Escarion – Pillars Of The Faith

Die sieben Todsünden - teuflisch böse oder menschlicher Natur?

Artist: Escarion

Herkunft: Australien

Album: Pillars Of The Faith

Spiellänge: 54:06 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 29.01.2021

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/escarionofficial/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – John Arnodis
Gitarre – Tommy Lewko
Bassgitarre – Rhys McKenzie
Schlagzeug – Tim Boltans

Tracklist:

  1. Inferno
  2. Envy
  3. Gluttony
  4. Lust
  5. Greed
  6. Pride
  7. Wrath
  8. Sloth
  9. Home (Where The Heart Is)

Die Australier von Escarion sind seit 2017 dabei und gehen den normalen Gang einer Band. Es wurde gleich eine EP auf den Markt geworfen und so nimmt das Bandgeschehen seinen Lauf. In 2019 und 2020 dann je eine Single und in 2021 dann das Debütalbum, welches man in Eigenregie auf die Menschheit loslässt. Die Musiker waren vorher bei der Thrash Metal Band Vintage Ruin tätig, sodass wir es definitiv nicht mit Frischlingen zu tun haben.

Was ist also los in Down Under? Bei Escarion lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Songtitel, denn die Burschen haben textlich ein Konzeptalbum abgeliefert. Man beschäftigt sich mit den sieben Todsünden. Diese werden inhaltlich nicht verteufelt, sondern als ein Bestandteil des menschlichen Daseins dargestellt.

Mit Inferno geht es los. Okay, Death Metal, war ja schon mal klar und da bin ich natürlich mit dabei. Kleines verträumtes Intro und dann geht es druckvoll in einen technisch vorgetragenen Part, der sich druckvoll im Midtempo bewegt. Ein Wechsel in einen groovigen, teilweise atmosphärischen Part erfolgt und Vorspieler folgen und dann denkt man, die Hölle bricht ein, ist aber nicht, man bewegt sich weiter im technischen Midtempobereich, wobei eine Gitarre den Rhythmus spielt und die andere ein wildes und sickes Solo laufen lässt. Der Part zieht sich so ziemlich in die Länge. Am Ende groovt man, baut einen schnellen Part mit ein und wiederholt sich. Sehr druckvoll.

Envy kommt auch sehr technisch und teilweise progressiv um die Ecke. Die späteren Death kommen einem da in den Sinn. Die ersten beiden Parts schocken und auch die eher screamenden Vocals erinnern an den guten Chuck. Dann erklingen Vorspieler, es wird richtig gegrowlt und ein melodisches Lead wird vorgetragen. Der Song macht mal so richtig Laune, denn die Riffs sitzen total. Das melodische Solo kann auch so einiges. Chuck Schuldiner und Sean Reinert (R.I.P.) hätten ihre wahre Freude an diesem Song gehabt. Mir ist er mit 6:22 Minuten ein wenig zu lang. Die Parts, die schon geil sind, werden sehr ausgereizt, muss man schon sagen. Aber ansonsten sitzt das Teil.

Mit einem doomig, groovenden Part, der sowohl old schoolig, als auch technisch versiert vorgetragen wird, geht es bei Gluttony los. Das Tempo wird nicht wirklich schneller, lediglich die Doublebass und das Stakkato-Riffing sorgen für eine gewisse Härte. Der Kopf kann aber schön im langsamen Tempo rauf und runter gehen. Natürlich erfolgt auch hier ein technischer Ansatz. Ein sehr konfuser Part mit einem Solo folgt. Nicht so mein Ding, aber man wiederholt die ersten Elemente des Songs und wechselt auch in schnelleres Midtempo. Noch ein feines Solo und einen druckvollen Part hintendran und dann ist auch schon Feierabend.

Und so mischen sie immer wieder drückende Parts mit technischen Elementen, die mir aber an einigen Stellen zu viel und zu lang sind, so wie bei Lust z.B.. Ist natürlich auch eine Sache der Vorlieben und des Geschmacks. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von progressiven Klängen bzw. technischen Elementen. Eine geile Kombination aus den beiden Geschichten und dem guten, alten Death Metal mag ich natürlich, das ist klar. Hinzu kommen noch heavige Riffs, die z.B. auch Fans von Iron Maiden oder Trivium gefallen könnten. Auch Black Metal Freunde werden bedient.

Den Burschen gelingt es überwiegend auch, die Elemente miteinander zu verbinden. Ich mag es sehr, wenn sie druckvoll und vernichtend zu Werke zu gehen, wie z.B. beim Anfang vom Song Greed, Hier kann es sehr gut zu einer Wall of Death und einem riesigen Moshpit kommen. Im späteren Verlauf wandelt sich dieser aber zu einem progressiven Death Metal Song um.

Die sieben Todsünden werden musikalisch gut wiedergegeben und sind gut produziert.

Escarion – Pillars Of The Faith
Fazit
Escarion aus Melbourne beschäftigen sich mit den sieben Todsünden und haben sich dafür den Death Metal ausgesucht. Dieser wird technisch und progressiv vorgetragen, lässt aber genug Platz für druckvolle Parts und einige Ausflüge in den Black Metal Bereich und den Heavy Metal Sektor. Hier und da ist mir das Ganze ein wenig zu überladen, aber ansonsten kann das Songwriting durchaus überzeugen.

Anspieltipps: Greed und Gluttony
Michael E.
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