Ignea – The Realms Of Fire And Death

Die Ukraine hat mehr Metal zu bieten als nur Jinjer

Artist: Ignea

Herkunft: Kiew, Ukraine

Album: The Realms Of Fire And Death

Genre: Progressive Metal, Symphonic Metal

Spiellänge: 41:50 Minuten

Release: 17.04.2020 digital / 03.07.2020 physische Tonträger

Label: Kadabra Mu (Nonstop Music Records)

Link: https://ignea.band/

Bandmitglieder:

Gesang, Growls – Helle Bogdanova
Keyboards – Evgeny Zhytnyuk
Bass – Xander Kamyshin
Gitarre – Dmitriy Vinnichenko
Schlagzeug – Ivan Kholmogorov

Tracklist:

1. Queen Dies
2. Чорне Полум’я (Chorne Polumia)
3. Out Of My Head
4. Í Tokuni (Eivør Cover)
5. Too Late To Be Born
6. What For
7. Gods Of Fire
8. Jinnslammer
9. Disenchantment
10. Black Flame (Bonus)

Die seit 2015 bestehende Band Ignea aus der Ukraine zeichnet sich mit einer tollen Mischung aus Symphonic und Progressive Metal aus. Ignea betten auch orientalische Folkloreanteile in ihren Sound ein. The Realm Of Fire And Death ist nach dem 2017er Debütalbum The Sign Of Faith das zweite Album des Quintetts aus Kiew, wenn man einmal davon absieht, dass das Debütalbum 2018 als Instrumental Album noch einmal veröffentlicht wurde.

The Realms Of Fire And Death ist bereits am 17.04.2020 digital erschienen, Anfang dieses Monats erschien es auch physisch als Digipack CD und als schwarzes (150 Stück) und goldenes Vinyl (100 Stück / bereits ausverkauft) und ist über den Bandshop der Band erhältlich.

Bei Realms Of Fire And Death handelt es sich um ein Konzeptalbum der Band mit Geschichten, Metaphern und Symbolen und wird von einem Buch mit Kurzgeschichten begleitet, das die Texte jedes Songs enthält. Es ist in drei Hauptteile unterteilt, die jeweils aus drei Liedern bestehen. Die Lieder jedes Teils beschreiben eine bestimmte Geschichte und bringen die Themen Feuer und Tod aus verschiedenen Perspektiven. Das Buch ist ebenfalls über die Bandseite erhältlich.

Live sehen konnte ich die Band bereits auf der Female Voices Tour 2018 gemeinsam mit den Butcher Babies, Kobra And The Lotus, Skarlett Riot und Martyrium im Oktober 2018 im Kubana, Siegburg.

Da ich die Band um Frontfrau Helle Bogdanova bereits live gesehen habe, weiß ich, dass diese recht zierlich von Körperstatur, dafür jedoch mit großer Stimme begnadet ist. Stimmlich agiert Helle Bogdanova auf The Realms Of Fire And Death zwischen reinstem Quellwasser (Clear Vocals) und geräucherten Tiroler Schinken (Growls).

Musikalisch gehen Ignea den eingeschlagenen Weg weiter, in dem sie ihren Progressive Metal mit symphonischen Klängen anreichern. Diese kommen natürlich von den Keyboards von Evgeny Zhytnyuk. Hier und dort sind zudem folkloristische Elemente zu vernehmen. Zugegebenermaßen ein etwas eigenartiger Mix, der allerdings jedoch recht eigenständig wirkt.

So eröffnet der Opener Queen Dies mit einer orientalisch folkloristischen Melodieführung das Album. Man könnte sich auch eine Karawane im Wüstensand vorstellen. Lieblicher Gesang von Helle Bogdanova setzt ein, um sich dann kurze Zeit später in ein wütendes Grunzen zu verändern. Dieses wechselt sich jedoch immer wieder ab und die Instrumentalisierung wird zunehmend voller.

Mit etwas mehr Wucht geht es mit dem in der Landessprache gesungenen Чорне Полум’я (übersetzt: Schwarze Flamme) weiter. Auch hier wieder der starke Wechsel zwischen Clean und Harsh Voices. Ein Keyboardteppich, der an einem vorbeifliegt.

Ein wenig Djent/Nu Metal Klänge servieren Ignea uns mit Out Of My Head. Leichte Anklänge gibt es hier wohl zu Jinjer, wenn die Keyboards denn da nicht wären. Ein sehr belebender Song ist Out Of My Head auf jeden Fall.

Mit Í Tokuni, welches im Original ein Folksong von Eivør Pálsdóttir, einer Sängerin von den Färöer-Inseln ist, erhält hier einen leichten metallischen Anstrich, ohne den Folkhintergrund ganz zu vernachlässigen.

Too Late To Be Born macht einen kurzen Ausflug in schwarz angehauchte Death Metal Gefilde, bevor man locker, flockig leicht und poppig mit What For in (seichte) Folkgründe zurückkommt. Das könnte auch gut in eine Radiosendung passen und dort für Furore sorgen, da hier ganz auf Growls verzichtet wird und die Hörer nicht erschreckt werden.

Wie vielseitig die Band ist, zeigt, dass die mit leichten Melodic Death Metal Anklängen anschließend bei Gods Of Fire weitermacht. Wieder einmal wechselt Helle Bogdanova zwischen Clean und Growls. Ein  Keyboardsolo lockert den Song etwas auf, danach dürfen sich die Gitarren regelrecht ausheulen.

Nachdem es mit dem symphonisch angehauchten Jinnslammer progressiv weitergeht, endet das Album mit Disenchantment ähnlich, wie es angefangen hat, mit folkloristischer Melodieführung.

Der Bonussong der Albumversion mit dem Titel Black Flame ist die englischsprachige Version des zweiten Songs (Schwarze Flamme). Wieso man diesen Song in zwei Versionen aufgenommen hat, verschließt sich meiner Kenntnis.

Ignea – The Realms Of Fire And Death
Fazit
Ignea aus der Ukraine legen mit The Realms Of Fire And Death einen starken Nachfolger ihres Erstlings The Sign Of Faith vor. Das Quintett versteht es, geschickt Progressive Metal mit symphonischen und folkloristischen Elementen zu verweben. Zudem bedienen sie sich noch weiterer metallischer Elemente. Wer Progressive Metal mit solchen Akzenten mag, wird hier voll bedient. Auch live sind Ignea eine tolle Nummer und zeigen, dass Ukraine Metal nicht nur auf Jinjer reduziert werden sollte.

Anspieltipps: Out Of My Head, What For und Gods Of Fire
Juergen S.
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