Melechesh – Sentinels Of Shamash (EP)

10.04.2026 – Black Metal - Reigning Phoenix Music – 21:05 Minuten

Die EP Sentinels Of Shamash wurde am 10. April 2026 über Reigning Phoenix Music veröffentlicht – und zwar ausschließlich in digitaler Form. Nach einer ungewöhnlich langen Funkstille melden sich Melechesh damit endlich mit neuem Material zurück. Ganze elf Jahre sind seit dem letzten Album Enki vergangen, eine Ewigkeit in der schnelllebigen Metal-Welt. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an ein Comeback. Umso überraschender fällt der Umfang aus: Statt eines vollwertigen Albums gibt es lediglich drei neue Tracks, was die anfängliche Euphorie etwas dämpft.

Vertrauter Sound mit starker Wirkung

Doch sobald die ersten Töne erklingen, rückt dieser Umstand schnell in den Hintergrund. Die Band liefert genau das, wofür sie seit Jahrzehnten steht: eine eigenwillige, faszinierende Mischung aus Black Metal und nahöstlichen Klangfarben, die die Band selbst als mesopotamischen Metal bezeichnet. Der charakteristische Stil wirkt dabei kein bisschen angestaubt. Vielmehr scheint es, als hätten die Jahre der Zurückgezogenheit den Sound eher geschärft als verwässert.

Musikalische Umsetzung und Stärken

Musikalisch bewegt sich die EP auf gewohnt hohem Niveau. Die Gitarrenarbeit ist detailreich, voller orientalisch angehauchter Melodien und präzise ausgearbeiteter Riffs. Gleichzeitig bleibt genug Raum für den Bass, der den Songs zusätzliche Tiefe verleiht. Das Schlagzeugspiel überzeugt mit technischer Raffinesse und treibt die Stücke entweder kompromisslos nach vorne oder setzt rhythmische Akzente, die überraschend eingängig wirken. Über allem thront der markante Gesang von Ashmedi, der sofort Wiedererkennungswert besitzt und die düstere Atmosphäre perfekt transportiert.

Besetzung im Verborgenen

Neben Mastermind Ashmedi (Gesang, Gitarren, Percussion, „Magic Spells“) werden als weitere Bandmitglieder lediglich Nomadic Soul NM am Schlagzeug sowie Nomadic Soul RC am Bass angegeben. Wer sich hinter diesen Pseudonymen verbirgt, bleibt allerdings im Verborgenen – ein Umstand, der perfekt zur mystischen Aura der Band passt und dem Gesamtbild eine zusätzliche geheimnisvolle Note verleiht.

Abwechslungsreiche Songs trotz kurzer Laufzeit

Die drei Songs The Seventh Verdict, In Shadows, In Light und Raptors Of Anzu unterscheiden sich dabei durchaus in ihrer Ausrichtung: vom eher groovenden Einstieg über ein dynamisch gesteigertes Mittelstück bis hin zum aggressiven, fast entfesselten Abschluss. Trotz der begrenzten Laufzeit entsteht so ein abwechslungsreiches Gesamtbild. Produktionstechnisch wirkt alles klar, druckvoll und sauber abgestimmt. Die Band setzt konsequent auf ihre bewährten Stärken.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Melechesh – Sentinels Of Shamash in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Melechesh – Sentinels Of Shamash (EP)
Fazit zu Sentinels Of Shamash
Sentinels Of Shamash ist ein starkes, wenn auch in der Gesamtlänge kurzes Lebenszeichen. Die EP überzeugt durch Qualität, Atmosphäre und Wiedererkennungswert. Als Vorgeschmack auf ein mögliches kommendes Album funktioniert sie hervorragend – nun bleibt zu hoffen, dass die nächste Veröffentlichung nicht wieder so lange auf sich warten lässt.

Anspieltipps: The Seventh Verdict, In Shadows, In Light und Raptors Of Anzu
Juergen S.
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