Paradise Lost – Host

“Das umstrittenste Album der Band“

Artist: Paradise Lost

Herkunft: Halifax, England

Album: Host (Remastered)

Spiellänge: 51:55 Minuten

Genre: Dark Rock

Release: 16.03.18

Label: Nuclear Blast Records

Link: http://www.paradiselost.co.uk

Bandmitglieder:

Gesang – Nick Holmes
Gitarre  – Greg Macintosh
Gitarre – Aaron Aedy
Bassgitarre – Steve Edmondson
Schlagzeug –Waltteri Väyrynen

Tracklist:

  1. So Much Is Lost
  2. Nothing Sacred
  3. In All Honesty
  4. Harbour
  5. Ordinary Days
  6.  It’s Too Late
  7. Permanent Solution
  8. Behind The Grey
  9.  Wreck
  10.  Made The Same
  11.  Deep
  12.  Year Of Summer
  13.  Host

Paradise Lost haben sich also entschieden, ihr umstrittenes Album Host aus dem Jahre 1999 als Remaster zu veröffentlichen. An dem Host-Album scheiden sich nach wie vor die Geister. Ich persönlich bin damals auf das Album anhand des blau eingefärbten Covers aufmerksam geworden, allerdings kannte ich die Band bereits seit dem Album Shades Of God. Der Schock angesichts des krassen Wandels bezüglich des Musikstils hatte sich zwar bereits auf den Vorgängern angebahnt, die allesamt mittlerweile zu Klassikern im Genre gehören, allerdings stieß die Band damals viele Die Hard Fans vor den Kopf, die die Band im sülzigen Gothic/Doom Metal beheimatet sehen wollten. Ich persönlich fand das Album damals ziemlich gelungen und hörte es zusammen mit Tuonela von Amorphis in Dauerschleife, die um die Jahrtausendwende einen ähnlich interessanten Wandel hin zur kommerzielleren und weniger harten Ausprägung ihres Stils vollzogen. Was bei beiden Bands damals folgte, waren die künstlerisch interessantesten Alben ihrer Karriere, jedoch haben massive Fanproteste und sicherlich auch die Verkaufszahlen der Label die Bands zum Umdenken bewogen. Umso mehr sollte man dieses kurze Aufbäumen beider Formationen gegen den Konservatismus im Metal zu schätzen wissen.

Was also unterscheidet nun Host (in grün) von Host (in blau)? Soundtechnisch meiner Meinung nach nichts, denn das Original war damals schon in hervorragender Art und Weise produziert. Auch der sekundengenaue Vergleich beider Alben in verschiedenen Playern macht für mich keinen Unterschied, es muss also einfach die Tatsache sein, dass das Label auf die Vinylwünsche der Fans reagiert und Host in einer grünen Vinylversion herausbringt, es soll ja Menschen geben, die sich in dieser Hinsicht immer noch den analogen Krempel auflegen und sich ihr teures Hobby mit „besserem“ Klang rechtfertigen, bitte schön, passender ist trotzdem das blaue Cover. Musikfreunden, die das Album noch nie gehört haben, sei gesagt, dass sie auf dem Album die melodischsten Tracks der Band überhaupt hören, hingegen mit aktuellen Doom Veröffentlichungen (Medusa) der Band nichts gemeinsam haben, die wesentlich sperriger als das bequeme Host Album sind. Host funktioniert eigentlich in jeder Situation, besonders gut aber zu einem guten Buch eingerollt unter einer Decke. Das Album bietet anhand seiner Zugänglichkeit die Möglichkeit zum Easy Listening, dennoch wird aufgrund seiner progressiv düsteren Atmosphäre auch eine tiefere Beschäftigung angeboten. Prädikat: sehr wertvoll.

[youtube]WeeID9ag-zY[/youtube]

Fazit: Host findet man entweder geil oder man hasst es ohne Ende. Auf dem Album finden sich großartige Songs der Band, angefangen beim Opener über Nothing Sacred, In All Honesty, Ordinary Days oder auch Made The Same. Ebenfalls sind die anderen Songs nach wie vor von außerordentlicher Qualität und das Album stellt für mich eines der interessantesten Alben der Band überhaupt dar. Die Schelte der Fans zum damaligen Zeitpunkt war völlig ungerechtfertigt, die Band war ihren Fans einfach nur um ein paar Jahre voraus. Unbedingt anhören.

Anspieltipps: In All Honesty, Nothing Sacred, Ordinary Days
Dominik B.
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