Somebody Once Told Me EP-Releaseshow am 07.08.2020 im Livestream aus dem Krachgarten, Wesel

Zwei Bands trotzen erfolgreich der sommerlichen Hitze

Eventname: EP-Releaseshow Somebody Once Told Me

Headliner: Somebody Once Told Me

Support: Horizis

Ort: Krachgarten, Wesel

Datum: 07.08.2020

Kosten: gratis

Genres: Progressive Metalcore, Post Hardcore, Melodic Death Metal, Epic Trancemetal

Veranstalter: Somebody Once Told Me (https://www.facebook.com/somebodyoncetoldmeband/) und Krachgarten (https://www.facebook.com/krachgartenwesel/)

Link: https://www.facebook.com/events/288907435552974/

Mittlerweile hat nicht nur Corona die Republik fest im Griff, auch der Sommer hat Einzug gehalten. Am Niederrhein pendeln sich die Temperaturen um die 35°C ein, da lasse ich alle Außenjalousien runter und bewege mich möglichst wenig. Ganz anders die Jungs von Somebody Once Told Me, wobei sie heute Heimspiel haben, sie stammen nämlich aus Wesel. Noch mehr nehmen die Jungs und Martha von Horizis auf sich, die reisen nämlich aus Aachen an, um heute bei der Releaseshow als Support dabei zu sein. Ich kenne auch tatsächlich nur Horizis und freue mich drauf, sie, wenn auch nicht persönlich, so doch zumindest in diesem Stream mal wiederzusehen.

Der Stream lässt erst einmal ein wenig auf sich warten, aber im Livechat kann man sich gut die Zeit vertreiben. Mit einer guten Viertelstunde Verspätung erscheinen dann zunächst Sänger Bastian und Sängerin/Bassistin Martha auf dem Bildschirm. Los geht es mit dem Song, der auch die im Dezember 2019 erschienene EP Heavy Lies The Crown eröffnet, nämlich Remember. Und auch das folgende Schizophrenia ist auf dieser EP-Song Nummer zwei. Trotzdem schafft Bastian es, bei den Ansagen durcheinanderzukommen, woraufhin er von Martha „liebevoll“ korrigiert wird. Um bei der Reihenfolge der EP zu bleiben, folgt Danae, wobei der auch schon länger auf der Setliste von Horizis steht, sodass Bastian sich hier nicht mehr vertut.

Wo die Nadel des Thermometers im Krachgarten steht, kann ich nur erahnen, aber bis auf den relativ entspannt wirkenden Keyboarder Ramón sind die restlichen Bandmitglieder ziemlich schnell schweißgebadet. So versucht dann Bastian mithilfe einer Blumenspritze, sich selbst und Martha ein wenig Abkühlung zu verschaffen. Ob das der Grund für den Ausfall beider Mikrofone bei der folgenden Coverversion des Being As An Ocean-Songs The Hardest Part ist, weiß ich nicht, aber die Probleme sind von dem wieder mal bestens aufgestellten Team des Krachgartens zügig behoben. Weiter geht’s mit God Of Fire. Das ist der älteste Song von Horizis, der mal den Arbeitstitel Techno Metal trug. Warum, hört man bereits nach den ersten Takten 😀 Und da es ja nicht so ist, dass Horizis sich nach dem Release der EP auf die faule Haut gelegt haben, gibt es heute auch den neusten Track auf die Ohren. Oceans heißt er, und die könnten wir wohl alle jetzt gebrauchen, um einmal ordentlich abzutauchen und abzukühlen. Aber keine Gnade, weiter geht es mit Acedia, bevor Horizis ein weiteres Cover präsentieren. Und nicht nur bei ihrer Version vom Bring Me The Horizon-Song Sleepwalking singen auch die anderen Bandmitglieder – bis auf Drummer Daniel, der braucht seine Luft für was anderes – inbrünstig mit. Wahrscheinlich gut, dass nur Bastian und Martha ein Mikro vor sich haben… 😀

Wie auch die EP, schließt der heutige Auftritt sinnigerweise mit dem Farewell Song, und zum wiederholten Mal bedanken sich Bastian und Martha bei Somebody Once Told Me für die Einladung, beim gesamten Team vom Krachgarten und natürlich auch bei uns, die wir es vor den Bildschirmen wohl wesentlich bequemer hatten. Man merkt aber allen Mitgliedern von Horizis an, dass sie sich sehr gefreut haben, endlich mal wieder eine Show spielen zu können. Da fährt man dann gern auch mal knapp drei Stunden pro Strecke.

2020 08 07 – Somebody Once Told Me @ Krachgarten Wesel

Ich erlebe es heute zum ersten Mal, dass bei einem Livestream aus dem Krachgarten zwei Bands am Start sind, aber die Umbaupause wird gut genutzt. Mit Markus und Florian sitzen Sänger und einer der Gitarristen von Somebody Once Told Me zum Interview bereit. Corona-konform sind natürlich alle mit Mund-Nase-Schutz ausgestattet. Gegründet wurden Somebody Once Told Me im Mai 2017, da hatten sie allerdings noch keinen Sänger, Markus stieß erst im November des gleichen Jahres dazu. Die Aufnahmen zur EP Alea Iacta Est begannen bereits im Sommer letzten Jahres, wobei hauptsächlich Markus die Texte geschrieben hat, während überwiegend Florian für das Musikalische verantwortlich zeichnet. Der zupft auch noch bei Breakdowns At Tiffany’s die Saiten, wobei er natürlich die Frage, welche von beiden seine Lieblingsband sei, mit einem „keine von beiden“ beantwortet. Eigentlich hätte Alea Iacta Est schon früher veröffentlicht worden sein sollen, aber man hat die Verzögerung sehr kreativ genutzt, war bereits wieder im Studio und arbeitet schon an neuen Sachen.

Wo gerade im Interview noch BAT erwähnt wurden, auch Somebody Once Told Me gehen natürlich in Richtung Metalcore. Wobei sie für mich einen Schlag progressiver klingen und auch einen recht großen Einfluss an Post Hardcore einbringen. Auf einen Bassisten können sie verzichten, die Gitarren von Florian und Sebastian gleichen das mehr als aus. Mit Vincent haben sie einen richtig guten Drummer am Start, und auch Sänger Markus lässt mich das eine oder andere Mal anerkennend mit dem Kopf nicken. Viel mehr bringe ich bei der Hitze heute nicht zustande, und mir tun die Jungs tatsächlich ein ganz klein wenig leid, die sind nämlich auch in Nullkommanix schweißgebadet. Nur Florian scheint da ausgenommen zu sein, der lässt sich, wie auch bei Shows von Breakdowns At Tiffany’s, eher nichts anmerken. Mit Markus hat das Team vom Krachgarten aber wohl tatsächlich richtig Mitleid, nach einigen Songs wird dann nämlich der neben ihm stehende Standventilator eingeschaltet und auf höchste Stufe gestellt. Nach Dead End und Femme Fatale ist es für ihn aber wahrscheinlich zunächst nicht wirklich eine Erholung, den Song Receiver ankündigen zu können. Das sei nämlich, so Markus „die Ballade, die man auf einem Album braucht“. Tatsächlich wird das Tempo hier ein ganz klein wenig gedrosselt, und die tolle Melodie der Rhythmusgitarre steht mal ein wenig mehr im Vordergrund. Aber selbst ich, als mehr oder weniger konsequente Balladenverweigerin, habe an Receiver nix zu kritteln, im Gegenteil. Mit Neither Savage Nor Wise kündigt Markus dann den ältesten Song an, der auch schon einige Namenswechsel überlebt hat. Den Titeltrack Alea Iacta Est kann er dann mit dem bereits erwähnten Standventilator neben sich ankündigen. Der Song war auch der erste, der von der EP bereits vor einem knappen Jahr als Appetithäppchen ausgekoppelt wurde. Es folgte dann ja noch die Single Femme Fatale. Damit haben Somebody Once Told Me tatsächlich schon alle Songs der EP gespielt. Aber es gibt sowohl im weiterhin gut frequentierten Livechat als auch vom Team vor Ort noch Zugaberufe, denen man natürlich gern nachkommt. So gibt es dann mangels Alternativen noch einmal Dead End, aber mit diesem Song als Zugabe kann nicht nur ich sehr gut leben. Mit den knapp 30 Minuten Spielzeit, auf die die EP Alea Iacta Est kommt, haben Somebody Once Told Me jedenfalls richtig gut vorgelegt, und ich bin sehr gespannt, mit welchem Material die Jungs noch um die Ecke kommen. Und um den Abschluss dann noch besonders „würdevoll“ zu gestalten, gibt es vom Krachgarten dann noch die ganz eigene Version der Eurovisionshymne. 😀

Man merkt dem Team vom Krachgarten an, dass sie, neben der mittlerweile natürlich auch gewonnenen Routine, nach wie vor sehr viel Spaß daran haben, die Bands und Künstler, die sich so nach und nach im Krachgarten einfinden, ins bestmögliche Licht zu setzen. Jeder wird an jedem einzelnen Spot immer mal wieder eingeblendet und darf sich präsentieren, ohne sich besonders hervorzutun. So ist es zwar nach wie vor noch ein bisschen ungewohnt, Bands nicht komplett auf einer Bühne zu sehen, aber die hervorragende Bild- und Tonqualität lässt das dann auch schnell wieder vergessen. Da der Krachgarten auch genretechnisch überhaupt nicht festgelegt ist, ist das Programm dementsprechend breit gestreut und sollte eigentlich für jeden was bieten. Also einfach mal reinschauen und dem Krachgarten auch auf Twitch.tv folgen!

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