Arroganz – Death Doom Punks

15.05.2026 - Death Metal, Doom - Testimony Records - 38:31 Minuten

Die aus Cottbus stammende Formation Arroganz supportet die Szene auch schon seit dem Jahre 2008 und ist als Trio unterwegs und seitdem recht stabil. Gleich 2009 wurde der Drummer ausgetauscht und seitdem sind K und T eine Einheit. Im Jahre 2025 wurde Gitarrist P, der seit 2013 dabei war, gegen B ausgetauscht und nun geht es weiter. Die Burschen haben schon immer ihr eigenes Ding gemacht und gerade die ersten drei Alben Dark And Deathless, Kaos.Kult.Kreation und Tod & Teufel haben mich absolut überzeugt. Mittlerweile ist man beim siebten Album angekommen. Dieses trägt den Namen Death Doom Punks. Ob der Name Programm ist, werdet ihr hier erfahren.

Los geht es mit Die For Nothing und man leitet das Ganze mit einem kleinen Intro ein. Sprachsequenzen (hat etwas von der False von Gorefest) eröffnen den Reigen und man legt mit einem fetten, groovigen Part los. Das Ganze klingt dreckig produziert und eine Prise Punk fliegt über das Kuckucksnest, aber ansonsten fühlt man sich schon im Death Metal zu Hause. Man erhöht zwar das Tempo, bleibt aber im Midtempo verhaftet und der Groove spielt keine ganz untergeordnete Rolle. Ist schon wichtig, auch wenn man am Ende des Parts immer mal wieder das Tempo erhöht. Und dann auf einmal, so mittendrin statt nur dabei, baut man einen proggigen Teil mit ein. Ist das schon Prog Jazz? Keine Ahnung, das ist absolut nicht meine bevorzugte Baustelle. Meines Erachtens hätte es diesen nicht gebraucht, aber es zeigt wieder einmal, dass Arroganz ihr Ding durchziehen und wenn man da eben Bock drauf hat, macht man es einfach. Der Song geht dann normal weiter und macht so richtig Spaß. Geht gut nach vorne. Diese dreckige Produktion erzeugt so einen schmutzigen Druck, dass die Schwarte ohne Ende kracht. Guter Einstieg.

Under Scarred Skin ist auch weiterhin im old schooligen Death Metal verankert. Der Bass brummt am Anfang und eine langsame Melodie erklingt, sodass man meinen könnte, man würde sich in doomigen Gefilden aufhalten, aber der nachfolgende Midtempo-Part erklärt einem dann, dass man doch woanders ist bzw. man in mehreren Welten unterwegs ist. Ein bisschen D-Beat dazu, ein wenig Punk und ein wenig Geschwindigkeit hat auch noch niemandem geschadet. Neben den Growls gesellen sich heisere Screams dazu und so treibt man es bunt und wild. Man drückt ohne Ende und bleibt dreckig. Ein wilder, langsamer und atmosphärischer Part mit doppeltem Gesang unterbricht die drückende Gewalt, die danach wieder erklingt und weiter bis zum Ende ausgearbeitet wird.

Death Doom Punks hat den Namen nicht umsonst und hat eben alles intus, ist aber eine echt brutale und aggressive Nummer, welche man sich nicht entgehen lassen sollte. Wie bei den anderen Songs auch, gibt es viel zu entdecken und zu genießen.

Arsenic Breath zum Beispiel ist ein Song, der symbolisch für das ganze Album steht. Langsam und druckvoll startet man ins Rennen. Kraftvoll und groovig. Zweistimmig agierend hat man die Sache in der Hand. Wie auf dem ganzen Album kommt auch hier der Bass sehr gut zur Geltung und ist wesentlich mehr als nur ein Begleitinstrument. Teilweise bestimmt er den Gesamtsound. So treibt man immer weiter und weiter sein Unwesen und gönnt dem Hörer keine Pause. Eine punkige Attitüde ist klar hörbar. Dann wird man langsam, lässt den Doom für sich sprechen und zerstört diese melancholische Grundstimmung sofort wieder mit einer schnellen Attacke, welche dann wieder von einem groovigen Moment abgelöst wird. Wilde und anspruchsvolle Breaks setzen den gnadenlosen Untergang fort und eine Art melodisches Grundriff wird dann wild ausgearbeitet. Man gibt noch einmal ein wenig Gummi, ohne wirklich schnell zu werden, und breakt sich dann noch einmal den Wolf. Es passiert hier sehr viel, wie eben auf dem ganzen Album.

Starkes und eigenwilliges Album mit einer harschen Kritik an der Gesellschaft und dem Aufruf zum Widerstand gegen die Extremisten.

Hier geht es für weitere Informationen zu Arroganz – Death Doom Punks in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Arroganz – Death Doom Punks
Fazit zu Death Doom Punks
Arroganz haben schon immer das gemacht, worauf sie Bock haben, und dieses wird man auch wohl kaum noch ändern, auch wenn man nach langer Zeit ein Mitglied austauschen musste. Im Grunde ist es egal, denn Arroganz haben eine eigene DNA und diese kann man tatsächlich mit Death Doom Punk bezeichnen. Wobei der punkige Einfluss mehr in der Attitüde zu sehen ist, aber auch musikalisch. Der doomige Anteil ist da schon größer. Ansonsten bewegt man sich viel im groovigen Death Metal, erhöht aber auch das Tempo und macht es durch das Platzieren von einigen Breaks dem Zuhörer nicht immer leicht. Aber es passt. Ein sehr dominanter Bass und eine geile, schmutzige Produktion erledigen dann den Rest. Geiles Ding.

Anspieltipps: Die For Nothing und Arsenic Breath
Michael E.
8.2
Leserbewertung0 Bewertungen
0
8.2
Punkte