Curses – Chapter II: Bloom

Die Jungs sollte man definitiv im Auge behalten!

Artist: Curses

Herkunft: Princeton (West Virginia), USA

Album: Chapter II: Bloom

Spiellänge: 37:10 Minuten

Genre: Metalcore, Progressive Metalcore, Post Hardcore

Release: 07.08.2020

Label: SharpTone Records

Link: https://www.facebook.com/pg/officialcurses/

Bandmitglieder:

Gesang – Brando Casto
Gesang – Eli Fry
Gitarre – Davey Nicewander
Bassgitarre und Gesang – Michael Olivares
Schlagzeug – Shane Cyrus

Tracklist:

  1. Almost Heaven
  2. The Door In The Wall
  3. 无为 (Wu Wei)
  4. Toska
  5. Amethyst
  6. Wetiko
  7. Breathe
  8. Ascent
  9. Follow The Fire
  10. Welcome Back

Bereits mit ihrem Debütalbum Chapter I: Introspect haben die Jungs von Curses in der Metalcore-Szene mächtig Wellen geschlagen. Konnten sie doch tatsächlich für einen Song Spencer Sotelo (Periphery) für einen Gastauftritt am Mikrofon gewinnen. Dann ging es erst mal auf ausgedehnte Tourneen und Festivalauftritte, bevor Ende vergangenen Jahres das Studio geentert wurde und die Aufnahmen für das nächste Album begannen. Waren Curses zu Beginn noch bei Imminence Records unter Vertrag, erschien das neue Album Chapter II: Bloom am 07.08. über SharpTone Records, die den richtigen Riecher bewiesen und Curses in diesem Jahr unter ihre Fittiche genommen haben.

Über eine Minute nimmt sich Almost Heaven Zeit, um sich zunächst einmal instrumental langsam und verhalten heranzupirschen. Selbst nachdem der Gesang eingesetzt hat, dauert es noch einmal über eine weitere Minute, bis sich aus dem Mäandern heraus ein Temposchub herausschält. Sehr progressiv gehen die Jungs hier zu Werke, es gibt hohe und tiefe Shouts – mich lässt der Song ein wenig ratlos zurück. Aber gleich mit dem nächsten Track, The Door In The Wall, liefern Curses meinen Lieblingssong und einen der großartigsten Refrains, die ich jemals im Metalcore gehört habe. Wenn Clean Vocals dermaßen gut sind, dann verdienen sie es auch, so in Szene gesetzt zu werden. Noch ein paar technische Spielereien, die aber den Melodiefluss nicht unterbrechen, und vor allem einen geilen breakdown, und fertig ist ein klasse Song.

Vor Kurzem haben Curses auf ihrer Facebook-Seite damit begonnen, jeden Song zu kommentieren und seine Bedeutung zu erläutern. Beim Lesen dieser Posts wird dann auch sehr klar, dass Curses sich beim Schreiben der Texte sehr viele Gedanken gemacht haben. Aber nicht nur bei den Texten, auch die Musik widersetzt sich einfachen Erklärungen und Beschreibungen. Ich könnte oben unter Genres wahrscheinlich auch noch Djent oder Post Metal einfügen und läge damit immer noch nicht richtig. Das zeigt sich bei (Wu Wei) – dessen Refrain mich fast ein wenig an den Pop Punk von Blink182 denken lässt – oder Toska – der einerseits mit einem ähnlichen Refrain wie The Door In The Wall aufwartet, dann aber mit einer Tempoverschleppung um die Ecke kommt, die ich nur als überragenden Kunstgriff bezeichnen kann. Auch mit Amethyst, Wetiko oder Breathe – was ein breakdown!! – beschreiten Curses nicht den geraden Metalcore-Pfad à la Bury Tomorrow oder Betraying The Martyrs (die zu meinen Lieblingsbands in diesem Genre gehören), sondern erinnern mich zum wiederholten Male an Bands wie Textures – auch gesangstechnisch – oder dann tatsächlich auch Periphery.

Selbst zum instrumentalen und recht kurzen Ascent haben Curses es sich nicht nehmen lassen, auf ihrer Facebook-Seite die Bedeutung des Tracks zu erklären, wobei er mir beim Hören des Albums tatsächlich wie ein langes Intro zu Follow The Fire erscheint. Das ist für mich noch einmal ein Highlight des Albums – allein wegen der überragenden Clean Vocals im catchy Refrain – und noch einmal verbinden Curses Melodie mit Härte, Technik mit Spielfreude, Progressivität mit Eingängigkeit. Fast scheint es, als schütteln sie diese Mixtur einfach mal so lässig aus dem Ärmel. Sie können aber tatsächlich auch anders, was sie mit dem letzten Song Welcome Back beweisen. Der kommt mit eingespielten spoken words daher und schließt das Album sehr ruhig ab.

Und hier gibt’s das Video zu meinem absoluten Favoriten, The Door In The Wall:

Curses – Chapter II: Bloom
Fazit
Wenn ich die Posts auf Facebook verfolge und sehe, wie viele Gedanken sich Curses tatsächlich auch um das gemacht haben, was sie mit ihren Songs ausdrücken wollen, kriege ich schon ein schlechtes Gewissen, dass ich das gar nicht so sehr würdige. Was ich aber umso mehr würdige, ist die Kreativität als Ganzes, die die Jungs beim Schreiben der Songs bewiesen haben. Jeder Song für sich ist super abwechslungsreich, die knapp 40 Minuten Spielzeit gehen rum wie nichts, und, wie bereits im Review erwähnt, haben die Jungs genau die richtige Balance gefunden, die auch mal was länger im Hirn hängen bleibt. Ich hoffe ja, dass ich sie irgendwann auch mal live erleben kann…

Anspieltipps: The Door In The Wall, Wetiko und Follow The Fire
Heike L.
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