, richtig cool waren und dann wieder von der Bildfläche verschwanden. So eine Band ist auch Hypnosia. 1995 gegründet, haute man gleich in den Jahren 1996 und 1997 zwei Demos raus. 1999 kam die gute EP Violent Intensity heraus und im Jahre 2000 kam dann endlich das Debüt. Zu der Zeit waren die Musiker noch in anderen Bands wie z.B. Nominon oder Birdflesh aktiv. Zwei Mitglieder gründeten im Jahre 2001 Bullet und 2002 war mit Hypnosia Schluss. Leider verlor Drummer Michael „Mike“ Sjöstrand im Jahre 2004 den Kampf gegen den Hautkrebs.

Hypnosia geben von der ersten Sekunde an Vollgas. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass es sich um eine schwedische Kapelle handelt. 1995 in Schweden eine Thrash Metal Band zu gründen, war nicht gerade üblich. Überall hörte man den HM2-Sound. Old School Death Metal und der melodische Death Metal war total angesagt und einige Black Metal Bands trieben ihr Unwesen, aber Thrash Metal? Dieses hat man anderen Nationen wie der USA oder Deutschland überlassen.

Die Amerikaner von Morbid Saint muss man als Einflussgeber nennen, ganz klar, aber überwiegend die Teutonen von Kreator.

Die Burschen haben bis zu ihrer Gründung die Alben Endless Pain, Pleasure To Kill, Terrible Certainty, Extreme Aggression und Coma Of Souls anscheinend rauf und runter gehört. Sagen wir mal so, Kreator haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Klingt jetzt so, als ob die Burschen eine reine Kopie der Teutonenthrasher gewesen wären, aber das war nicht der Fall. Klar, haben die Burschen die Intensität und die Art des Songwritings adaptiert, aber sie wussten genau, was sie wollen und wie man dieses erreichen kann. Wollen und Können gehen nicht immer Hand in Hand, aber bei Hypnosia passt das Ganze. Hier wird man in die Achtziger versetzt, selbst das Cover lässt Rückschlüsse zu.

Nehmen wir mal den Opener und Titeltrack Extreme Hatred. Wilde Gitarrenanschläge, gepaart mit den Vocals. Diese sind sehr aggressiv und klingen nach dem kleinen Bruder von Mille. Kommt sehr geil und man weiß schon, dass hier gleich ein Thrashgewitter auf einen zukommt und genauso ist es natürlich auch. Sehr präzise zerstört man nach knappen 30 Sekunden die Membranen. Gitarre vorweg, Schrei und Attacke. Die Finger flitzen über die Gitarren. Wieder spielen die Gitarren langsam und der Gesang geht weiter. Hinzu gibt es nur einzelne Drumschläge zu hören. Danach wieder totales Thrashgeballer. Das Tempo wird immer mal wieder rausgenommen. Kurzes Break und wieder Angriff. Der Sänger screamt alles kurz und klein. Sehr geil. Dann holt man ein Break heraus, zaubert ein thrashigen, typischen Kreator Groove hervor, lässt ein kurzes Solo auf die Menschheit nieder und mit einem druckvollen Thrashpart geht es dann weiter. Am Ende noch einmal Vollgas und dann noch die Gitarren mit begleitendem Gesang. Sehr lecker. Echt ein Fest für meine Ohren.

Und man braucht gar nicht großartig weiter auf einzelne Songs eingehen, denn die Herangehensweise ähnelt sich sehr. Die Art des Materials ist gleichgelagert und damit habe ich null Probleme, denn das Album rutscht in einem durch. Ja, das kann man so machen. Schade, dass es von der Band nichts Weiteres zu hören gab.

Das Überschalltempo und das Riffing klingen einfach nur stark. Fehlende Innovation könnte man ihnen vielleicht vorwerfen, aber dieses machen sie mit ihrer Spielfreude locker wieder wett.

Man hört hier und da auch andere Einflüsse heraus, wenn auch nur am Rande.

Das Instrumentalstück Gates Of Cirith Ungol klingt sehr dramaturgisch und erinnert ein wenig an The Call Of Ktulu von Metallica.

Das Riff bzw. das Gitarrensolo bei Operation Clean-Sweep. Da kommen einem sofort Slayer in den Sinn. Das hätte auch aus der Feder eines gewissen Herrn King stammen können.

Wer auf schnelle und scharfe Riffs steht, blitzschnelles Drumming mag und auf einen kreischenden Wahnsinnigen abfährt, ja, dem möge man zurufen: „Kauf dieses Teil!„.

Neun schnörkellose, gnadenlose Thrashbretter, die ein Kind der Achtziger und solche, die heute so fühlen, sehr viel Freude bereitet. Die Soli werden knapp und kurz gehalten und immer wieder dieser Kreator-Groove.

Was ich wirklich schade finde, ist, dass damals auf der Vinyl-Version eine Coverversion von Possessed (My Belief) vertreten war. Diesen Song hätte man gerne noch auf diese Wiederveröffentlichung packen können. Egal, das Teil ist auch so sehr geil. Und es wird eine Vinyl-Version geben.

Hypnosia – Extreme Hatred
Fazit
Die Schweden spielen altmodischen Thrash Metal wie aus dem Lehrbuch. Willkommen in den Achtzigern und Neunzigern. Für Kreator-Fans ein Muss, absolut. Fehlende Originalität machen sie mit Spielwitz und Energie wieder wett. Gnadenlos. Sehr geile Wiederveröffentlichung!

Anspieltipps: Extrem Hatred und Act Of Lunacy
Michael E.
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