Lacrimas Profundere – Bleeding The Stars

Auch als Trio eine überzeugende Leistung

Artist: Lacrimas Profundere

Herkunft: Waging am See, Deutschland

Album: Bleeding The Sky

Spiellänge: 39:14 Minuten

Genre: Dark Rock, Gothik Rock

Release: 26.07.2019

Label: Steamhammer/SPV

Link: www.lacrimas.com

Bandmitglieder:

Gitarre – Oliver Nikolas Schmid
Gesang – Julian Larre
Schlagzeug – Dominik Scholz

Tracklist:

  1. I Knew And Will Forever Know
  2. Celestite Woman
  3. The Kingdom Solicitude
  4. Mother OF Doom
  5. Father Of Fate
  6. Like Screams In Empty Halls
  7. The Reaper
  8. After All Those Infinities
  9. A Sip Of Multiverse
  10. A Sleeping Throne


Lacrimas Profundere stellen mit Bleeding The Stars ein neues Album in die Regale. Nach Hope Is Here hat sich personell mal wieder einiges getan, und bedingt durch den Ausstieg von Sänger Roberto Vitacca ist nun der neue, recht unbekannte Sänger Julian Larre aus Finnland am Mikro. Der macht einen guten Job und hat mit Lacrimas Profundere bereits einige gute Konzerte absolviert. Beim ROCKHARZ 2019 ist er durch seine impulsive Art und Weise positiv aufgefallen und gibt der Band viele Möglichkeiten. Auch ist an den Drums Dominik Scholz, nach seinem Ausstieg 2013, wieder mit an Bord. Zunächst sind also Lacrimas Profundere auf ein Trio geschrumpft. Und somit hat die Band bereits mehr als 20 Musiker ausgetauscht. Ob das „Gesundschrumpfen“ erfolgreich wird, bleibt abzuwarten. Für das Album selbst ist die Konstellation eine glückliche. Was erwartet uns nun?

Beim ersten Durchhören tue ich mich noch etwas schwer. Der Opener I Knew And Will Forever Know ist sehr getragen und erinnert irgendwie an Him. Julians Stimme ist recht tief und verleiht dem Track eine fast schon sakrale Stimmung. Instrumental ist eine gleichbleibende Soundkulisse hintergelegt, die ohne spektakuläre Höhepunkte glänzt. Bereits mit Celestite Woman wird das anders. Schneller, poppiger, mit einer guten Melodie ausgestattet, kommt der Song daher. Das schmeichelt den Ohren und hier zeigt sich, dass Julian sich gut in das Bandgefüge einordnet. Auch The Kingdom Solicitude überzeugt musikalisch. Coole Growls bereichern das Stück und wieder gefällt die zugegebenermaßen leicht poppigere Melodie. Da haben sich die Brüder Schmid einen guten Song ausgedacht. Bisher ist auch an der modernen Produktion nichts auszusetzen. Gut in Szene gesetzt überzeugen die Instrumente und der Gesang ist gut abgemischt.

Mit Mother Of Doom und Father Of Fate wird das musikalische Schaffen fortgesetzt. Gerade bei Ersterem könnte man an eine doomigere Seite glauben. Das leicht schwermütige Stück kann als Versuch gewertet werden, in diese Richtung zu gehen. Es ist trotzdem ein schöner Track, der auch mit leichten Pianoeinlagen aufwartet. Selbst wenn man einen Song tiefer singt und mit einer dunklen Prise würzt, wird es nicht gleich zu einem Doom-Track. Bei Father Of Fate könnte man fast ein wenig Chris Harms raushören. Hat der da ggf. mitgemischt, zumindest in der Produktion? Jetzt kommt mit Like Screams In Empty Halls mein absoluter Fave auf der Scheibe. Das geht in die richtige Richtung. Etwas mehr Doom, etwas Getragenheit, etwas Leiden, dazu eine gute Melodie, die sich im Hintergrund direkt ins Hirn windet. Das ist vollkommen nach meinem Gusto. Dazu die Gitarre, die fast schon in Primordial Manier eingesetzt wird. Auch Julian ist hier megageil.

Schade, dass das nicht so weitergeht. Da hätte es von mir 12 von 10 Punkten gegeben. The Reaper fällt da eher wieder etwas ab, obwohl der Song nicht schlecht ist. Genau wie bei After All Those Infinites ist ab und an ein Vergleich mit Ville Valo nicht von der Hand zu weisen. Es wird nicht abgekupfert, sonder man wird nur irgendwie daran erinnert. Auch ist eine gewisse Ähnlichkeit zu Christopher Schmid, dem ersten Sänger und Bruder von Oliver, zu bemerken. Schön ist an dieser Stelle, der zum Glück nicht übermäßige Einsatz von Tasteninstrumenten. Das wird ja gern von anderen Bands des Genres überstrapaziert. Hier passt es. A Sip Of Multiverse beinhaltet mal eines der eher selteneren Gitarrensoli auf der Scheibe. Ansonsten wird auch hier mit einer getrageneren Melodie und Weltschmerz gespielt. Das letzte Stück A Sleeping Throne geht wieder in eine etwas schwermütige Richtung. Nach leider nur knapp 40 Minuten endet Bleeding The Stars.

Die Scheibe ist in unterschiedlichen Versionen erschienen. Hervorzuheben sei die limitierte Fan-Box, in der sich dann auch ein Stück des originalen, alten Bühnenbanners und eine Bonus-CD befinden. Natürlich wird auch der Vinyl-Fan bedient und selbstverständlich gibt es auch eine Digi-Version der CD. Auch setze ich mal meinen Lieblingssong als Video mit ein.

Lacrimas Profundere – Bleeding The Stars
Fazit
Der erste Durchlauf machte es mir zunächst nicht so ganz leicht. Erst bei mehrmaligem Hören erschließt sich einem die gesamte Palette an unterschiedlichen Richtungen. Mal Goth rockig, mal leicht in Doom Richtung abschweifend und auch mal etwas poppiger zur Sache gehend, gefällt Bleeding The Stars insgesamt gut. Vielleicht nicht ganz so enthusiastisch, wie Deutschland größtes Printmagazin, gebe ich der Platte gute Chancen, sich am Markt durchzusetzen. Der Einstieg in die Charts beweist das Potenzial. Somit ist Bleeding The Stars mehr als nur eine solide Leistung, die aber wegen einiger Schwächen nicht die Höchstpunktzahl erreicht.

Anspieltipps: The Kingdom Solicitude, Mother Of Doom und Like Screems In Empty Halls
Kay L.
8.8
Leser Bewertung1 Bewertung
10
Pro
Contra
8.8
Punkte
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