Chariots Overdrive – The End Of Antiquity

03.04.2026 – Heavy Metal, Hard Rock – Gates Of Hell Records – 40:28 Minuten

Der Name Chariots Overdrive aus Atlanta, Georgia, dürfte bisher nur Insidern ein Begriff sein. 2023 gründete sich die Combo und nach der Veröffentlichung von Demomaterial und der Single A Taikonautic Alchemist folgt Anfang April 2026 die Debüt-LP The End Of Antiquity via Gates Of Hell Records.

The End Of Antiquity ist das Debüt von Chariots Overdrive

Chariots Overdrive können eine Besonderheit aufweisen. An den Drums sitzt zum Beispiel W.R.C., G.H.Z. sorgt für Gitarre und Gesang. Hinter den vier Abkürzungen verbergen sich asiatische Klarnamen, die in der englischen Sprache eher schwierig aussprechbar sind. Alle vier Protagonisten haben anscheinend asiatische Wurzeln.

Musikalisch ist die Truppe aber in der US‑ bzw. UK-Musik verwurzelt. Nach dem etwas mehr als einminütigen Intro startet Parasite im Style der NWoBHM. Die Vocals liefern eine raue und gewöhnungsbedürftige Attitüde. Marching Maniacs knüpft an seinen Vorgänger an, vor allem die Saitenarbeit lunzt dabei mehr in Richtung der hard-rockenden NWoBHM. Was ist ein Taikonautic Alchemist? Der Begriff stammt aus der chinesischen Ganzkörperschulung und verschiebt den bisherigen Ansatz musikalisch in Richtung US-Metal, wobei vor allem die Vocals einige Oktaven höher rüberkommen als bisher. Die Saitenarbeit könnte an der einen oder anderen Stelle etwas zwingender sein.

Ein instrumentales Interlude leitet zu Chariots Overdrive über, der gegenüber dem Vorgänger eine ordentliche Schippe drauflegt und als schneller und kerniger Metaller mit leichter Punk-Attitüde punktet. Der Nachfolger Nomadic Warfare tönt ähnlich. Es folgen noch zwei Stücke, die die Tonart nochmals verlagern. Der Titeltrack The End Of Antiquity vermengt Hard Rock, stampfende NWoBHM und US-Metal, wobei der Gesang nicht in jeden Gehörgang passen wird. Der Abschluss sind mehr als zwölf Minuten A Bizarre Pilgrimage To The Cubik Mansion. Gefühlt lassen Chariots Overdrive die verschiedenen Einflüsse auf The End Of Antiquity und verpacken die verschiedenen Teile in einer Nummer. A Bizarre Pilgrimage To The Cubik Mansion ist lang, gerade was die teilweise ausufernde Saitenarbeit angeht, etwas überambitioniert und wäre in drei separaten Teilen mit jeweils vier Minuten weniger anstrengend.

Hier geht es für weitere Informationen zu Chariots OverdriveThe End Of Antiquity in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Chariots Overdrive – The End Of Antiquity
Fazit zu The End Of Antiquity
Gute Ideen und Ansätze sind bei dem Debüt von Chariots Overdrive ausreichend vorhanden. Ein Problem ist die Umsetzung. Dass ein Newcomer noch an seiner Richtung feilt, ist vollkommen in Ordnung. Instrumental gibt es einige sehr gelungene Riffsalven. Dagegen steht der Gesang, der auf Dauer ermüdet. Warum hier nicht mehrfach auf den gesanglichen Ansatz von A Taikonautic Alchemist zurückgegriffen wird, ist mit einem Fragezeichen zu versehen. Dazu schießt der Schlusspunkt A Bizarre Pilgrimage To The Cubik Mansion als zwölfminütiger Mammutsong über das Ziel hinaus, sodass der Begriff „weniger wäre mehr“ zutrifft.

Sollten Chariots Overdrive an einigen Stellschrauben drehen und ihre musikalische Ausrichtung verfestigen, ist genügend Potenzial für eine interessante Underground-Kapelle vorhanden.

Anspieltipps: A Taikonautic Alchemist, Chariots Overdrive und The End Of Antiquity
Jürgen F.
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