Serenity – The Last Knight

Es gibt Geschichten, die schon erzählt wurden

Artist: Serenity

Herkunft: Wörgl, Tirol, Österreich

Album: The Last Knight

Spiellänge: 47:17 Minuten

Genre: Symphonic Metal, Power Metal

Release: 31.01.2020

Label: Napalm Records

Links: http://www.serenity-band.com/
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https://www.instagram.com/serenity_band/
https://twitter.com/serenityaustria

Bandmitglieder:

Gesang – Georg Neuhauser
Gitarre – Christian Hermsdörfer
Bassgitarre, Gesang – Fabio D’Amore
Schlagzeug, Gesang – Andreas Schipflinger

Tracklist:

  1. The Last Knight
  2. Invictus
  3. Set The World On Fire
  4. Keeper Of The Knights
  5. Souls And Sins
  6. My Kingdom Comes
  7. Queen Of Avalon
  8. My Farewell
  9. Down To Hell
  10. Wings Of Pridex
  11. Call To Arms

Wofür stehen Serenity? Für symphonischen Power Metal, der für diese Stilrichtung typisch mit eingängigen Melodien nicht geizt. Und letztlich auch vom steten Willen, die Historie der Menschheit lyrisch in ein musikalisches Konzept zu gießen. Georg Neuhauser hat eine besondere Affinität zu diesen Themen, was er gegenwärtig auch bei Warkings unter Beweis stellt. Schaut man auf die letzten Alben von Serenity zurück, so durften auch seinerzeit bereits diverse ruhmreiche Größen als Konzeptinspiration dienen.

Auf The Last Knight greift sich Georg Neuhauser den letzten Ritter. So wurde der Habsburger Maximilian I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, damals auch betitelt. Maximilian sicher auch deshalb, weil eben jener wie kein anderer Herrscher die Jahre gegen Ende des 15. im Übergang zum 16. Jahrhundert in positiver als auch negativer Hinsicht prägte. Insofern sind die Songs mit allerlei Geschichten gefüllt, die beileibe nicht nur von schönen und heiteren Momenten berichten.

Musikalisch bieten Serenity lupenreinen und fein vorgetragenen Symphonic Power Metal, der vor allem innerhalb der Instrumentierung eine technisch hohe Raffinesse widerspiegelt. Genretypisch sind epische Harmonien zu hören, die stets mit einem treibenden Doublebass zum grooven gebracht werden. Die Songstrukturen sind angereichert von schönen Soli und Serenity haben sich stets bemüht, für eine opulente Fülle über die einzelnen Songs hinweg zu sorgen. Die Arrangements weisen allerdings auch immer eine in sich ähnelnde Struktur auf. Das mag ein Prinzip sein, das sich hier bewährt, jedoch führt es mich eben auch zu der Erkenntnis, dass das Songwriting in dieser Hinsicht leider etwas voraussehbar wird. Die technische Produktion wirkt zwar dynamisch, am Ende aber ist sie für mein Empfinden zu glatt und beinahe stoisch. Serenity weichen von ihrer Linie nicht ab, was man ihnen allerdings nicht zum Vorwurf machen darf, denn sie finden zahlreiche Fans, denen genau dieser Drive enorm zusagt.

Es fällt mir in der Tat jedoch sehr schwer, hier einen speziellen Song ausfindig zu machen, der sich aus der gefälligen Menge deutlich abheben könnte. Auf sicherlich gleichbleibend gutem Niveau bleiben die Highlights leider aus. Daran kann auch die Gesangsqualität von Georg Neuhauser nichts ändern. Das ist alles entsprechend tough moduliert, die Melodien sind eingängig, aber auch er sieht sich meiner Meinung nach kontinuierlich dem gleichen Schema verfallen. Wie gesagt, der Funke springt irgendwie nicht über und so wird The Last Knight am Ende für mich ein Album sein, welches musikalisch zwar wenige Kritikpunkte aufweist, Musik muss aber auch berühren können. Zu diesem Zeitpunkt gelingt das bei mir jedoch nicht. Aber, wie wir alle wissen, Geschmäcker und Empfindungen sind eben verschieden. Reizvoll wäre indes der Gedanke, wie Serenity klingen würden, wenn sie sich einer gänzlich anderen Stilrichtung hingeben würden. Anlagen wären in jedem Falle vorhanden.

Serentiy gehen ab Februar auf Tour:

Mit Rage
05.02.20 DE – Mannheim / MS Connexion Complex
06.02.20 DE – Hamburg / TBA
07.02.20 DE – Siegburg / Kubana
14.02.20 IT – Milan / Legend’s Club
15.02.20 DE – Memmingen / Kaminwerk
16.02.20 DE – Nuremberg / Hirsch
18.02.20 CH – Pratteln / Konzertfabrik Z7
19.02.20 AT – Vienna / Szene
20.02.20 SK – Kosice / Collosseum
21.02.20 SK – Zvolen / Dom Kultury Zsr
22.02.20 CZ – Prague / Nova Chmelnice
23.02.20 DE – Bochum / Zeche

Serenity, Dynazty und Victorius
01.04.20 DE – Munich /Backstage
02.04.20 DE – Berlin / Nuke CLub
03.04.20 DE – Weinheim / Cafe Central
04.04.20 DE – Essen / Turock
05.04.20 NL – Haarlem    / Patronaat
07.04.20 NL – Enschede / Metropool
08.04.20 BE – Aarschot / De Klinker
09.04.20 DE – Rüsselheim am Main / Das Rind
10.04.20 CH – Luzern / Schüür
11.04.20 AT – Wörgl / Komma

Serenity – The Last Knight
Fazit
Selten hat mich eine Rezension derart herausgefordert. Denn die Diskrepanz zwischen Musik mit hoher Qualität und der Tatsache, dass mich ein Album nicht erreichen kann, war selten so hoch. Und noch schwerer fällt mir die jetzige Bewertung. Zugegeben, Subjektivität spielt hier eine sehr große Rolle und ich werde dieses Album sicher nicht öfter hören, da mir der Reiz fehlt. Aber das zwischenzeitlich siebte Studioalbum The Last Knight deshalb als belanglos zu bezeichnen, käme einer Farce gleich, denn die Jungs beweisen mit jedem Song jede Menge Spirit und Herzblut für ihre Musik. Eines jedoch stimmt mich milde, dieses Album wird mit Sicherheit seine Liebhaber finden. Habt Spaß daran.

Anspieltipps: Set The World On Fire
Peter H.
7.8
Leser Bewertung4 Bewertungen
7.8
7.8
Punkte
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