Mystic Prophecy mit Support: Sirius Curse am 12.09.2020 beim Kultursommer in Oberndorf

Metallisch und druckvoll wurde das letzte Ferienwochenende gefeiert

Eventname: Kultursommer Oberndorf 2020

Bands: Mystic Prophecy, Sirius Curse

Headliner: Mystic Prophecy

Ort: Elefantenparkplatz, Austraße 14, 78727 Oberndorf a. N., (gegenüber der Neckarhalle)

Datum: 12.09.2020

Kosten: die jeweiligen Ticketpreise für den Vorverkauf und der Abendkasse sind auf der Website des Kultursommer Oberndorf 2020 oder unter den Facebook-Event Links zu entnehmen.

Genre: Heavy Metal, Power Metal

Besucher: ca. 200 inkl. Abendkasse

Veranstalter: DTS Veranstaltungstechnik, Neckarstr 47/1, 78727 Oberndorf a. N.
https://www.dts-veranstaltungstechnik.de/
https://www.facebook.com/DTS.Veranstaltungstechnik/

Links: www.kultursommer-oberndorf.de
https://www.facebook.com/Kultursommer-Oberndorf-101721561633654/

Setlisten:


Intro

  1. Metal Division
  2. Kill The Beast
  3. Killhammer
  4. Burning Out
  5. Here Comes The Winter
  6. We Kill You Die
  7. Dracula
  8. Drum Solo
  9. Crucifix
  10. Hail To The King
  11. Shadow On The Wall
  12. War Panzer
  13. Ravenlord

Zugabe:

  1. Eye To Eye
  2. Metal Brigade mit Outro
  3. Paranoid


Intro

  1. Relax (It’s War)
  2. Bondage
  3. Time Knows No Lies
  4. The Sense
  5. Interior Silence
  6. No Tomorrow
  7. Crucified
  8. Loud

Es ist das letzte Wochenende der Sommerferien in Baden-Württemberg und zugleich auch das letzte Veranstaltungswochenende des Kultursommer Oberndorf. Und der Sommer hat sich noch mal eindrucksvoll zurückgemeldet an diesem Samstag. Den ganzen Tag über lacht die Sonne am wolkenlosen Himmel über Oberndorf bei Temperaturen deutlich über 25 °. Idealste Voraussetzungen für ein Open Air, das auch an diesem Abend mit Mystic Prophecy und Sirius Curse den Gästen mit Sicherheit den Übergang in den wieder tristen Arbeitsalltag und die kommenden Herbsttage erleichtern wird.

Mit der Abenddämmerung gegen 20:00 Uhr werden Sirius Curse dann mit einem Intro auf die in dichten Bühnennebel eingehüllte Bühne begleitet. Sirius Curse, die aus dem nur 25 km entfernten Rottweil kommen, sorgen dabei nicht nur für das Lokalkolorit, vielmehr gelingt es den Jungs mit dem recht zügigen Opener Relax (It’s War) von Beginn an die Marschrichtung vorzugeben und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das ist klassischer Heavy Metal mit Power, einer gehörigen Portion Druck und kraftvoll melodiösem Gesang. Die fünf Herren, die Sirius Curse 2014 gründeten, können bis heute zwar noch auf keinen Tonträger zurückgreifen, spielten in den zurückliegenden Jahren allerdings schon auf so einigen Konzerten und Festivals, wie zum Beispiel 2017 auf dem Metalacker in Tennenbronn. Die beiden Gitarristen Andreas Spitznagel und Frank Würthner, sowie Sänger Peter Hirsch spielten in der Vergangenheit schon einige Jahre zusammen, deshalb verwundert es nicht, dass neben der Bühnenpräsenz und Authentizität auch die Musik selbst einige Erfahrung im Songwriting durchblitzen lässt. Bassist Dominikus Sautermeister und Schlagzeuger Simon Wilde komplettieren das Line-Up. Die Band befindet sich derzeit mitten in den Aufnahmen zu ihrer Debüt-CD, die pünktlich zu Weihnachten unter dem Tannenbaum liegen soll.

Die Besucher quittieren den gelungen Start gebührend und der Start in diesen Abend ist gemacht. Als lokale Band haben Sirius Curse unübersehbar auch den einen oder anderen Fan nach Oberndorf gelockt. Musikalisch bewegt sich die Band überwiegend im klassischen Heavy Metal, der nicht selten mit progressiven Elementen versehen ist. Tough akzentuiertes Gitarrenspiel, treibende Drums und ein knackiger Bass tragen die sonoren Vocals, die jederzeit melodiös ins weite Rund schallen.

Sirius Curse lassen es sich an diesem Abend nicht nehmen, einen Klassiker aus alten Tagen vorzutragen. Der Titeltrack der 1992er CD-Interior Silence der damaligen gemeinsamen Band Exterior ist vielen der heute anwesenden Gäste noch im Ohr und schafft prompte Nähe zu den Jungs auf der Bühne. Und es darf auch gerne mal etwas härter zur Sache gehen, wie No Tomorrow unter Beweis stellt.

Und als Sahnehäubchen sozusagen, beglücken Sänger Peter Hirsch und Gitarrist Frank Würthner während des vorletzten Songs Crucified die Damen in der ersten Reihe als Dankeschön auch noch mit einer roten Rose. Eine sehr nette und überraschende Geste, die den Damen überdies ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Sirius Curse schließen ihren Gig mit dem sehr druckvollen Loud und haben für sehr kurzweilige und unterhaltsame 45 Minuten Metal gesorgt. Sie hinterlassen somit ein gut bestelltes Feld für Mystic Prophecy. Auf die Debüt-CD der Herren aus Rottweil darf man sicher gespannt sein.

Links: https://www.facebook.com/TheSiriusCurse/
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https://www.instagram.com/sirius_curse/
https://twitter.com/cursesirius

Der Umbau gestaltet sich recht kurz und dann ist die Zeit für Mystic Prophecy gekommen. Das Intro donnert durch die Boxen und Mystic Prophecy starten mit dem Titeltrack ihres im Januar erschienen Albums Metal Division. Der Sound ist wahrlich brachial und die Atmosphäre von Beginn an mit Druck und Power geschwängert. Die Fans sind sofort da und stimmen mit ein.

Wie ich erfuhr, haben die Jungs um Bassistin Joey Roxx seit etlichen Monaten nicht mehr miteinander geprobt und der letzte Gig liegt gefühlt Jahre zurück. Dies ist der Band jedoch überhaupt nicht anzumerken, die Performance, das gesamte Zusammenspiel wirkt derart tight, wie aus einem Guss und genau diese Professionalität springt auf das Publikum über. Die Setlist lässt an diesem Abend auch wirklich keine Wünsche offen. Here Comes The Winter, sicher eine der stärksten Nummern auf dem neuen Album, zwingt zum Mitsingen. Die Stimmung geht gen Zenit, denn besser kann man Atmosphäre wohl nicht transportieren.

Frontmann Roberto Dimitri Liapakis überzeugt mit seiner rauchig-angekratzt sonoren Stimme ein ums andere Mal und sucht permanent den Kontakt zu den Fans. Er animiert die Menge sekündlich und genießt den Auftritt augenscheinlich. Die letzten Monate ohne Gig waren trist, lässt Lia wissen, umso mehr hat man diesem Auftritt heute Abend entgegengefiebert.

Mystic Prophecy nehmen die Fans mit auf eine Zeitreise durch ihre üppige Diskografie, bis Schlagzeuger Hanno Kerstan seine Zeit bekommt. Das folgende Schlagzeugsolo treibt einem vor Freude die Tränen in die Augen. Das ist wahrlich hohe Kunst, was uns da geboten wird. Die Spielfreude, das Stageacting der Band suchen ihresgleichen. Die energiegeladene Bühnenshow der Gitarristen Markus Pohl, Evan K und von Joey Roxx, die es sich nicht nehmen lässt, den seitlichen Träger des Bühnenaufbaus hinaufzuklettern, vollenden den gewohnt starken Gesamteindruck von Mystic Prophecy.

Mit der Coverversion Shadow On The Wall erschließt man schlussendlich auch die letzten Reihen des Elefantenplatzes. War Panzer und Ravenlord bringen den Auftritt glanzvoll und voller Ausdruckskraft viel zu früh zum Ende. Aber nicht wirklich, Mystic Prophecy lassen sich nicht lange bitten und setzen der ganzen Geschichte mit Eye To Eye und der Metalhymne Metal Brigade abermals ein mächtiges Kilo Stahl oben drauf. Grandios, mehr ist dazu nicht zu sagen. Und zu guter Letzt betritt Henning Wanner, guter Freund der Band und selbst Musiker (C.O.P.UK, Ozzyfied, White Lion) die Bühne. Da ist Henning am Mikro vollkommen in seinem Element und so wird die Black Sabbath Nummer Paranoid für ihn und auch für die Besucher zum inneren Blumenpflücken. Ein würdiger Abschluss eines vollkommen gelungen Auftritts.

Links: https://www.facebook.com/mysticprophecy
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Fazit:
Metal beim Kultursommer Oberndorf. Auch dieses Konzert wurde zu einem Magnet. Wo am Vorabend bei J.B.O. kein Stein auf dem anderen gelassen wurde, hinterließen Sirius Curse und Mystic Prophecy ebenfalls und ausschließlich zufriedene Besucher. Der Kultursommer Oberndorf hätte somit kein besseres Ende finden können. Die Stadtkapelle Oberndorf wird am morgigen Sonntag den Kultursommer volkstümlich bei Blasmusik ausklingen lassen. Über sechs Wochen hinweg wurde jeweils von Freitag bis Sonntag Kultur geboten. Und dies in Zeiten der Corona-Pandemie. Das Hygiene- und Veranstaltungskonzept der DTS Veranstaltungstechnik ging dabei voll auf und dürfte sicher als gutes Beispiel für ähnliche Veranstaltungen dienen. Zu hoffen bleibt, dass es für die Veranstalter und die vielen ehrenamtlich tätigen Mitglieder der hiesigen Vereine kein defizitäres Geschäft war. Den Fans und Besuchern in jedem Falle hat es gefallen und man hat deutlich gemerkt, wie die Konzerte von den Besuchern regelrecht aufgesogen wurden. Nochmals ein großer Dank an die Macher und Helfer des Kultursommer Oberndorf, die uns wieder ein Stück Normalität ermöglicht und zurückgegeben haben.

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