Kambrium – Dawn Of The Five Suns

Finden ihre Bestätigung in Dawn Of The Five Suns

Artist: Kambrium

Herkunft: Helmstedt, Deutschland

Album: Dawn Of The Five Suns

Spiellänge: 60:20 Minuten

Genre: Epic Death Metal

Release: 09.11.2018

Label: NoiseArt Records

Link: https://www.facebook.com/Kambrium/

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Karsten Simon
Gitarre, Gesang – Maximilian Werner
Bassgitarre, Gesang – Martin Simon
Keyboard – Jan Hein
Schlagzeug – Fabien Chmiel

Tracklist:

  1. Forest Hunt
  2. Dawn Of The Five Suns
  3. Against All Gods
  4. Cabrakan, God Of Mountains
  5. Everlasting Resistance
  6. Ghost Shaman
  7. Tribe Of Darkness
  8. Nocturnal Woods
  9. Sacrifices Must Be Made
  10. Blood Soaked Goddess
  11. Lord Of Mictlan

Vor vier Monaten haben Kambrium aus meiner niedersächsischen Heimat ihren Nachfolger vom Überflieger The Elders‘ Realm präsentiert. Auf Dawn Of The Five Suns war ich schon Wochen vor Release heiß, nur die liebe Zeit hat es nicht möglich gemacht, früher auf das Studioalbum zu blicken. Das soll sich schnell als ein Fehler herausstellen, denn die fünf Musiker konnten an der ansprechenden Leistung anknüpfen und haben über NoiseArt Records ein nächstes Zeichen in Sachen Epic Melodic Death Metal gesetzt. Man darf sie ganz sicher noch als Newcomer bezeichnen, genauso unverbraucht und wild geht es in die Schlacht mit dem Unterschied, dass die gesammelte Erfahrung mit ins Zahnrad des Songwritings greift. In elf Stücken führt die Reise in einer Stunde durch dichte Wälder, in dem der Lord Of Mictlan haust und Cabrakan, God Of Mountains sein Unwesen treibt.

Forest Hunt ist ein ganz typisches Intro, wenn man an epischen Metal denkt. Hier wird versucht gleich eine Dramatik an den Tag zu legen, die den Hörer fesseln soll, um diese Grundstimmung mit in die ersten eigentlichen Songs zu nehmen. Das gelingt Kambrium mit Dawn Of The Five Suns, dem Titeltrack sehr gut. Die harten Growls greifen gleich zittrig wie im Wahn nach der Hand und wollen diese auch mit dem Clean Refrain nicht wieder loslassen. Was machen die Deutschen anders als andere Gruppen des Genres? Im Prinzip gar nicht mal so viel. Mit einer guten Leistung dringt man aber in das obere Drittel und beißt sich wie ein mit Tollwut befallener Wolf in das flüchtende Damwild. Jan Hein an den Tasten setzt immer wieder belebende Akzente, während die Gitarren von Karsten Simon und Maximilian Werner das nur noch nutzen müssen.

Das Kollektiv liegt auf der Hand: Wer 2019 noch erfolgreich agieren will, darf keine Schwachstellen aufweisen und da haben Kambrium ihre Hausaufgaben gemacht. Wie schon bei The Elders‘ Realm gibt es keinen Leistungsabfall bei den einzelnen Gesangsfarben. Das Songwriting ist wild, nicht überladen und mit Höhepunkten versehen. Die Werke haben ein Konzept, bleiben im Einzelnen aber nicht in einem engen Käfig sitzen, sondern haben Platz zur Entfaltung. Dadurch verfliegt die Stunde unglaublich schnell, ohne Dawn Of The Five Suns überdrüssig zu werden. Schade ist wohl die Tatsache, dass sie unter der falschen Flagge segeln. Währen sie Skandinavier, wären sie schon viel mehr Leuten ein Begriff. Eine heidnische Epic Metal Band aus Deutschland? Genau, viele gibt es nicht – am prägendsten dürften da noch Equilibrium sein, denen sie in nichts nachstehen. Einziger, wenn auch nicht unwichtiger Unterschied, es fehlen die großen Hits. Das Album ist stark, hat aber keine ein zwei Aushängeschilder, die man auch für Werbezecke besonders hervorheben kann. Die chorähnlichen Gesänge von Against All Gods zum Beispiel muss man erst mal in der Form auf eine Scheibe bekommen, was fehlt, ist ein penetranter Refrain, der im Hirn bleibt, auch wenn man nicht will. Auf der anderen Seite wird auf Plan reiten und totspielen verzichtet. Die Anmerkungen, das möchte ich gleich klarstellen, sollen keinen Schatten auf die Leistung legen.

Fazit
The Elders' Realm zu erschaffen ist eins - ein solches Werk zu bestätigen was anderes und das gelingt mit Dawn Of The Five Suns ohne Abstriche. Kambrium haben ihren Weg gefunden und sollten davon auf keinen Fall mehr abkommen, denn der Erfolg sollte spätestens jetzt kommen. Hut ab, bei mir wird das Album diesen Sommer leider verspätet, aber dafür umso intensiver im Player laufen!

Anspieltipps: Dawn Of The Five Suns und Nocturnal Woods
René W.8.8
Leser Bewertung1 Bewertung9.5
8.8
Punkte

Kommentare

Kommentare

Weitere Beiträge
Reinforcer – The Wanderer (EP)