Kadinja – Super 90′

“Der Drops Djent ist noch nicht gelutscht“

Artist: Kadinja

Herkunft: Paris, Frankreich

Album: Super 90′

Spiellänge: 49:46 Minuten

Genre: Progressive Metal, Djent

Release: 18.01.2019

Label: Nuclear Blast / Arising Empire

Link: https://www.facebook.com/KADINJA/

Bandmitglieder:

Gesang – Philippe Charny Dewandre
Gitarre – Pierre Danel
Gitarre – Quentin Godet
Bassgitarre – Steve Tréguier
Schlagzeug – Morgan Berthet

Tracklist:

  1. Empire
  2. From The Inside
  3. The Modern Rage
  4. Icon
  5. The Right Escape
  6. Véronique
  7. Episteme – Acoustic
  8. Strive
  9. Muted Rain
  10. House Of Cards
  11. Avec Tout Mon Amour

 

Wie ich irgendwann mal auf Kadinja gestoßen bin, weiss ich gar nicht mehr. Es muss wohl eine der diversen playlisten auf spotify gewesen sein, da gibt es mehrere, wo die fünf Franzosen bestens reinpassen. Gegründet wurde die Band im Jahr 2013, bislang haben sie eine EP und ihr Debütalbum Ascendancy in der Discographie stehen. Auf ihrer Facebook-Seite schreiben sie als Genre einfach nur „Progressive Metal“, damit wecken sie zunächst mal keine großen Erwartungen, überraschen dann aber umso mehr. Am 18.01. erschien über Nuclear Blast / Arising Empire das Album Super 90′, das mich nach den knapp 50 Minuten atemlos in die folgende Stille entlässt. Himmelhilf, was war das denn?!?!

Der Sturm auf das Empire ist ein wüstes Spektakel, dass mich immer wieder an die ganz großen Bands des Genres denken lässt, wie es Periphery, Animals As Leaders oder Monuments ja nach wie vor sind. Danach nehmen Kadinja aber den Fuß vom Gaspedal und lassen es gemächlicher angehen. Neben den ganzen technischen Finessen, mit denen sowohl die Saitenfraktion als auch Morgan an den Drums überzeugen können, vergessen Kadinja die Melodien nicht. Die schlängeln sich wie der große und breite Amazonas ruhig durch die Songs. Aber genau wie der Amazonas seine vielen Nebenflüsse und Abzweigungen hat, brechen auch Kadinja immer wieder aus dem Melodielauf aus, das ist streckenweise Polyrhythmik, wie sie im Lehrbuch steht. Das würde sicherlich auch instrumental sehr gut funktionieren, mit Philippe haben Kadinja aber einen Sänger, der den Hörer mit seinem Klargesang durch die ruhigen Passagen genau so sicher trägt, wie in den vollkommen abgedrehten richtig geile Shouts rauszuhauen weiß.

Wie erwartet, wird mir nicht eine Sekunde langweilig, und trotzdem wissen Kadinja noch zu überraschen. Das gelingt ihnen mit der wunderbaren akustischen (!!!) Ballade Episteme, die wirklich reduziert auf Gesang und Gitarren daherkommt, und bei der Philippe noch einmal besonders beweisen kann, welch‘ toller Sänger er ist. Hier sorgt er mit seinem wunderbar intensiven Gesang für eine extradicke Gänsehaut!

Wirklich überraschen können Kadinja mit dem letzten Track Avec Tout Mon Amour dann zwar nicht mehr, aber hier beweisen sie, was ich weiter oben geschrieben habe: es funktioniert auch instrumental (ok, einen kleinen Chor gibt es, und zwei wunderbare Gitarrensoli). Noch einmal ist heftiges Kopfnicken angesagt, und dann ist da plötzlich nur noch die besagte Stille.

Zum Track Empire gibt es ein sehr geiles Video, zieht es Euch rein!

Fazit: Bei manchen Djent-Bands bin ich mittlerweile ausgestiegen, weil sie es meiner Meinung nach immer mehr an Kreativität mangeln lassen. Das ist natürlich subjektiv und meine persönliche Ansicht. Kadinja zeigen jedenfalls, dass der Drops Djent noch lange nicht gelutscht sein muss und man noch frischen Wind in die Szene bringen kann. Da sind die Franzosen anscheinend sehr gut drin, Novelists haben es ja auch schon getan.

Anspieltipps: Empire, Véronique, Episteme und Strive
Heike L.
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