Kate’s Acid – Hellbender

20.03.2026 – Heavy Metal – Hight Roller Records – 37:08 Minuten

Kann sich noch jemand an die belgischen Speed-Metaller Acid erinnern, die in den 80ern mit Acid (1983), Maniac (ebenfalls 1983) und Engine Beast (1985) drei im Underground vielbeachtete Platten veröffentlichten, ehe die Band quasi mit der Veröffentlichung der dritten LP zu Grabe getragen wurde? Sängerin war Kate De Lombaert, die nach Covid als Kate’s Acid gemeinsam mit Musikern von Speed Queen unter anderem auf dem Headbangers Open Air und dem Keep It True zu sehen war. Der Umbenennung gehen Streitigkeiten mit dem Acid-Drummer Anvill voraus, sodass De Lombaert ihre eigene Acid-Version auf die Bühne brachte.

Hellbender und die Acid-Version von Kate De Lombaert

Anscheinend hat Kate De Lombaert auch wieder Lust auf Songwriting und Studioaufnahmen. Nach dem Livemitschnitt vom Keep It True folgt nun die erste Studioplatte als Kate’s Acid. Ihre Mitstreiter sind nicht nur unbekannte Namen. Gitarrist Geert Annys war unter anderem bei Ostrogoth aktiv, Bassist Camillo „Thunder Screamer“ Ortega kommt aus Kolumbien und agiert unter anderem bei Axe Steeler. Komplettiert wird das Quartett von Drummer Ash. Knüpft De Lombaert an die glorreiche Vergangenheit von Acid an?

Der Titeltrack eröffnet die Platte und die Saiten legen sich kräftig ins Zeug, sind aber lange nicht so temporeich wie in den 80ern. Ein gutklassiger Headbanger ist trotzdem zu notieren. Taking Back My Wings kommt als Stampfer um die Ecke, The Lightning Conductor zieht das Tempo an und hinterlässt lupenreine 80er-Jahre-Vibes.

Auch Riding Out passt mit seiner eher rockigen Attitüde bestens in die 80er und sollte live ein Garant für Bewegung vor der Bühne sein. Der Wechsel zwischen temporeichen Nummern und eher stampfendem, rockigem Sound bleibt und Do Not Burn The Witch legt sich kräftig ins Zeug. Die weiteren Titel wie Valkyrie, Buccaneers oder das ins Ohr gehende Stormchaser wabern zwischen Speed, klassischem Metal und eher rockigen Passagen. Alle Tracks liefern mit den Vocals von De Lombaert die bekannten Acid-Merkmale, sodass die Anknüpfung an die drei Studiowerke aus den 80ern für die Fans greifbar ist. Der Schlusspunkt nennt sich Air Raid, das sich als Ballade präsentiert und De Lombaert von einer ganz anderen, aber durchaus interessanten, Seite zeigt.

Hier geht es für weitere Informationen zu Kate’s Acid – Hellbender in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Kate’s Acid – Hellbender
Fazit zu Hellbender
Kate’s Acid und Hellbender anno 2026 sind dem Speed Metal entwachsen. Das Draufgängertum der 80er-Jahre ist der Lebensweisheit gewichen und selbst eine Ballade hält Einzug bei De Lombaert. Wer nicht nur vom Tempo der Musik eine neue Fönfrisur benötigt, bekommt von Kate’s Acid ein klassisches Stück Metal, das an die 80er-Jahre anknüpft, aber auch die Veränderungen und die Lebenserfahrung der Hauptprotagonistin berücksichtigt. Insgesamt liefern Kate’s Acid eine mehr als gutklassige Heavy-Metal-Scheibe, auf der es von Speed-Metal-Anleihen bis zur Ballade die Bandbreite von mehr als vier Jahrzehnten musikalischer Entwicklung auf die Ohren gibt. Wer mit den Gigs auf dem Keep It True oder Headbangers Open Air zufrieden war, wird sich auch an der neuen Platte von De Lombaert erfreuen.

Anspieltipps: The Lightning Conductor, Do Not Burn The Witch und Stormchaser
Jürgen F.
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