Lock Up – The Dreg Of Hades

Lock Up Geballer für den nächsten Lockdown

Artist: Lock Up

Herkunft: England

Album: The Dreg Of Hades

Spiellänge: 38:49 Minuten

Genre: Death Metal, Grindcore

Release: 26.11.2021

Label: Listenable Records

Link: https://www.facebook.com/LockUpOfficial

Bandmitglieder:

Gesang – Kevin Sharp
Gitarre – Tomas Lindberg
Gitarre – Anton Reisenegger
Bassgitarre – Shane Embury
Schlagzeug – Adam Jarvis

Tracklist:

  1. Death Itself, Brother Of Sleep (Intro)
  2. Hell Will Plague The Ruins
  3. The Dregs Of Hades
  4. Black Illumination
  5. Dark Force Of Conviction
  6. Misdirection Thief
  7. Dead Legions
  8. Triumph Of The Grotesque
  9. Nameless Death
  10. A Sinful Life Of Power
  11. Ashes
  12. The Blind Beast
  13. Reign On In Hell
  14. Crucifixion Of Distorted Existence

Der nicht ganz so ausgelastete Napalm Death Basser Shane Embury tobt sich ja gerne mal in Projekten aus. Seit 1998 lautet eines dieser Projekte Lock Up. Ein sehr geiles Projekt, wie ich finde. At The Gates Fronter Tomas kam 2002 hinzu und so ging es immer weiter. Musiker kommen und gehen. Nicholas Barker, Jesse Pintado, Pete Tätgren, Dan Lilker und Barry Savage. Alles bekannte Mitstreiter der Szene. Gitarrist Anton Reisenegger (Pentagram Chole / Criminal) ist seit 2009 dabei, der zweite Sänger Kevin Sharp (ex-Brutal Truth) seit 2014 und seit 2020 verprügelt der Misery Index Drummer Adam Jarves die Felle. Ein ziemlich geiles Line-Up, welches ich hoffentlich irgendwann auch mal live bewundern kann. Bis dahin begnügen wir uns erst einmal mit dem fünften Album. Das Brett Demonization ist ja auch schon wieder vier Jahre her. Wahnsinn!

Dass die Burschen mich nicht enttäuschen werden, davon gehe ich nun einmal aus. Bei der Besetzung muss etwas Vernünftiges herauskommen, keine Frage. Los geht es erst einmal mit einem bedrohlichen Soundtrack, der auch locker in einen Blockbuster-Vorspann passen würde.

Und dann bricht mit Hell Will Plague The Ruins die Hölle aus. Grindiges Drumming, kurze Betonungen, kurze Vorspieler und dann auf die zwölf. Nach einigen Wirbeln zu Beginn folgt natürlich ein Blastbeat und der Aggrolevel und die Geschwindigkeit bleiben hoch. Tomes und Kevin brüllen sich einen und zerstören das zentrale Nervensystem. Das Riffing ist fett und nach 80 Sekunden wechseln sie in einen kurzen, groovigen Part, um am Ende dann noch einmal den Blastbeat herauszuholen. Ja, Freunde der Sonne, so macht das Spaß, da kommt Stimmung auf. Einige technische Spielereien, vor allen an den Drums, und der Opener lässt den Zuhörer frohlockend zurück. Davon bitte mehr und ich denke mal, dass lassen sich die fünf gestandenen Musiker nicht zweimal sagen.

In der Kürze liegt die Würze, lautet das Motto des ganzen Albums, so natürlich auch beim nachfolgenden Track namens The Dregs Of Hades. Welch ein brutaler Song. Nach einigen Vorspielern und Drumvorgeplänkel gibt es gleich wieder auf die Fresse. Ein Scream erfolgt und dann ab dafür. Es wird schnell gegroovt und ein Riff läuft durch. So etwas von lecker. Adam Jarvis an den Drums wechselt innerhalb des Parts die Geschwindigkeit und vergisst natürlich das blasten nicht. Nach 80 Sekunden wechselt man in einen geilen und druckvollen Groove, der sofort hängen bleibt und alles zerstört. Der Song hat es absolut verdient, als Namensgeber herhalten zu müssen, denn er stellt eine perfekte Kombination aus Grindcore und Death Metal da. Aggressionslevel hoch zehn, fettes Riffing, welches weit entfernt davon ist, nach 08/15 zu klingen und ein Drumming, welches abwechslungsreich und zerstörend ist. 120 Sekunden pure Vernichtung und man freut sich auf die weiteren Nackenschläge.

Weiter geht es mit Black Illumination und zum ersten Mal werden sie etwas ausführlich, was die Spielzeit angeht. Fast vier Minuten flutscht die Gewalt hier aus allen Poren, kommt ganz geil, nimmt mich aber nicht ganz so mit, obwohl der groovende Teil schon ganz fett ist. Für eine Ballergranate ist es mir zu lang, aber natürlich eine gelungene Abwechslung. Die Riffs knallen allerdings nicht so wie bei den beiden Vorgängern.

Dark Force Of Conviction ist da dann schon wieder wesentlich direkter und schneller. Die Riffs killen wieder alles und sind angespitzt. Kurze Erholungspausen, die zum Bangen einladen und echt gute Laune verbreiten. Der Gesang wird sich geteilt. Die durchdrehende Doublebass sollte noch einmal explizit erwähnt werden – am Ende dreht Adam noch einmal durch und grindet alles kurt und klein.

Im eng gesteckten Bereich geht man einigermaßen abwechslungsreich zur Sache. Misdirection Thief zum Beispiel legt los wie die Feuerwehr und knüppelt alles nieder. Und dann immer wieder diese typischen Napalm Death Riffs mit entsprechender Drumbetonung – man wird irgendwie von einer gelungenen Düsterheit getragen. Das Drumming ist technisch, aber immer auf den Punkt kommend und dann am Ende wieder ein geiler Groovepart.

Bei Nameless Death grindet Adam sich zwar den Wolf, aber das Riffing geht in Richtung Punk und auch in Richtung Thrash Metal. Jawohl, macht so etwas von gute Laune, denn die Riffs sind flink und bösartig und Adam ist nur am Ballern. Erholungspausen gibt es kaum. Volle Kanne, Hoschi. Die Vocals werden wieder gedoppelt und da geht er hin. Nur eine kurze Erholung aufgrund eines kleinen groovigen Moments wird einem gegönnt.

Und so knüppelt man sich durch das Universum und erfreut den geneigten Zuhörer. Nichts anders als eine intensive Scheibe habe ich erwartet und diese habe ich auch bekommen, obwohl ich sagen muss, dass ich das 2017er Album Demonization geiler fand. Dieses bedeutet natürlich nicht, dass The Dreg Of Hades kein geiles Album geworden ist. Was Adam Jarvis hier an den Drums abliefert, ist absolut erste Liga. Diese technischen Fähigkeiten und diese Präzision, die er einbringt, sind schon bemerkenswert. Schnell, schneller, Jarvis. Das Album wurde zwar aufgrund der Pandemie getrennt eingespielt, aber zusammen mit Shane klingt das alles sehr harmonisch und rhythmisch. Die beiden bauen Druck auf ohne Ende und Antons Riffs sind messerscharf. Dass die beiden Vokalisten es draufhaben, muss man ja nicht extra erwähnen. Sehr geiles Album. Freunde des gepflegten Krachs und deathgrindiger Gesinnung müssen einfach zuschlagen. Musik von Lock Up für den Lockdown.

Lock Up – The Dreg Of Hades
Fazit
Diese Supergroup hält, was sie verspricht und in knappen 38 Minuten wird alles niedergemetzelt, was bei drei nicht im Lockdown verschwunden ist. Feinster Deathgrind mit messerscharfen Riffs, Groove, doppeltem Gesang und einer Weltklasse Drummerleistung. Technisch anspruchsvoll und immer auf den Punkt kommend.

Anspieltipps: The Dregs Of Hades und Nameless Death
Michael E.
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