“Schlachtfest XI – hochkarätiges LineUp für wenig Geld!“

Bands: Agathodaimon, Lay Down Rotten, Scornage, Fallen Saints

Location: JUZ Schlachthof in Aurich

Homepage: http://www.juz-aurich.de/Website/Home.html

Datum: 04.05.2013

Einlass: 20:00 Uhr / Konzertbeginn: 20:30 Uhr

Kosten: VVK: 10 €; AK: 14 €

Besucher: ca. 100

Veranstalter: LUCA Concerts und Schlachthof Concerts

Heute ist es endlich soweit. Nach dem geilen Doppelpack anlässlich des zehnten Schlachtfest-Jubiläums im letzten Oktober geht die Death Metal-Night in eine neue Runde. Und das LineUp kann sich auch diesmal wirklich sehen lassen. Mit Agathodaimon, Lay Down Rotten, Scornage und Fallen Saints verspricht der Abend eine deftige Mischung aus Thrash, Death und Dark Metal.

Pünktlich um 20:30 Uhr entern die Jungs von Fallen Saints die Bühne für ihr knapp vierzigminütiges Set. Der Fünfer aus der Nähe von Cloppenburg weiß mit melodischem Death Metal zu überzeugen und die cirka 40 anfänglich noch etwas verhaltenen Zuhörer sind zuletzt bester Stimmung. Neben My Hell und The Inner Violence kommt der Rausschmeißer Bleeding beim Publikum besonders gut an. Insgesamt ein gelungener
Start in den Abend.

Nach kurzer Umbaupause beginnen Scornage aus Aachen ihr energiegeladenes Set. Die Westfalen liefern einen treibenden, stampfenden Thrash Metal mit Death-Einflüssen vom Feinsten. Dies honorieren auch die Fans, die bereits beim ersten Song zahlreicher in die Location strömen, sodass cirka 100 Metaller den Gig verfolgen. Spätestens mit Pure Motorized Instinct und dem anschließenden, dem kürzlich verstorbenen Slayer-Gitarristen Jeff Hanneman gewidmeten, Made In Hell hat das Quintett das Publikum vollends in seinen Bann gezogen. Die Instrumentalfraktion überzeugt durch kraftvolles, schnelles Spiel und Frontmann Guido steuert fiese Screams und tiefe Growls zum Gelingen bei, sodass die Headbanger die Nackenmuskulatur kräftig strapazieren und auch der ein oder andere Pogo zustande kommt. Weitere Höhepunkte des 45minütigen Auftritts sind Fury, Society Kills und der finale Kracher I Am Your Fear. Die reichlichen Zugabeforderungen können Scornage letztendlich aufgrund des straffen Zeitplanes leider nicht mehr erfüllen. Dieser Gig ist in jedem Fall schwer zu toppen!

Kurz nach halb elf beginnen die Hessen von Lay Down Rotten, die relativ kurzfristig für Dawn of Disease eingesprungen sind, ihre Show. Dies mag auch ein Grund dafür sein, dass sich das Publikum etwas lichtet und der Gig vor vielleicht 80 Leuten stattfindet. Dennoch setzen Lay Down Rotten unter anderem mit Hours Of Infinity oder Death Chain eine schier unaufhaltsame Death Thrash-Walze in Bewegung. Und auch wenn Sänger Jost nur zu minimalistischen Bewegungen tendiert und eher wortkarge Ansagen tätigt, hat die Band als Ganzes eine gute Bühnenpräsenz. Mir persönlich ist das um Songs wie Hades Resurrected, Altering The Whore oder Where Spirits Lie Dead erweiterte Set insgesamt zu monoton, da die Stücke zwar meist stark beginnen und auch die Growls zu überzeugen wissen aber dann häufig in einen belanglosen Einheitsbrei hinüberwabern. Den Fans der ersten Reihe scheint das Ganze dennoch zu gefallen und die Mosher lassen fleißig die Haare kreisen und sogar eine Mini-Wall-of-Death wird zelebriert. Nach ziemlich genau einer Stunde Spielzeit ist der Gig zuende und ich freue mich auf Agathodaimon.

Pünktlich um Mitternacht entern die Jungs von Agathodaimon die Bühne. Der Gig steht anfangs unter keinem besonders guten Stern, da ein Großteil der Fans der ersten drei Acts bereits die Heimreise angetreten zu haben scheint, sodass die Dark Metaller aus Mainz vor nur cirka 60 Leuten spielen. Ein Grund dafür könnte sein, dass hier doch ein gewisser Stilbruch zu den Vorbands besteht, was allerdings die verbliebenen Gäste nicht daran hindert, kräftig mitzufeiern. Und auch die Band selbst lässt sich nicht entmutigen und spielt trotz anfänglicher technischer Probleme mit dem Mikro des zweiten Sängers ein hervorragendes Set. Dabei gelingt es Agatodaimon einen kompletten Abriss ihrer Bandgeschichte zu präsentieren. So ist mit dem genialen Banner Of Blasphemy das 1998er Debütalbum Blacken The Angel ebenso vertreten wie der letzte Longplayer Phoenix mit Alone In The Dark oder Ghost Of Soul. Und auch klasse Songs der dazwischen liegenden Jahre wie Past Shadows oder Serpent`s Embrace werden heute zum Besten gegeben. Damit beweisen die Mainzer neben einer grundsoliden Songauswahl auch ihr technisches Geschick und Abwechslungsreichtum in der Songstruktur, wobei es besonders Sänger Chris gelingt, eine angenehm düstere Atmosphäre zu erzeugen.

Fazit: Den Veranstaltern ist es wieder einmal gelungen, ein hochkarätiges LineUp für wenig Geld zu präsentieren. Dabei wurden sämtliche Bands vom Publikum kräftig abgefeiert, wenn auch die Zuschauerzahlen stark variierten. Agathodaimon haben mich, nicht zuletzt aufgrund ihres unverwechselbaren Stils, zwar am meisten überzeugt, aber die Überraschung des Abends waren für mich ohne Zweifel die Jungs von Scornage, die es mit ihrem energiegeladenen Auftritt während des gesamten Sets verstanden haben, das Publikum ordentlich mitzureißen. Jungs und Mädels! So kann es weiter gehen, wenn es im September wieder heißt: Auf zum Schlachtfest nach Aurich!

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