A Pale Horse Named Death am 27.10.2019 im Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden

Die Brooklyn Lords Of Doom auf dem blassen Pferd erobern Wiesbaden

Bands: A Pale Horse Named Death, Molybaron

Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 27.10.2019

Kosten: 18 € VVK, 23 € AK

Genre: Gothic Metal, Doom Metal, Progressive Rock, Hard Rock, Progressiv Metal

Besucher: ca. 150 Besucher

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/a-pale-horse-named-death.html

Setlisten:

Molybaron

1. Lucifer
2. Fear
3. Gospel
4. Flower
5. Animals
6. Mother
7. Pain
8. Slave
9. Incognito

A Pale Horse Named Death

1. The Woods
2. Tribal Intro
3. To Die In Your Arms
4. Devil In The Closet
5. Love The One You Hate
6. Sleeping Death
7. Shallow Grave
8. Vultures
9. Growing Old
10. Fell In My Holl
11. Pill Head
12. Splinters
13. Grows Descend
14. Cracks In The Walls
15. Die Alone
16. Killer By Night
17. Closure

14.10., 16.10., 22.10. und der 27.10.2019. Bereits zum vierten Mal in diesem Monat bin ich im Kesselhaus in Wiesbaden. Die vorangegangen Termine standen groß im Licht von Stoner, Doom und Sludge.

Am heutigen Tag gibt es Gothic / Doom Metal von niemand geringerem als den Brooklyn Lords Of Doom A Pale Horse Named Death. Vor Kurzem habe ich noch anlässlich des heutigen Konzertbesuches ein Review zum im Januar dieses Jahres erschienenen Album When The World Becomes Undone verfasst.

Frühzeitig vor Beginn am Schlachthof in Wiesbaden angekommen, steht vor der Location eine ellenlange Schlange. Aber keine Sorge, ich muss mich nicht einreihen. Diese Schlange an Fans steht für die Veranstaltung von Beyond The Black in der großen Halle im Schlachthof an. Im Vorfeld habe ich bereits vernommen, dass für diese Veranstaltung weit mehr als 2000 Karten im VVK abgesetzt worden sind. Beyond The Black würde ich jetzt einmal als Schlagermetalkapelle bezeichnen. Das zieht halt die Massen.

A Pale Horse Named Death spielen direkt nebenan im kleinen Kesselhaus. Es mögen heute so ca. 150 Besucher gekommen sein. Umgekehrt von der Besucherzahl her wäre bei der Qualität aus meiner Sicht eher angebracht. Nun ja, ist aber nicht. Ich bevorzuge sowieso das kleinere Kesselhaus wegen der familiären Atmosphäre und der Nähe zu den dort spielenden Bands.

Supportet werden A Pale Horse Named Death am heutigen Abend von Molybaron. Molybaron ist eine irisch- französische Progressive Rock, Hard Rock Truppe. Molybaron versuchen von Beginn an Stimmung zu machen, was ihnen in der vorderen Reihe auch gelingt. Die Band müht sich redlich ab und ist nicht schlecht. Was ich nun wirklich nicht verstehen kann, ist, wer diese Band denn zu A Pale Horse Named Death als Support dazu gebucht hat, denn diese Art von Musik tangiert das, was A Pale Horse Named Death anschließend machen, in keiner Weise. Das ist für mich so, als wenn alle Tango tanzen und ein Tanzpaar sich dazu im Walzer bewegt!

 

Da hätte es doch bestimmt eine etwas düsterer ausgelegte Combo gegeben, die eher am heutigen Abend gepasst hätte. Da können die Jungs von Molybaron, die sich 2015 in Paris gründeten und 2017 ihr gleichnamiges Album herausbrachten nichts für. Eine gute, solide Performance mit Songs vom Album gibt es. Sie spielen vor dem bereits aufgebauten Set der nachfolgenden A Pale Horse Named Death.

In der Umbauphase, die dann auch nicht allzu lange dauert, bekomme ich das gleiche Feedback von mehreren anwesenden Fans, die ihr Unverständnis über diese Kombi hier zum Ausdruck bringen.
A Pale Horse Named Death kommen unspektakulär auf die Bühne, stimmen kurz ihre Instrumente ein und dann geht es auch schon los.

Die als The Brooklyn Lords Of Doom bezeichneten A Pale Horse Named Death haben im Januar mit When The World Becomes Undone ihr drittes Album auf den Markt gebracht. A Pale Horse Named Death stehen in ihrer Musik ganz in Tradition der seligen Type O Negative. Kein Wunder, denn bei A Pale Horse Named Death sind mit Sänger/Gitarrist Sal Abruscato und Schlagzeuger Johnny Kelly zwei ehemalige Type O Negative Musiker vertreten. Während Johnny Kelley von 1994 bis 2010, bis zum Tod von Type O Negative Sänger Peter Steele und dem Ende der Band, an den Drums saß, war sein Vorgänger am Schlagzeug bei Type O Negative der heutige Sänger und Gitarrist bei A Pale Horse Named Death Sal Abruscato.

 

Die Band wird voller Vorfreude von den anwesenden Fans begrüßt. Einige davon natürlich in sehr auffälliger Gothic Aufmachung. Recht schnell ist man beim Klassiker To Die In Your Arms, der die abgrundtiefe melancholische Stimmung, die die Band mit ihrem Sound verbreitet, sehr gut beschreibt. Glasklarer Sound und dies sehr fett, denn es sind drei Gitarren am Werk. Neben Sal Abruscato sind dies noch Joe Taylor und Eddie Heedless. Am Bass komplettiert wird das Quintett durch Eric Morgan.

Die heutige, wirklich lange Setlist ist großartig gewählt. Neben einer Auswahl an starken Songs des aktuellen Albums When The World Becomes Undone werden solche Kracher wie: Devil In The Closet, Shallow Grave, Die Alone und der Oberhammer Killer By Night gespielt. Quasi die tiefschwarzen Highlights des Abends – süß melancholisch und tief doomig welterschütternd. Das Publikum saugt die Songs regelrecht auf. Zwischen den Songs findet zwischen Sal Abruscato und den Fans permanent Kommunikation statt. Man unterhält sich gerne. Mehrmals sagt er, dass man schnell nach dem Gig runter zum Merchstand kommen wird und für Fotos und zum Signieren bereitstehen wird. Man könne alles mit ihnen machen. Wer sie drücken möchte, könne das gerne tun (spaßeshalber fügt er hinzu: One Hug – One Euro und lacht dabei).

 

Der Song Closure vom aktuellen Album beschließt den heutigen melancholischen Gothic Doom Abend. Schnell sind die Musiker dann wie versprochen vor der Bühne. Eine Menge langer Gespräche mit den Fans ergeben sich. Es wird geduldig signiert und Selfies gehören natürlich auch dazu. Ich frage Sal Abruscato, wieso seit dem letzten und dem jetzigen Album fast sechs Jahre liegen. Er gibt da bereitwillig Auskunft, dass eine Menge Probleme, auch persönlicher Art, dagewesen seien und es dadurch halt diese lange Zeit gebraucht hätte. Sal Abruscato ist ein sehr netter Kerl, bei dem ich dann auch wirklich meinen Hug (Umarmung) bekomme, dies aber ohne den Euro hinzulegen. Eddie Heedless schenkt mir noch eins von seinen personifizierten Signature Plektren, ohne dass ich ihn gefragt habe.
Am Merchstand nehme ich die auf 300 Stück limitierte und nur für diese Tour hergestellte 7‘‘ Single Uncovered mit und lasse sie mir von allen Bandmitgliedern signieren.

Fazit: Wahnsinnig tolles Konzert von A Pale Horse Named Death. Sehr nette und tolle Musiker / Menschen kennengelernt. Wenn sie wieder nach Deutschland kommen (vielleicht im nächsten Jahr), gehe ich gerne wieder auf ein Konzert von ihnen.
Beim Support für solch eine Band wie A Pale Horse Named Death sollte man sich jedoch mehr Gedanken machen. Molybaron passten halt leider überhaupt nicht dazu. Damit hat man sich und auch Molybaron keinen Gefallen getan.

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