Timechild – And Yet It Moves

Bemerkenswertes Debüt der jungen Dänen

Artist: Timechild

Herkunft: Kopenhagen, Dänemark

Album: And Yet It Moves

Spiellänge: 37:55 Minuten

Genre: Hard Rock, Heavy Rock

Release: 12.11.2021

Label: Mighty Music

Link: https://www.facebook.com/timechildofficial/?ref=page_internal

Bandmitglieder

Gesang, Gitarre– Anders Folden Brink
Gitarre, Background Gesang – Birk
Bassgitarre und Background Gesang – Daniel Bach
Schlagzeug – Martin Haumann

Tracklist:

  1. And Yet It Moves
  2. This Too Will Pass
  3. Haze Of The Dawn
  4. Where I Now Belong
  5. Children Of A Killing Sun
  6. Shrapnel
  7. Choir Of Man
  8. Last Frontier
  9. The Bite Of Frost

Seit ein paar Monaten geistern die Dänen bereits durch die sozialen Medien und machten mit kurzen Teasern und Vorabveröffentlichungen geschickt Werbung  für ihre Musik. Das Resultat des Quartetts aus Kopenhagen ist nun da und kann sich hören lassen. Da kommt scheinbar ein neues Brett auf uns zu und damit wollen sich die vier Musiker in die Riege der erfolgreichen dänischen Bands einreihen. Bandleader Anders Folden Brink und seine drei Mitstreiter haben das Projekt in der pandemischen Zeit begonnen und neun Songs geschrieben, aufgenommen und letztendlich in den Handel gebracht. Kein Geringerer als Soren Andersen hat die Scheibe produziert und dürfte an dieser Stelle und bei dem Genre genau der Richtige gewesen sein. Vom Stil her dürfte es Heavy Rock sein, der seinen Ursprung im Hard Rock hat.

Der Titeltrack und erste Nummer auf der Scheibe And Yet It Moves verspricht schon mal einiges. Eine gitarrenlastige Nummer mit gutem markanten Gesang von Anders und einer soliden Basis aus fett abgemischten Drums und einem satten Bass von Daniel Bach. Das gibt schon mal einen Eindruck, um was es in den allerdings nur knappen 38 Minuten gehen wird. Der Titel bezieht sich der Legende nach auf den letzten Satz des Physikers und Philosophen Gallileo Gallei, der zu Lebzeiten auf Druck des Vatikans seine Theorie, dass die Erde sich um die Sonne dreht und nicht andersrum, widerrufen musste. Dieses ist ausschlaggebend für die textlichen Inhalte des Albums, welche sich um die menschliche Existenz und dem Bestreben, sich über die Naturgesetze zu erheben, auseinandersetzt. Dass dies äußerst zweifelhaft ist, dürfte allerdings jedem bewusst sein. Mit This Too Will Pass, ebenfalls im Vorfeld schon als Single ausgekoppelt, geht es weiter. Schweres Riff trifft auf jungen Gesang. Da hört man die musikalischen Wurzeln deutlich raus. In einigen Passagen werden sofort Erinnerungen an Gypsy von Uriah Heep deutlich, auch wenn es sich dann wieder davon deutlich verabschiedet. Der Break in der Mitte gibt dem Chorus Platz und natürlich darf auch ein Solo nicht fehlen. Haze Of The Dawn wurde bereits vor drei Monaten vorab veröffentlicht und ist eine anständige Rocknummer, die Spaß macht, aber nicht überragend ist. Vor allem der Refrain ist sperrig.

Where I Belong beginnt mit einem knackig gespielten Bass und entwickelt sich zu einem mit fast schon psychedelischen Elementen angereicherten Rocker. Geiles Solo im Mittelteil, der das Stück noch etwas weiter in eine progressive Ecke lenkt. Den hätte man noch länger spielen dürfen. Ein eher getragenes Stück, das durch einen stampfenden Beat überzeugt, ist Children Of A Killing Sun. Das ist so ein Stück, bei dem man vor der Bühne steht, ein Pils in der Hand und der Kopf sich rhythmisch wie von Geisterhand bewegt. Im Mittelteil schnell noch ein leicht schnelleres Solo und zurück zum anfänglichen Beat. Sehr gelungen. Shrapnel beginnt wie eine Ballade mit leichter akustischer Gitarre und mehrstimmigem Gesang. Bereits arrangiert mit der ruhigen Nummer, gibts plötzlich kurz was auf die Fresse, um dann wieder in die anfängliche, ruhige Sequenz zu wechseln. Ebenfalls ein gelungenes Stück. Passend zum Titel beginnt bei Choir Of Man ein ebensolcher Männerchor, der dann aber von rasanten Gitarren, schnellen Drums und Folden Brinks Stimme dominiert wird. Dem muss ich an dieser Stelle mal ein Lob aussprechen. Durch sein Organ bekommen die Stücke eine deutliche Prägung. Eine Prise Coolness gepaart mit einer stimmlichen Reife bewirkt dies eindrucksvoll.

Bevor The Bite Of Frost (der vor acht Monaten erschienene Song war übrigens der Auslöser für meine Begeisterung für Timechild) das Album beendet, kommt noch Last Frontier. Nicht ganz so zwingend, aber doch mit einem gelungenen Riffing und gutem Drumming geht es zu Abschluss. Bite Of Frost beginnt wieder etwas ruhiger, mit akustischer Gitarre und mehrstimmigem Gesang. Der lange Song entwickelt dann eine eigene Dynamik, von der man sich nur schlecht befreien kann. Wie der langanhaltende Biss des Frostes im Winter bleibt der Track lange haften. Das ist möglicherweise eine Richtung, die Timechild gut stehen könnte – also etwas progressive Spielelemente mit aufnehmen, komplexere Strukturen schaffen. Dass sie das können, zeigen sie sehr gelungen in diesem letzten Song. Mit Absicht hänge ich den an und keinen der Aktuelleren.

Timechild – And Yet It Moves
Fazit
Gelungenes Debüt einer neuen hoffnungsvollen Band aus den so erfolgreichen skandinavischen Gefilden. In Dänemark können sie bereits mit Liveauftritten überzeugen und die Platte zeigt die Qualitäten der vier Jungs. Nun müssen sie sich auch im europäischen Ausland beweisen, um erfolgreich im Musikbusiness mitmischen zu können. Die Basis ist gelegt.

Anspieltipps: Where I Now Belong, Shrapnel und And Yet It Moves
Kay L.
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