Full Of Hell am 24.04.2026 im SO36, Berlin

Harte Klänge jenseits der Norm

Event: Full Of Hell – Europe Tour 2026

Bands: Full Of Hell, The Body, Jarhead Fertilizer, JAD

Ort: SO36, Berlin

Datum: 24.04.2026

Kosten: ca. 43 €

Zuschauer: ca. 800

Genre: Grindcore, Death Metal, Hardcore

Link: https://www.so36.com/produkte/84216-tickets-full-of-hell-so36-berlin-am-24-04-2026

Berlin taucht am 24. April einmal mehr in die extremste Spielart des Metals ein: Full Of Hell geben sich die Ehre. Das Konzert findet im SO36 statt – einem der ikonischsten Orte der alternativen Szene der Stadt. Die Location hat eine lange Geschichte und ist ein fester Bestandteil der Berliner Underground-Szene. Schon 1978 frönten hier Punks harten Klängen.

Organisiert von Doomstar Bookings vereint das Line-Up vier hochenergetische Acts: JAD, Jarhead Fertilizer, The Body und natürlich die Hauptattraktion des Abends, Full Of Hell – eine bewusst aufgebaute Steigerung hin zu immer extremeren Klangwelten.

Die Halle ist bereits früh gut gefüllt und erreicht im Verlauf des Abends nahezu ihre Kapazitätsgrenze. Als Full Of Hell schließlich die Bühne betreten, ist das SO36 praktisch bis zum Anschlag voll. Selbst der Gang zur Toilette wird zur Herausforderung.

Das Publikum ist von Beginn an voll dabei. Bereits beim Opener ist in den vorderen Reihen ordentlich Bewegung. Doch erst während des Auftritts von Full Of Hell erreicht die Intensität ihren Höhepunkt: Der Moshpit arbeitet jetzt durchgängig, einzelne Gäste wagen auch einen Sprung von der Bühne. Ohne Sicherheitsbarriere besteht eine direkte Verbindung zwischen Band und Publikum, was den rohen, unmittelbaren Charakter dieses finalen Sets zusätzlich verstärkt.

Den Auftakt machen JAD mit einem kurzen, etwa zwanzigminütigen Set – Kompromisse scheinen die Jungs nicht zu kennen. Der Sound, angesiedelt zwischen düsterem Hardcore und industriell geprägten Noise-Elementen, ist roh, direkt und aggressiv: ein perfekter Einstieg in den Abend, der das Publikum sofort abholt.

Im Anschluss steigern Jarhead Fertilizer, eine US-amerikanische Deathgrind-Band mit unüberhörbaren Hardcore-Wurzeln, die Intensität weiter. Ihr rund halbstündiges Set überzeugt mit ungebändigter jugendlicher Energie und Durchschlagskraft. Selbst in einem Genre, in dem maximale Härte Standard ist, sticht die Truppe positiv hervor.

Besonders hervorzuheben ist die Doppelrolle des Schlagzeugers, der auch für den Gesang zuständig ist – eine anspruchsvolle Kombination, die sowohl körperlich als auch musikalisch ein hohes Maß an Kontrolle erfordert.

Der dritte Slot gehört The Body, einem US-Duo aus Gitarre und Schlagzeug, das für seinen extremen Zugang zu Doom, Noise und experimentellen Klangstrukturen bekannt ist. Ihr Set, ebenfalls etwa eine halbe Stunde lang, bewegte sich fernab klassischer Songstrukturen. Das ist keine Death-Grind-Partymucke, sondern eine ganz eigene, bewusst sperrige, nicht leicht zugängliche Klangwelt. Dennoch fügt sich ihr Auftritt stimmig in den dramaturgischen Aufbau des Abends ein und setzt einen wichtigen Kontrast. Was The Body abliefern, ist definitiv keine Musik für die Massen. Wer abseitige Kunst zu schätzen weiß, hat an diesem besonderen Duo aber sicher seine helle Freude.

All das – Härte, Energie, echte Begeisterung für extreme Musik – mündet schließlich in den Auftritt von Full Of Hell, dem zentralen Act des Abends. Die Bühne ist durchgängig rot ausgeleuchtet, die bedrückende Atmosphäre harmoniert perfekt mit der Musik.

Über knapp 55 Minuten hinweg liefern Full Of Hell ein kompromissloses Set – ohne unnötige Pausen, ohne Zugaben, direkt und auf den Punkt. Ihren Sound, eine explosive Mischung aus Grindcore, Death Metal, Noise und harscher Elektronik, führen sie mit beeindruckender Präzision und konstanter Intensität auf.

Frontmann Dylan Walker füllt seine zentrale Rolle dabei perfekt aus: ein charismatischer, völlig in die Performance vertiefter Sänger, der jede Sekunde mit absoluter Hingabe lebt. Trotz der extremen technischen Anforderungen wirkt das Set nie kühl oder distanziert. Im Gegenteil: Die Leidenschaft und emotionale Wucht sind deutlich spürbar.

Ohne Zugabe endet das Konzert abrupt, genau so, wie es sein sollte: direkt, ehrlich und ohne unnötige Verlängerung. Ein Set, das nichts überzieht und genau dann endet, wenn es enden muss – und gerade deshalb so wirkungsvoll bleibt.

Insgesamt eine rundum gelungene Nacht, in der jede Band ihren eigenen Beitrag innerhalb des extremen Spektrums leistet und ihren Beitrag zum großen Spannungsbogen leistet. Ein intensives Konzerterlebnis ohne Leerlauf. An Abenden wie diesen sieht man, welche Kraft Live-Musik entfalten kann, wenn sie mit Überzeugung dargeboten wird.