Walls Of Jericho – No One Can Save You From Yourself

“I Am Relentless!“

Artist: Walls Of Jericho

Herkunft: Detroit, Michigan, USA

Album: No One Can Save You From Yourself

Spiellänge: 42:16 Minuten

Genre: Hardcore, Metalcore

Release: 25.03.2016

Label: Napalm Records

Link: https://www.facebook.com/WallsofJericho/

Bandmitglieder:

Gesang – Candace Kucsulain
Gitarre – Chris Rawson
Gitarre – Mike Hasty
Bassgitarre – Aaron Ruby
Schlagzeug – Dustin Schoenhofer

Tracklist:

  1. Intro
  2. Illusion Of Safety
  3. No One Can Save You From Yourself
  4. Forever Militant
  5. Fight The Good Fight
  6. Cutbird
  7. Relentless
  8. Damage Drone
  9. Reign Supreme
  10. Wrapped In Violence
  11. Anthem
  12. Beyond All Praise
  13. Probably Will

Walls Of Jericho - No One Can Save You From Yourself

Wenn ich an starke Frauen im Metal denke, dann kommen mir drei Bands bzw. drei Frontfrauen als erstes im Sinn. Den Anfang mach für mich ganz klar Alissa White Gluz (Arch Enemy, Ex-The Agonist) dann folgt sogleich Vicky Psarakis (The Agonist), die meiner Meinung nach ohne Probleme die Frontposition bei The Agonist eingenommen hat und das, ohne dass man Alissa vermissen würde und – last but not least – fällt mir dann immer die wohl muskulöseste unter den Mädels auf: Candace Kucsulain. Es ist jetzt genau acht Jahre her, seitdem wir etwas aus dem Hause Wall Of Jericho gehört haben und genau dieses Jahr im März war es dann so weit: Die Soloprojekte/Nebenprojekte wurden beiseite geschoben, um für die als Metalcore-Band einkategorisierte Truppe wieder mehr Platz zu schaffen.

Auch wenn in meinen Augen Wall Of Jericho eher im Hardcore zu Hause sind (und auch immer waren), versuche ich die neue Platte unter beiden Genres einzusortieren, mal schauen, in welcher Schublade sich No One Can Save You From Yourself am Ende wohler fühlen mag.

Mit einem Sampler-Intro startet die 2016er Platte nun mit alter Härte. Bündig mit Doublebass und einer klaren Ansage, dass es hier wieder einiges gegen das System zu sagen gibt, geht es bündig in das „zweite“ Intro Illusion Of Safety. Der namensgebende Track No One Can Save You From Yourself bringt klare Linien was die Songstruktur angeht und zeigt, dass Genre-Elemente wie Breakdowns auch acht Jahre nach dem letzten Release noch immer gut klingen, wenn man weiß, was man tut.

Besonders klar stechen die gern eingesetzten Doublebass-Passagen heraus, die sich mit dem galoppierenden Takt des Schlagzeugs gern mal abwechseln. Ein cooler Stereo-Mix dürfte vor allem denen auffallen, die Forever Militant mit Kopfhörern hören. Eigentlich groovt es bei jedem Song gewaltig und wenn Walls Of Jericho nicht gerade mal mit einem Vorschlaghammer zeigen wollen, wo der Frosch die Locken hat, dann überzeugt man durch eine gekonnt eingesetzte Melodie. Doch leider sind die Parts ein wenig seltener und da sich die Songs größtenteils im Mid-Tempo aufhalten, kommt leider nicht immer Moshpit-Stimmung auf. Ein wenig heraus sticht Cutbird, denn hier schafft man es zwischenzeitig mal ins Uptempo und zeigt, dass man auch Circlepit-Allüren hat.

I Am Relentless – ah, was für ein herrlich guturaler und langzogener Shout – danke, Candace. Mit Relentless hat man sich Konzertkompatibilität mit auf die Platte gepackt. Ähnlich wie bei The American Dream gibt es hier genug Punkte zum Mitsingen – ich freue mich schon das erste Mal die Menge „Relentless“ schreien zu hören.

Beyond All Praise schließt zusammen mit Probably Will das 2016er Release ab. Wo Beyond All Praise noch genug Hardcore-Elemente mitbringt, traue ich beim Abschlusssong fast meinen Ohren nicht. Ist das eine klar-gesungene Ballade von Walls Of Jerico? Ich wusste gar nicht, dass Candace Kucsulain sogar ohne Reibeisen-Stimme kann. Zwar gibt es bessere Sängerinnen im klaren Bereich, doch die Ballade klingt weder unpassend noch herausragend. Also okay um das Album abzuschließen, jedoch nicht um ein neues Kapitel der Band damit zu eröffnen.

Fazit: Walls Of Jerico schließen mit ihrem 2016er Release genau da an, wo sie vor acht Jahren aufgehört haben. Es fehlt dem Album eigentlich nur das, was der Band schon immer gefehlt hat – Abwechslung. Klar sind alle Songs sehr Hardcore-lastig und ein Fan der Truppe wird mit Sicherheit seinen Spaß an No One Can Save You From Yourself haben, doch wäre dies hier eine Platte einer Newcomer-Band, die ich nicht kenne, dann hätte ich auf keinen Fall mehr als sieben Punkte gegeben und um fair zu sein, gibt es hier auch nicht mehr. Mir fehlt es an mitreißenden Uptempo-Songs und an Tracks, die wie Relentless nach dem ersten Hören einfach im Kopf bleiben und Lust auf mehr machen.

Anspieltipps: Cutbird und Relentless
Kai R.7
Leser Bewertung1 Bewertung6.7
7

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