Rock Am Strand-Eckernförde 2017 am 30.06.2017

“Rock im Regen!“

Eventname: Rock Am Strand

Headliner: Barock

Vorband(s): Bar B-Q, Quo

Ort: Südstrand Eckernförde

Datum: 30.06.2017

Kosten: 19,90 €

Genre: Rock, Hard Rock

Besucher: ca. 3000

Veranstalter: Baltic Eventmanagement GmbH

Link: www.openair-gmbh.de

Trotz des strömenden Regens haben sich viele Zuschauer an den Strand von Eckernförde aufgemacht, um die drei Coverbands des Rock Am Strand zu sehen. Der großzügig abgesperrte Bereich ist garniert mit Bierständen und Speisebuden. So gibt es neben Bratwurst und Nackensteak auch Pizza, Pommes und Crépes. Somit ist für das leibliche Wohl zur Genüge gesorgt. Band-Merchandising hingegen fehlt komplett. Der Strand ist ordentlich gesiebt und planiert. Da auf die Einweg-Getränkebecher ein relativ hohes Pfand genommen wird, trägt dies zumindest zur Sauberhaltung des Strands bei, da die Plastikbecher nicht einfach weggeworfen werden. Die Bühne ist groß und wird geprägt von der Überschrift: Sommer, Sonne, Strand, Eckernförde. Der zweite Punkt passt heute leider so gar nicht.

Pünktlich um 19:00 Uhr beginnen Bar B.Q. mit ihrem Auftritt. Stilecht mit langen Bärten entern sie die Bühne und präsentieren ihren Bluesrock á la Z.Z.Top. Nah am Original, aber doch eigen interpretiert, zelebrieren sie den Rock. Nach dem zweiten Lied werden bereits die falschen Bärte an die Mikrofonständer gehängt, da sie fusseln – so die Aussage des Sängers Ronnie Meyer. Gimme All Your Loving, Sharped Dressed Man und Legs, lassen die Menschen tanzen. So werden die grauen Wolken zumindest einigermaßen vertrieben. Ein Übriges tut dann auch das Flensburger Bier, welches zu einem relativ moderaten Preis feilgeboten wird. Nach 50 Minuten ist das Set beendet. Der Auftritt war okay, aber auch nicht überragend. Da gibt es authentischere Coverbands, aber das ist ja auch nicht der Anspruch von Bar B-Q.

Der zweite Act des Abends kommt aus Hamburg. Quo, wie sollte es auch anders sein bei dem Namen, covern die berühmten Vorbilder Status Quo und sind schon wesentlich deutlicher am Original ausgelegt. Passendes Outfit wie von Rick Parfitt und Francis Rossi lassen die Band authentischer wirken. Auch ihre Songauswahl bietet einen Querschnitt durch das Schaffen der seit 50 Jahren im Geschäft etablierten Engländer. Wer kennt sie nicht, die Hits wie Roll Over Lay Down, In The Army Now, Sweet Caroline oder auch Down Down. Davon bekommen wir heute ein buntes Potpourri geliefert, und die immer noch mit Regencape und Gummistiefeln bekleideten Zuschauer gehen gut mit. In den ersten Reihen wird fleißig mitgeschunkelt und textsicher gesungen. Quo dankt es ihnen und lässt sich zu einer mitreißenden Performance animieren. Da es auch langsam dunkler wird, kommt die Lightshow gut zur Geltung. Die unter den zahlreichen Schirmen stehenden und sitzenden Zuschauer haben einen guten Blick auf die stimmig erleuchtete Bühne und freuen sich über die trockenen Plätze. Ansonsten ist zu der guten Leistung von Quo nichts hinzuzufügen.

Um 21:30 Uhr beginnt dann der Headliner. Dies wird sofort deutlich, da ein stetiger Bewegungsdrang Richtung Bühne zu erkennen ist. Die Band um Sänger Grant Foster liefert eine mitreißende Show und darf sich getrost als größte AC/DC Coverband Europas bezeichnen. Die in Nürnberg beheimateten Musiker haben eine große Fangemeinde. Die meisten Gäste heute Abend sind nur deshalb gekommen, um zu den markigen Klängen einer Angus-Young-Gitarre zu feiern. Scheinbar ist auch Petrus unter den AC/DC Fans und lässt den Regen pünktlich zum Konzertbeginn einfach aufhören. So können die ca. 3000 Zuschauer ihre Plätze unter den Schirmen verlassen und zu den harten Riffs von Hells Bells oder Dog Eat Dog rocken. In dem zwei Stunden langen Auftritt wird fast jeder nur erdenkliche Hit gebracht und so ist es ein „Best of“ der australischen Originale. Da bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt und der Eintritt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das Bühnenoutfit passt zu hundert Prozent, und auch die Showeinlagen sind identisch. Im Hintergrund steht die typische Marshall Backline und verstärkt den Eindruck. Angus Double Eugen Torscher imitiert seinen berühmten Kollegen so gekonnt, dass kaum einer zweifelt. Das muss der Echte sein! Auch zu The Jack wird die passende Einlage hingelegt und so zieht er fast blank. Der gesamte Auftritt kommt einer AC/DC Show verdammt nahe. Einmal Augen zu und schon sieht man Angus Young leiblich vor sich. Hier wird nicht nur einfach gecovert, sondern die Band spielt so originalgetreu, wie es geht, um den Auftritt zu vervollkommnen. Dazu gehört natürlich auch eine gehörige Portion Feuer und Licht. Das gelingt ihnen ohne Abstriche. Die zwei Stunden vergehen wie im Fluge und nach der obligatorischen Zugabe mit Highway To Hell und Let There Be Rock gehen alle glücklich und zufrieden nach Haus.

Gewünscht hätte ich dem Veranstalter ein paar Tausend Gäste mehr, denn der Aufwand ist ja schon immens. Zum Glück ist die Location auch noch für den Samstag ausgelegt, denn da ist dann Schlager am Strand. Mickie Krause hat die Haare schön, der König von Mallorca Jürgen Drews zaubert die Sonne an den Himmel und Howard Carpendale sorgt für eine ausverkaufte Location. Das tun wir uns nicht an und somit war es trotz des Wetters ein gelungener Abend.

Die tollen Bilder hat mal wieder Norbert Czybulka geschossen.

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