„Klischeehafter Abklatsch von Glam Rock der 80er-Jahre“

Artist: John Diva & The Rockets Of Love

Herkunft: USA

Album: Mama Said Rock Is Dead

Spiellänge: 47:20 Minuten

Genre: Hard Rock, Glam Rock

Release: 08.02.2019

Label: Steamhammer / SPV

Link: https://johndiva.com/

Produktion: Michael Voss (Mad Max, Michael Schenker, Tony Carey, u.a.) in den Gizmo 7 Studios (Malaga), in den Principal Studios und im Kidroom Studio (Münster), Creative Supervisor: Chris von Rohr (Krokus,Gotthard)

Bandmitglieder:

Gesang – John Diva
Gitarren – Snake Rocket
Gitarren – J.J. Love
Bassgitarre – Remmie Martin
Schlagzeug – Lee Stingray jr.

Tracklist:

1. Whiplash
2. Lolita
3. Rock N‘ Roll Heaven
4. Wild Life
5. Blinded
6. Dance Dirty
7. Just A Night Away
8. Fire Eyes
9. Get It On
10. Long Legs
11. Toxic
12. Rocket Of Love

Steel Panther haben es vorgemacht, dass man auch heutzutage mit Musik des Typs Glam Rock und 80er-Jahre US-Hard Rock Erfolg haben kann. Warum auch nicht? Denn bei aller parodistischen Überzeichnung zocken Steel Panther schließlich Musik, die Spaß macht und in den 80ern ein Millionenpublikum hatte. John Diva & The Rockets Of Love haben musikalisch viel mit Steel Panther gemein. Jedoch fehlt das fette Augenzwinkern. Diese Amis scheinen ihren Auftritt, ihr Wirken als Glam Rocker offensichtlich erst zu meinen. Und das mutet anno 2019 irgendwie etwas seltsam an. So wirken die Texte, der Name der Gruppe und die der Musiker, aber auch die Songtitel und die Optik (man sehe sich das Video zum Song Lolita an) leider eher peinlich als lustig. Aber das ist wohl persönliche Einstellungssache.

Die Songs sind alle durch die Bank ordentliche Stadion-Rocker von annehmbarer Qualität. Man höre sich als Beispiel Long Legs an. Das kann man sich durchaus mal beim Autofahren reinziehen oder als Hintergrundbeschallung bei einer Party. Das typische Ami-Feeling kommt hübsch wie ein alter Cadillac-Straßenkreuzer rüber (exemplarisch dafür der Feelgood-Rocker Rocket Of Love). Natürlich gibt es mit Just A Night Away, auch die obligatorische Ballade. Das Problem bei alldem ist allerdings: Es gibt viele Alben aus den 80er-Jahren von Bon Jovi, Mötley Crue, Van Halen oder Whitesnake, die ähnlich klingen, dabei aber deutlich stärker sind. Den Songs von John Diva & The Rockets Of Love fehlt das ganz Entscheidende für derlei Stadion-Hard-Rock: Refrains oder Strophen, die nicht vorbeiplätschern, sondern richtig zünden.

John Diva & The Rockets Of Love – Mama Said Rock Is Dead
Fazit: John Diva & The Rockets Of Love sind mit dieser Leistung leider ziemlich überflüssig. An die Alben von den Granden des US-Hard Rocks und Glam Rocks wie Bon Jovi oder Mötley Crue kommt diese Bande nicht heran. Um Längen nicht. Das ist zwar alles handwerklich top, die Produktion so, wie man es sich wünscht, aber letztlich ist alles ganz nett anzuhören, nur ohne Aha-Erlebnis. Man ist sehr oft kurz davor, zumindest mit dem Fuß mitzuwippen, tut es dann aber doch nicht - weil das eben nicht so richtig rockt. Das wirkt alles zu glatt, zu sauber und zu gewollt. Vielleicht funktionieren die Songs live besser, wenn sie dann mit mehr Rotz, Unsauberkeit und Druck gespielt werden (die Amis sind bald auf Tour in Deutschland mit Kissin' Dynamite). Zusammen mit dem äußeren stereotypen Auftreten (Cover, Bandfotos, Name der Band und der Musiker, Video) wirken John Diva & The Rockets Of Love wie ein lauwarmer und – weil kein Augenzwinkern zu erkennen ist – zudem peinlicher Abklatsch, der wohl nur bei ganz großen Fans des Genres mit hohem Toleranzvermögen einigermaßen Anklang finden dürfte.

Anspieltipps: Lolita, Long Legs, Rocket Of Love
Tobias K.6
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