Windhand – Support Godsground, am 02.08.2019 im Das Bett in Frankfurt am Main

Kult-Doomer Windhand in einem exklusiven Clubkonzert

Headliner: Windhand

Vorband: Godsground

Ort: Das Bett, Schmidtstr.12, 60326 Frankfurt a.M.

Datum: 02.08.2019

Kosten: 19,10 € VK, 22 € AK

Genre: Doom Metal, Stoner Rock

Besucher: 200

Veranstalter: Das Bett

Link: https://bett-club.de/event/windhand/

Setlisten

Godsground

1. Khanine
2. Hunted Man
3. Black Roses
4. Bottle And Coin
5. Letter Full Of Wine

Windhand

1. Old Evil
2. Diablerie
3. First To Die
4. Forest Clouds
5. Grey Garden
6. Orchard
7. Feather
8. Red Cloud
9. Cassock
10. Winter Sun

Die Doom Metal Band Windhand aus Richmond/Virginia gibt heute eine exklusive Club Show im Frankfurter Club Das Bett! Das kann ich mir nicht entgehen lassen.

Pünktlich beginnen die heutigen Supporter Godsground. Die Münchener Stoner Rocker Godsground können von der ersten Minute an beeindrucken. Von dem Quartett sind zunächst nur drei Mann auf der Bühne. Zu Beginn gibt es nur instrumentale Mucke. Sehr dynamisch und kompromisslos. Das gefällt mir schon richtig gut. Es fehlt mir da jetzt auch nicht unbedingt ein Sänger.

 

Der ist dann beim Song Hunted Man dabei. Dabei wird es dann noch einmal dynamischer. Wenn der dann jetzt nicht dabei wäre, würde ich doch schon was vermissen. Schnell wird klar, wieso Godsground ein kleiner Geheimtipp sind. Die Münchener sind geniale Stoner, bei denen richtig die Post abgeht. Teilweise haben die Songs einen langen instrumentellen Part. Bei diesen instrumentellen Parts verschwindet der Sänger komplett von der Bühne und schaut sich seine Bandkollegen links neben der Bühne mit uns Fans zusammen an. Max ist der neue Sänger von Godsground. Es ist erst die zweite Show von Sänger Max mit der Band (die erste war erst vor ein paar Tagen beim Free & Easy Festival in München).

 

Super cool, wie er das hier mit der Band macht. Dafür wirklich Chapeau! In einer Songpause gibt er preis, dass er der neue Sänger ist und sagt, dass nur einer der Bandmitglieder eigentlich aus der Nähe von Frankfurt stammt und die anderen alle aus der Münchener Gegend sind. Die Fans stimmen in ein großes: „Och, macht doch nichts“ ein 😀 Der Gig von Godground dauert leider nur etwas mehr als eine halbe Stunde und beinhaltet älteres Songmaterial der Band und auch Songs, an der Max bereits mitgewirkt hat, und daher auch noch nicht veröffentlich sind.

 

Der Gig von Godsground ist dann im Handumdrehen schon vorbei. Sehr schade, dass da nicht mehr Zeit für sie ist. Ihren Merchstand bauen sie bereits während des nachfolgenden Gigs von Windhand ab. Wahrscheinlich müssen sie am heutigen Abend bereits noch nach München zurück. Das ist sehr schade, denn ich hätte mir noch gerne was von ihnen mitgenommen. Einige andere Fans, die das gar nicht mitbekommen haben, dass sie bereits weg sind, bedauern dies ebenfalls!

Die Umbauphase gibt die Möglichkeit, noch mal raus zu gehen und sich mit einem Kaltgetränk zu erfrischen. Das ist auch bitter nötig, denn es ist heute recht schwül. Windhand sind nun an der Reihe. Die Musiker betreten die Bühne. Drummer Ryan Wolfe und Sängerin Dorthia Cottrell zünden an einer Vorrichtung neben dem Schlagzeug Räucherstäbchen an. Man kann sie dabei bei gedämpftem Licht beobachten. Diese Szenerie hat bereits etwas magisch Okkultes.

 

Um Okkultes geht es unter anderem in ihren Songs. Schwerer Sound der Marke Black Sabbath und Sleep erfüllt den Raum, dazu der betörende Gesang der Hohepriesterin Dorthia Cottrell. Die ca. 200 anwesenden Zuschauer sind begeistert und im Bann von Windhand. Der Sound ist magisch und betört das doomsüchtige Publikum, welches wie durch Voodoozauber der Band hörig ist.

 

Garrett Morris an der Gitarre und Parker Chandler am Bass flankieren an den Seiten Frontfrau Dorthia Cottrell, die als Zeremonienmeisterin den Doom in der Mitte der Bühne entfacht. Die beiden Saitenspieler wirken in ihrem Spiel der Gegenwart fast entrückt. Man sieht sie, mit langem Haar im Gesicht, mit ihren Instrumenten verschmelzen. In Songpausen, in denen Dorthias Gesang nicht benötigt wird, geht sie zumeist vor dem Schlagzeug von Ryan Wolfe, dem Publikum den Rücken zugewandt, in die Hocke.

 

Trotz der Schwere und der Bedächtigkeit der Songs ist Ryan Wolfe an seinem Schlagzeug mächtig am Wirbeln. Der Sound des Quartetts geht wohlig durch Mark und Bein. Der Doom hat seine Schwingen magisch ausgebreitet und nimmt uns mit auf eine Reise von eineinhalb Stunden. Genau die Hälfte der Songs ist von dem aktuellen 2018er-Album Eternal Return. Bei über neunzig Minuten Spielzeit und zehn Songs kann man sich selbst ausrechnen, wie lang die einzelnen Songs im Durchschnitt sind. Also genügend Zeit, um die bei einem Doomsong so wichtige Spannung aufkommen zu lassen. Neben den erwähnten Songs des aktuellen Albums Eternal Return finden Songs der Vorgängeralben Grief’s Infernal Flower, Soma und dem selbst betitelten ersten Album Windhand auf der heutigen Setliste Platz. Der Song Winter Sun des ersten Albums beschließt den heutigen grandiosen Abend.

 

Nach dem Gig herrscht eine Menge Andrang am Merchstand. Die Band hat schließlich ihren kompletten Vinylkatalog am Start. Mit der kompletten Band kann ich mich anschließend noch unterhalten und ein paar seltene Kunstdrucke von ihnen signieren lassen.

Fazit: Erwartungsgemäß exquisiter Abend im Das Bett, mit der jetzt schon als Doom Kultband zu bezeichnenden Windhand. Es war eine einmalige Gelegenheit diese Band in einer Clubshow zu sehen, da sie in diesem Monat in Deutschland nur noch auf Open Airs wie Wacken Open Air, Summer Breeze oder dem Brutal Assault in Tschechien und dem Sonic Blast Moledo in Portugal zu sehen waren/sind. Die Münchener Stoner Godsground konnten als Supporter ebenfalls auf ganzer Linie überzeugen.

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