Bloodphemy – Blood Sacrifice

Derbes Death Metal Gebräu aus den Niederlanden

Artist: Bloodphemy

Herkunft: Niederlande

Album: Blood Sacrifice

Spiellänge: 40:08 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 03.09.2021

Label: Emanzipation Records

Link: https://bloodphemy.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Olivier van der Kruijf
Gitarre – Arjan van Dune
Gitarre – Bart van Wallenberg
Bassgitarre – Robin Zwiep
Schlagzeug – Edwin Nederkoorn

Tracklist:

  1. Last Cry For Humanity
  2. House Of Souls
  3. Pledge Of Allegiance
  4. Sin
  5. Flock Of Lambs
  6. Revelation
  7. Conviction
  8. Bloodborne
  9. In Cold Blood Feat. Marc Grewe
  10. In Righteous Solitude
  11. Derogated Salvation

Die Niederländer von Bloodphemy wirbeln auch schon seit dem Jahre 2000 herum. Allerdings löste man sich im Jahre 2002 nach dem Album Section 8 wieder auf. Schlagzeuger Edwin ist der letzte Mohikaner und seit 2020 hat er jetzt eine schlagkräftige Truppe zusammen. U. a. ist van Dune von Funaeral Whore mit im Boot. 2017 bzw. 2019  kamen noch das zweite und dritte Album heraus und nun wirbelt man weiter.

Wie es sich gehört, gibt es ein bedrohliches Intro. Kirchenglocken und eine Erzählung sind zu hören, schreiende Personen im Hintergrund und schon ist man in der Endzeitstimmung. Last Cry For Humanity ist da genau der richtige Titel.

House Of Souls fängt erst einmal ganz gechillt an und wirbelt dann ordentlich Staub auf. Der Sänger klingt schön tief und dreckig. So mag ich es. Später gesellt sich noch ein screamiger Gesang dazu. Gitarrenquietscher erklingen und das Tempo wird schön variiert. Ein markantes Riff wird verbraten und ein kurzes Solo bringt ein kleines Lächeln ins Gesicht. Dieses wird wiederholt. Das Stakkato-Riffing und der nachfolgende Ballerpart machen echt Laune. Die Burschen wissen, wie alte Schule geht. Leckerer Death Metal. Ein melodisches Solo wird eingefügt, um dann kurz zu grooven. Aber nur kurz, denn das Uptempo darf nicht zu kurz kommen. Ja, so läuft der Hase.

Pledge Of Allegience arbeitet ebenfalls mit diesen Stilmitteln. Hier wird allerdings mehr Wert auf Druck, als auf Geschwindigkeit gelegt. Sehr massiv kommt es aus den Boxen gekrochen. Die Vocals begeistern und bei diesen, im Midtempo schleppenden Parts, erinnern sie durchaus an die Legenden von Gorefest, ohne von diesen abzukupfern. Nein, die Jungens klingen schon sehr eigenständig. Ein recht melodisches Lead und ein mit Obertönen besticktes Riff, gepaart mit einer durchrasselnden Doublebass, bestimmen den Alltag und diesen genießt man durchaus. Läuft.

Auch Sin arbeitet im Midtempo. Bah, hier geht der Kopf automatisch auf und nieder. Man hat sich gerade ans groovende Midtempo gewöhnt, da holen sie zur rechten Zeit die Keule heraus und knüppeln alles kaputt. Ja, darf man so machen, gar keine Frage. Wieder ein geiles, melodisches Solo. Alles im Namen der alten Schule. Und wieder ab ins Uptempo. Feines Teil, richtig fetter Song. Dieser kann mich mehr als überzeugen. Die Tempowechsel, kombiniert mit echt geilen Riffs und fettem Drumming, haben es echt in sich.

Flock Of Lambs – der Titel sagt ja schon alles aus und dementsprechend gibt es auch vorweg ein kleines, tierisches Intro zu hören. Der Song wütet, zerstört und bietet wieder alles. Diese durchlaufende Doublebass mit dem melodischen Lead. Herrlich. Der doppelt eingesetzt Gesang kommt auch wieder zum Vorschein und verfeinert meinen Tag. Und zack, Knüppel aus dem Sack und zerstören. Ein Wechsel in einen groovigen Part, der sitzt und knallt, folgt und ein melodisches Solo wird rangehängt. Krass, die Burschen haben es drauf.

Bei In Cold Blood geht es nicht nur abwechslungsreich zu Werke und man stampft und drückt ohne Ende, sondern die Legende Marc Grewe wirkt mit. Kommt gut. Wieder so ein krachender Death Metal Song.

Das Album wird treffend von einem großartigen Konzept geleitet: In den 1800er-Jahren, in einer ländlichen Gegend der USA, leitet ein Priester die Gemeinde eines kleinen Dorfes an. Er ist besessen von den Sünden der Menschen um ihn herum. Er ist überzeugt, dass er direkte Gespräche mit Gott führt, was ihn dazu bringt, die Handlungen seiner eigenen Familie als sündhaft anzusehen. In Visionen sieht er die Zerstörung des Himmels und den Sieg der Mächte der Hölle, wenn er das Sündigen weitgehend lässt. Vor diesem Hintergrund beschließt er, die Sünden zu beenden, indem er seine eigene Familie tötet. Schließlich landet er in einem Irrenhaus, umgeben von Sündern, und wird völlig verrückt.

Ja, dieses Album macht echt Laune, muss ich sagen. So geht Death Metal der alten Schule. Sämtliche Richtungen durch. Viel zu meckern gibt es nicht. Diese Ballerparts und die Ankündigungen erinnern mich ein wenig an Requiem und die groovende Momente ein wenig an Gorefest. Ansonsten ist es eben Bloodphemy. Geiles Teil.

Bloodphemy – Blood Sacrifice
Fazit
Dampfwalzender und rumpelnder Death Metal der alten Schule, mit Einflüssen aus Florida, Schweden und den Niederlanden. So kann man das vierte Album von Bloodphemy zusammenfassen. Hinzu kommen einige moderne Einflüsse, die sich positiv auf das Gesamtwerk auswirken. Geiles Brett

Anspieltipps: Sin und Flock Of Lambs
Michael E.
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Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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