Bloodred – The Raven´s Shadow

Variabler, fett produzierter Blackened Death Metal

Artist: Bloodred

Herkunft: Oberstenfeld, Deutschland

Album: The Raven´s Shadow

Spiellänge: 49:55 Minuten

Genre: Blackened Death Metal

Release: 18.05.2020

Label: Eigenproduktion

Link: http://www.bloodredband.com

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Bassgitarre – Ron Merz
Schlagzeug – Joris Nijenhuis

Tracklist:

  1. The Raven´s Shadow
  2. Immense Hall Of Agony
  3. Hör Den Tod
  4. Blood On My Hands
  5. Raise The Mound
  6. We Who Ruled The North
  7. Shadow Warrior
  8. Under This Sun
  9. The Northstar Whispers (To The Blacksmiths Son)

In der heutigen Zeit ist es für Künstler nicht einfach, im schnell lebenden Musikbusiness Fuß zu fassen. Gerade bei Soloprojekten trifft dies in vielen Fällen zu. So ist hier besonders bedauernswert, dass viele Studioprojekte ihre Werke, auch aufgrund fehlender Livepräsenz und Unterstützung der Labels, nicht einer breiten Masse präsentieren können, obwohl gerade sie viel Kraft, Geld und vor allem Herzblut in ihre „Babys“ stecken.

Bloodred ist eines dieser Beispiele. Von Ron Merz im Jahre 2009 ins Leben gerufen, um seine Vision, wie kraftvoller Blackened Death Metal zu klingen hat, unters Volk zu bringen. Schnell waren die ersten Songs geschrieben und er begab sich – leider erfolglos – auf die Suche nach Mitstreitern, um die Songs auch live präsentieren zu können. 2013 begab man sich zum befreundeten Alexander Krull (Atrocity) in dessen Mastersound Studios und unter Mithilfe von Joris Nijenhuis (auch Atrocity) am Schlagzeug wurde die EP The Lost Ones eingespielt und im gleichen Jahr in Eigenregie veröffentlicht. 2016 folgte dann das erste Full-Length-Album Nemesis, welches an gleicher Stelle produziert und von der Fachpresse und den Fans durchaus wohlwollend aufgenommen wurde. Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit steht nun das neue Album The Raven´s Shadow in den Startlöchern, welches Bloodred auf die nächste Entwicklungsstufe hieven soll.

Mit dem Titeltrack wird auch gleich durchgestartet. The Raven´s Shadow steht hier repräsentativ für die kompletten knapp 50 Minuten, vereint es doch alle Facetten des Albums in einem Song. Das Fundament ist ganz deutlich im Death Metal zu sehen, der immer wieder angeschwärzte Passagen einstreuen lässt und mit dezent eingesetzten Melodielinien glänzen kann. Häufige Breaks und Rhythmuswechsel unterstreichen den Abwechslungsreichtum der neun Songs. Auch die Produktion muss hier lobend erwähnt werden. Alexander Krull verpasste der Scheibe einen knochentrockenen und ungemein druckvollen Sound.

Während Immense Hall Of Agony klar dem Death Metal zuzuordnen ist, kommt der einzige deutschsprachige Song Hör Den Tod mit deutlicher Black Metal Schlagseite daher, bevor beim Nackenbrecher Blood On My Hands das Gaspedal voll durchgetreten wird.

Weiterhin positiv hervorheben muss man We Who Ruled The North, welches nicht nur wegen seiner genialen Melodie im Mittelpart an Amon Amarth erinnert. Das unscheinbare Shadow Warrior nimmt seinerseits erst nach drei Minuten, eingeleitet durch eine durchgezogen gespielte Melodie, richtig an Fahrt auf und entwickelt sich zu einem weiteren Highlight der Scheibe. Im abschließenden Epos The Northstar Whispers (To The Blacksmiths Son) vereinen Bloodred nochmals alle Stärken geballt in einem Song. Ein würdiger Abschluss.

Bloodred – The Raven´s Shadow
Fazit
Mit The Raven´s Shadow haben Bloodred ein gelungenes Stück Blackened Death Metal abgeliefert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Technisch sauber gespielte, mit präzisem Drumming ausgestattete Songs bekommt der geneigte Hörer hier geboten, denen es nicht an Härte, Abwechslung und Melodie fehlt. Der ganz große Wurf ist ihnen noch nicht gelungen, dafür sind die Songs zu wenig erinnerungswürdig. Aber was nicht ist, kann ja in Zukunft noch werden…

Anspieltipps: The Raven´s Shadow, We Who Ruled The North und The Northstar Whispers (To The Blacksmiths Son)
Christian K.
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