Mammoth WVH – Mammoth WVH

Wie der Vater so der Sohn?

Artist: Mammoth WVH

Herkunft: Santa Monica, Amerika

Album: Mammoth WVH

Spiellänge: 58:15 Minuten

Genre: Rock, Post Grunge

Release: 11.06.2021

Label: EX1 Records / Explorer1 Music Group

Link: www.mammothwvh.com

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug – Wolfgang Van Halen

Tracklist:

  1. Mr Ed
  2. Horribly Right
  3. Epiphany
  4. Don’t Back Down
  5. Resolve
  6. You’ll Be The One
  7. Mammoth
  8. Circles
  9. The Big Picture
  10. Think It Over
  11. You’re To Blame
  12. Feel
  13. Stone
  14. Distance (Bonus Track)

Heute liegt das Erstlingswerk von Eddie Van Halens Sohn Wolfgang vor mir auf dem Tisch. Bereits als Zehnjähriger begann er mit Schlagzeugspielen und wechselte später zu Gitarre und Bass. Den bediente er dann natürlich bei Van Halen, bei denen nicht nur sein Vater, sondern auch sein Onkel Alex spielten. Auch Tremonti waren von ihm angetan und so durfte auch da mitmischen. Somit hat er das Handwerk von der Pike auf gelernt und auch angefangen, eigene Songs zu schreiben. Dass er nicht nur seine Instrumente beherrscht, sondern auch als Sänger Qualitäten hat, beweist er nun auf seiner ersten Soloplatte. Mammoth WVN, nach der ersten Band seines Vaters Eddie, verarbeitet er alle seine musikalischen Inspirationen und das gelingt ihm über weite Strecken hervorragend. Für das Album hat er fünf Jahre gebraucht, um es dann wegen der Krebserkrankung seines Vaters vorerst auf Eis zu legen. Nun ist es aber vollendet und wird im Juni herauskommen.

Bereits der Opener Mr. Ed wird durch ein schmissiges Riff eingeleitet, um zu einem ordentlichen Rocker zu werden. Der eingängige Refrain lässt bereits aufhorchen und die Melodieführung zeugt von Musikverständnis. Auch die folgenden Horribly Right und Epiphani, mit coolem Bassintro, können sich hören lassen. Der letzte Song ist eine Midtemponummer, die sich ganz langsam festsetzt und bereits beim zweiten Hören sehr gefällig hängenbleibt. Das hier einer alleine alles eingespielt hat, merkt man nicht und zeugt von dem Können des Eddie Van Halen Sprösslings. Durch die lange Einspielzeit ist ein gereiftes Werk entstanden, das stellenweise an Alice In Chains oder auch Soundgarden heranrückt. Dann wird es mit Don’t Back Down wieder schneller. Die Rocknummer ist gelungen und liefert kraftvolle Riffs mit einem gelungenen Groove. Bei Revolve beginnt zunächst eine akustische Gitarre, bevor sich die veränderte Facette im Songwriting erschließt. Auch hier dominiert eine gewisse Zurückhaltung, die dem eingespielten E-Gitarrensolo ein gut vorbereitetes Feld präsentiert. Dieser Song wird bei jedem Hören immer besser und gehört mit zu meinen Favoriten. You’ll Be The One fällt für mich dann etwas ab. Nicht mehr ganz so zwingend auch der Titeltrack – Mammoth packt mich zunächst nur anfänglich. Er verfällt dann in etwas Mittelmäßigkeit.

Ganz anders Circles. Die Slowtempo-Nummer hat einen bestimmten Vibe, der von Anfang an gefällt. Auch dieser Song entwickelt sich schnell zu einem der Anspieltipps. Ich überlege noch, woran er mich erinnert, komme aber nicht drauf. Egal, mir gefällt der Track. Danach ist es dann wieder schwieriger, obwohl The Big Picture ein anständiger Track ist. Es ist eben ein Rocksong, nur ohne spezielle Merkmale, aber handwerklich ohne Zweifel gekonnt. Weiter geht es mit dem leicht poppigen und Mainstream-tauglichen Think Its Over. Entgegen dem Titel ist es dann aber noch nicht zu Ende. Der gute Wolfgang, sein Name wurde von den Eltern als Hommage an den berühmten Komponisten gewählt, hat vierzehn Songs auf der Scheibe. You To Blame mit gutem Riffing und Gesang sowie Feel passen ins Gesamtgefüge, ohne besonders herauszustechen. Stone könnte als Halbballade durchgehen und ist mit sechseinhalb Minuten der längste Track auf der Scheibe. Getragen schiebt er sich durch die Boxen und man ist verwundert, wie schnell die Zeit vergeht. Als Bonustrack ist dann noch Distance auf der Scheibe. Den Track hat Wolfgang Van Halen als erste Single veröffentlicht und er war als offener Brief an seinen Vater Eddie gedacht. Glücklicherweise konnte Wolfgang ihm den noch direkt vorspielen und die Feststellung in der Zeile „no matter what the distance is, I will be with you“ ließ den Song schnell zu Eddies Lieblingssong werden. Der dazugehörige Clip wurde aus vielen Homevideos zusammengestellt und zeigt die familiäre Geschichte in chronologischer Abfolge. Die abschließende Nachricht, die Eddie an seinen Sohn verfasst hat, dürfte auch den Hartgesottensten berühren. Ich hänge den mit an.

Mammoth WVH – Mammoth WVH
Fazit
Ein gutes Stück Musik von einem handwerklich geschickten Musiker, der nebenbei noch gute Songs schreiben und sie auch noch selbst singen kann. Das nennt man dann wohl Multitalent. Die Tracks sind alle irgendwo in den frühen Neunzigern angesiedelt und bieten guten Rock. Eventuell kann an der einen oder anderen Stelle auch Hard Rock gefunden werden, aber das ist eher die Ausnahme. Einem Metaller dürfte das ggf. zu "soft" sein, aber die Leistung ist hier ohne Abzüge anzuerkennen. Freunde von Alice In Chains, Soundgarden oder Bush sollten ein Ohr riskieren.

Anspieltipps: Resolve, Circles und Distance
Kay L.
8.6
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