Deathcrush – Under Serpents Reign

Blasphemische Huldigung der Neunziger

Artist: Deathcrush

Herkunft: Italien

Album: Under Serpents Reign

Spiellänge: 47:51 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 26.04.2022

Label: Time To Kill Records

Link: https://deathcrushofficial.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – Luigi Cara
Gitarre – Andrea Sechi
Schlagzeug – Giampiero Serra

Tracklist:

  1. Apocalypse Of The Fallen Empire
  2. Beheading Jehovah Prophet
  3. Under Serpents Reign
  4. No Heaven Awaits
  5. Deamonology
  6. Thy Sovereign
  7. Deathmarch To Obscurity
  8. Black Thelema
  9. Wolfskull
  10. From Servant To Warfare

Die Italiener von Deathcrush knallen seit 2003 dem Publikum ihre Art des Sounds um die Ohren. Nach einer Single, zwei Demos und einer Split mit Zora, Smashhead und Land Of Hate erschien 2013 das Debütalbum namens Collective Brain Infektion und im Jahre 2017 Album Nummer zwei namens Hell. 2019 hauten sie noch ein Livealbum heraus und zogen sich zurück, um neues Material zu schreiben. Nun also Album Nummer drei.

Mit Apocalypse Of The Fallen Empire legen die Italiener gleich einmal bedrohlich los. Ein obligatorisches Intro. Chorale Klänge, schmerzhafte Schreie, eine einsetzende Gitarre und einige Rufe verdunkeln den Alltag.

Beheading Jehovah Prophet ist dann der offizielle Einstieg. Mit einem langsamen Part und drückender Doublebass startet man das Rennen. Die tiefen Vocals setzen ein und das Riffing und die Produktion können mich jetzt schon überzeugen. Langsam erhöht man das Tempo, sehr geile doppelte Vocals und ab dafür. Schlagzeugbetonungen, Gitarre alleine und Vollgas. Mit starkem Riffing wirbelt man herum und kreiert so einen fetzigen Death Metal Song. Die blasphemische Grundhaltung spürt man an allen Ecken, und auch die Liebe zu Bands wie Morbid Angel oder Deicide ist spür- und hörbar. Der Song wird einem ordentlich um die Ohren gelatzt und kommt mit vielen Wechseln aus, die sehr interessant klingen. Wie bei so vielen Songs habe ich zwar auch mit der Länge ein Problem (05:36 Minuten Spielzeit), aber das Problem hält sich in Grenzen, denn der langsame Anfang mit dem geilen Riff wird noch einmal wiederholt und dann erneut ordentlich geknüppelt.

So geht es weiter. Under Serpents Reign, der Namensgeber, steht auf der Agenda und hier gibt man mal so richtig alles. Sehr fetter Song. Dieses melodische Gitarrenspiel und diese Tempovariationen haben es echt in sich. Mit über sechs Minuten ist mir der Song aber natürlich zu lang. Der drückende und zermürbende Groove haut einen schon fast vom Hocker, hinzu kommt die exzellente Gitarrenarbeit bei diesem Part. Die Stimme wird wieder gedoppelt und die Doublebass macht einen hervorragenden Job. So schleppt man sich zerstörend durch den Part, das Midtempo übernimmt und gewinnt. Dann langsames Stakkatoriffing. Sehr fett und am Ende des Parts immer wieder melodische Einspieler. Hat was. Man bleibt relativ langsam und schreitet weiter in die Dunkelheit. Am Ende noch einmal das Stakkatoriffing und dann ist Feierabend. Fettes Teil.

Mit einem Mini-Intro geht es los bei No Heaven Awaits. Die Aussage an sich spricht für sich und der Song baut sich wieder mit melodischem Riffing und Doublebassattacken auf und wird dann immer schneller. Auch wieder dieser doppelte Gesang, den man von Deicide kennt. Ja, kann man durchaus machen, keine Frage. Die Burschen bewegen sich auf technisch hohem Niveau. Freunde von Vital Remains sollten auch unbedingt reinhören. Auch Hour Of Penance oder Aeon sollten erwähnt werden. Macht einfach nur Spaß, auch wenn der eine oder andere Part vielleicht ein wenig zu sehr ausgebreitet wird. Aber auch bei diesem Song ist die Gitarrenarbeit wieder hervorragend. Nach einem Solo und recht schleppenden Elementen fühlt man sich ein wenig eingelullt, aber dann kommt wieder der Vorschlaghammer und am Ende folgt ein megageiler atmosphärischer Part, der völlig überraschend um die Ecke kommt und mich völlig überzeugt und mitnimmt. Wieder ein gelungener Song.

So geht es weiter und weiter und diese zehn Songs haben es in sich. Hier werden die Neunziger Death Metal Jahre gehuldigt. Die brutale Schiene allerdings. Hinzu kommen einige blackige Momente und melodische Einspieler, fette Soli und eine vernichtende Doublebass. Das Zuhören macht einfach Spaß ohne Ende.

Die Burschen haben es drauf, eine bedrohliche Kulisse zu erstellen, so wie bei dem Instrumentalstück Deathmarch To Obscurity. Die Kombination aus trillernder Gitarre und dem Klavier klingt schon derbe, passt aber total und irgendwie wird man auf diese Reise mitgenommen und fühlt sich hypnotisiert.

Dieses gute Niveau kann man bis zum Ende halten und liefert ein sehr intensives und beinahe atemberaubendes Album ab, voller guten Ideen und vor allem sehr blasphemisch. Da hat Time To Kill Records mal wieder ordentlich einen rausgehauen.

Ich hatte am Anfang schon erwähnt, dass die Produktion sehr geil ist. Aufgenommen wurde der Spaß in Sassari in den Red Warlock Studios. Das Mastering wurde in Polen vorgenommen, in den Hertz Studios. Dazu muss man ja eigentlich gar nicht mehr viel sagen, außer, dass der Sound der Musik genau den Stempel aufsetzt, welches sie braucht.

Deathcrush – Under Serpents Reign
Fazit
Die Italiener von Deathcrush knallen uns bei ihrem dritten Album ordentlich einen um den Latz. Hier wird dem Neunziger Death Metal der brutalen Art neues Leben eingehaucht. Kombiniert mit viel Blasphemie und blackigen Passagen fetzen die Songs total. Wer auf Bands wie Morbid Angel, Deicide, Vital Remains, Immolation, Aeon oder Fleshgod Apocalypse abfährt, ist hier genau richtig. Sehr fett.

Anspieltipps: Under Serpents Reign und No Heaven Awaits
Michael E.
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