Soul Grinder – Lifeless Obsession (EP)

Fünf neue Nackenschläge aus dem Hause Soul Grinder

Artist: Soul Grinder

Herkunft: Deutschland

Album: Lifeless Obsession (EP)

Spiellänge: 21:19 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 04.06.2021

Label: MDD Records

Link: https://www.facebook.com/soulgrindermetal/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Jan Resmer
Gesang und Bassgitarre – Matthias Junge
Schlagzeug – Balrogh

Tracklist:

  1. Night’s Bane (Nyktophobia)
  2. Mercyful Fate
  3. Terradeformer
  4. A Worm’s Repast
  5. Lifeless Obsession

Der Death Metal Underground weltweit boomt und lebt. Täglich bekomme ich neue Sachen rein und es macht einfach nur Spaß, immer wieder neue Bands zu erforschen. In Deutschland boomt der Death Metal in den letzten Jahren auch so richtig und diese Bands brauchen mittlerweile keinen internationalen Vergleich mehr zu scheuen. So eine Band ist auch Soul Grinder aus Bremen und Rotenburg/Wümme. Seit der Gründung 2018 geht es steil bergauf. Die EP Sadistic Paraste (2018) kam schon gut an und das Album Chronicles Of Decay (2020) bekam nur gute Kritiken. Das Trio Infernale war fleißig und hat die Zeit genutzt, um neues Material zu schreiben. Fünf neue Nackenschläge gibt es zu verdauen. Diese nimmt man gerne in Kauf.

Night’s Bane (Nyktophobia) legt dann los wie die Feuerwehr. Wahnsinn. So darf, kann und muss man eine EP starten. Nach kurzem Hören muss man feststellen, dass die Burschen aber eine kleine Weiterentwicklung vollzogen haben. Ob diese mit der Beendigung von Matthias langjähriger Band Ctulu zu tun hat, weiß ich nicht. Dort herrschte ja der Black Metal und der Opener verarbeitet eben auch diese Einflüsse. Aber keine Sorge, es regiert immer noch der old schoolige Death Metal. Das Riffing zu Beginn ist kurz blackig. Nach feinem Vorspieler gibt es aber ein geiles Death Metal Gewitter. Lang gezogenes Riff und Uptempo. Nach dieser Attacke wechselt man in den Refrainpart und alle können Nyktophobia mitgrölen. Es erklingen wieder die Vorspieler und danach bricht erneut die Hölle ein. Das Tempo wird wieder herausgenommen und verschleppt. Der Refrainpart wird mit chorealen Gesängen ergänzt. Sehr gute Idee. Das Riffing wird wieder deathig, aber dann wechselt man wieder in blackig angehauchte Gefilde. Wieder die Vorspieler und ab ins schnelle Midtempo. Dann fährt man runter und baut langsam einen dramatischen, melodischen Part auf. Nicht nur hier gefällt mir die Doublebassarbeit von Balrogh. Mit einem Nyktophobia endet dann der Spaß. Unterstützt wurden die Jungens von Nachtgarm, den Sänger von Negator.

Mit Mercyful Fate verbindet man als Metalfan natürlich King Diamond, aber musikalisch ist dieser Einfluss nicht erkennbar. Das ist auch gut so, denn hier rollt der Death Metal Zug ordentlich auf einen zu. Auch hier beginnt man mit leisem Vorspieler und groovt sich dann den Wolf. Klingt ein wenig rockig, ein wenig schmutzig und auch wenig blackig. Ein Livemitgrölpart wurde mit eingebaut. Man bewegt sich im Midtempo, aber baut trotzdem Druck auf. Nach erneutem Vorspieler knallt man dem Zuhörer einen feinen, schnelle Uftata-Part um die Ohren. Der Song strotz vor Power, hat einen gewissen Abgehfaktor und wird gerade live sicherlich bei der Meute gut ankommen. Man bleibt beim groovenden Rhythmus und überschreitet so die Ziellinie. Ein gutes Kontrastprogramm zum Opener.

Ganz anders kommt da wiederum Terradeformer aus den Boxen gekrochen. Gekrochen ist natürlich das falsche Wort, denn der nächste Nackenvernichtungsschlag wird hier auf einen zukommen, da kann man sich nach ein paar Sekunden relativ sicher sein. Kurzes Trommelgeknatter und dann groovt man sich auch wieder den Wolf, bevor man dann den guten alten Blastbeat herausholt. So mag ich das, zumal das Riffing sehr geil ist. Dieses Spielchen wiederholt man und verwendet auch doppelten Gesang. Es folgt ein drückender Midtempopart. Man lässt es ausklingen und wechselt kurz in bedrohliche und atmosphärische Klänge. Diese werden von weiblichen Stimmen begleitet, bevor dann der Blastbeat losrollt und man die Engelsruhe stört. Fett. Es folgt wieder Balroghs kongeniales Doublebassspiel. Noch einmal fix den Blastbeat dazu, kurzes Gegroove und dann rotiert noch einmal die Doubelbass. Läuft.

A Worm’s Request ist wieder so eine Death Metal Walze. Hier regiert der klassische und old schoolige Death Metal, inklusive wildem Solo und Tempowechsel. Klingt sehr schön abwechslungsreich und das Riffing kann total überzeugen. Rhythmisch, groovig und fix. Schockt. Sehr straight und eingängig.

Lifeless Obsession, der Namensgeber der EP, dient als Rausschmeißer und hier hauen sie noch einmal ordentlich einen raus. Ähnlich wie beim Opener bietet man doppelten Gesang und auch einige Anleihen aus dem Black Metal. Ein Refrainpart mit Mitschreieffekt darf nicht fehlen. Durch den Akustikpart, der in der Mitte noch einmal wieder verwendet wird (dort wieder mit weiblichen Engelsstimmen) bringt man eine gewisse düstere Atmosphäre ins Spiel. Gerade dieser Part macht den Song aus. Danach gibt es Vorspieler, die das Unheil ankündigen. Dieses bricht mit einen Blastgewitter aus und der Refrainpart Lifeless Obsession erklingt noch einmal. Brett!

Das ganze Teil ist zudem fett produziert, so ass es nicht wirklich etwas zu meckern gibt und man kann beruhigt eine Kaufempfehlung aussprechen. Wer auf Puzzle steht, kann ein Package bei MDD Records ordern (EP-CD, zwei Tassen, Puzzle + vier Untersetzer). Mal was anderes.

Soul Grinder – Lifeless Obsession (EP)
Fazit
Solu Grinder liefern auf ihrer neuen EP geilen Old School Death Metal mit einigen Black Metal Einschlägen ab. Die fünf Songs machen einfach nur Laune und Lust auf mehr. Kauftipp!

Anspieltipps: Night's Bane (Nyktophobia) und Lifeless Obsession
Michael E.
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