Kurz vor dem Release des aktuellen und leider letzten Megadeth-Albums gibt es im Januar 2026 weltweit in diversen Kinos mit Behind The Mask ein sogenanntes „First Listen“-Event, also eine Vorstellung des aktuellen Albums, welches auf die Leinwand projiziert einen kleinen Vorgeschmack auf ebenjene selbst betitelte Scheibe bieten soll. Klar, das gibt ordentlichen Promo-Wind und hilft, die Verkäufe anzukurbeln, und so bretzeln auch wir uns mit einem Bierchen bequem in die Kinosessel des empfehlenswerten Astor-Kinos in Hannover und harren der Dinge, die da kommen.
Starke in Musik in uninspirierter Verpackung

Er blättert dabei in einer Mappe mit allen Album-Covern der 40-jährigen Bandgeschichte und erzählt hier und da sogar mal etwas Interessantes, wie z. B., dass man mit einer Strafzahlung rechnen kann, wenn man den Bandnamen falsch abdruckt, und lässt dabei auch nicht unbedingt immer ein gutes Haar an den Bandkollegen, deren Namen er immer mal wieder in den Ring wirft und die man schon erst einmal im Kopf sortieren muss, wenn man nicht alle Line-Ups (und das waren schon so einige) der Bandkarriere auswendig kennt. Da das Album Ride The Lightning von Metallicas Zweitwerk enthält, kommt er natürlich auch darauf zu sprechen und erzählt, welch wichtiges Anliegen es war, dieses als Schlusspunkt unter Megadeths Laufbahn zu setzen. Und das glaubt man ihm durchaus.
Nach jedem kurzen verbalen Erguss folgt ein weiterer Song der Platte, wobei es sich meist nicht um professionelle Clips handelt, sondern um teilweise erschreckend lieblos zusammengestellte Musikuntermalungen, die sogar ein Blinder auf dem Handy in der Hosentasche hätte basteln können. Keine Ahnung, wie man sich traut, so etwas auf die Kinoleinwand zu bringen. Klar, es geht hier hauptsächlich um die Musik, die uns in unserem Review auch wirklich gut gefallen hat, aber das Ganze ist ausschließlich für Die-Hard-Freaks der Band geeignet, die die letzten Stunden bis zum Albumrelease nicht mehr abwarten können.
Und so ist es zwar ein unterhaltsamer Abend, der bis auf ein bisschen rhythmisches Kopfnicken von einigen Zuschauern keine Begeisterungsstürme lostritt, aber immerhin am Ende vereinzeltes Klatschen auslöst.
Bislang ist nicht klar, ob und in welchem Format der Film außerhalb des Kinos zu sehen sein wird. Dass er als Stream oder auf einer Bonus-DVD einer Super-Duper-Album-Neuauflage kommen könnte, ist aber durchaus vorstellbar.



