Fatoni @ Live Music Hall, Köln, 19.02.2019, Photo: www.quintenquist.com
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The Streets @ Live Music Hall, Köln, 19.02.2019, Photo: www.quintenquist.com
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The Streets @ Live Music Hall, Köln, 19.02.2019, Photo: www.quintenquist.com
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The Streets @ Live Music Hall, Köln, 19.02.2019, Photo: www.quintenquist.com

Mike Skinner and The Streets + Support am 19.02.2019 in der Live Music Hall, Köln

„He’s fit and you know it“

Künstler: The Streets (GB)

Vorband: Fatoni (DE)

Ort: Live Music Hall, Köln

Datum: 19.02.2019, Einlass: 19:00 Uhr

Kosten: 42,50 EUR + Gebühren

Genre: Garage, Indie, HipHop, Rap, Dance

Veranstalter: Prime Entertainment, Four Artists

Linkhttps://www.facebook.com/events/1621722841277937/

Setlists:

01. Benjamin Button
02. Authitenzität
03. Freestyle Rap
04. Semmelweißreflex
05. Kein Tag
06. Alles Kunst
07. Kann Nicht Reden
08. Mike

01. Turn the Page
02. Let’s Push Things Forward
03. Same Old Thing
04. Sharp Darts / dont mug yourself
05. Could Well Be In
06. Has It Come To This
07. Geezers Need Excitement
08. Everything Is Borrowed
09. Never Went to Church
10. Stay Positive
11. Going Through Hell
12. Too Much Brandy
13. It’s Too Late
14. The Escapist
15. Heaven for the Weather
16. Dry Your Eyes

Zugabe:
17. Your Wave God’s Wave God
18. Call Me in the Morning
19. Open the Till (Grim Sickers Cover)
20. Boys Will Be Boys
21. Weak Become Heroes
22. Blinded By The Lights
23. Fit But You Know It

Photos im Auftrag für Time For Metal: www.quintenquist.com

Heute geht’s für Time For Metal mal – für mich weniger, für’s Magazin mehr – über den Tellerrand hinaus. Mike Skinner & The Streets haben ihre Füße auf Kölner Boden gesetzt und werden die Live Music Hall ein wenig aufmischen. The Streets…kennt man nicht? Diese Bildungslücke gilt es, mit diesem Artikel zu schließen. Genauer gesagt ist der Brite Mike Skinner mit dem unverwechselbaren Rapstil im Erzählcharakter The Streets, zusammen mit unterschiedlichsten Gastmusikern. Seine Alben landeten regelmäßig in den britischen Charts mit Top Ten-Platzierungen und auch hierzulande konnte z. B. A Grand Don’t Come For Free sich einst auf Platz 10 festsetzen. 2011 beendete Skinner The Streets, um 2017 mit den drei Singles If You Ever Need to Talk I’m Here, You Are Not the Voice in Your Head… und Call Me in The Morning zurückzukehren.

Am heutigen Tag hat der Multiinstrumentalist u. a. den Sänger und Rapper Kevin Mark Trail mit an Bord nebst kompletter Band, bestehend aus Keyboards, Drums, Bass und Gitarre(n). Aber dazu später mehr. Denn ohne Anheizer geht’s nicht und so konnte der deutsche Solo-Künstler Fatoni den heutigen Eröffnungsslot ergattern. Seit 2007 macht der gebürtige Münchner Musik und kollaborierte seither mit Acts wie Audio88 & Yassin oder der Düsseldorfer Antilopen Gang. Damit aber nicht genug, denn der umtriebige Herr ist zudem studierter Schauspieler und hat neben einigen Filmen lange Jahre in den Münchner Kammerspielen oder dem Theater Augsburg die Bühnen bespielt. Auch Chartplatzierungen kann der behutete (und vielleicht auch behütete) Rapper vorweisen. Geballte künstlerische Kompetenz am heutigen Abend also.

Nach dem Einlass um 19:00 Uhr heißt es erst einmal warten. Eine lange Stunde. Die Halle, die schon Monate im Voraus ausverkauft war füllt sich nur behäbig. Nicht das beste Omen für Fatoni, aber noch ist ja Zeit. Nachdem zwischenzeitlich der Überbrückungs-Musikmix am Mischpult zu Ende ist und die Stimmung in der Halle ein gespenstisches Langeweilehoch erreicht, geht’s dann um 20:00 Uhr mit dem Münchner los.

Letzten Sommer habe ich den Herrn noch auf dem Essen Werden-Festival gesehen und die Stimmung war grandios. Heute Abend müssen sich der Rapper und sein DJ und Backup-Rapper (dessen Namen ich leider nicht weiß, er möge mir verzeihen) die gute Stimmung leider hart erarbeiten. Mit Worten wie „Wir sind es gewohnt, dass uns keiner mag.“ nehmen sie es aber mit Humor und kämpfen sich durch acht Songs der Diskographie bzw. Freestyles, in denen sich Fatoni dem Publikum zuwendet und es in die Songs mit einbezieht. Da kommt ein Autoschlüssel – auch wenn es angeprangert der eines Opels ist – zu neuen Ehren und wer mit einem Bier in der ersten Reihe steht, der muss sich ans Teilen gewöhnen.

Fatoni @ Live Music Hall, Köln, 19.02.2019, Photo: www.quintenquist.com

Der Aufforderung, dass wenigstens die ersten vier Reihen auf den Beat hüpfen sollen relativiert der Rapper in den nächsten Takten und setzt alle Hoffnung in die ersten beiden Reihen. Und langsam wird das Publikum warm, zumindest die Hälfte, die nicht (noch) draußen vor der Halle genüsslich an der (ich kann es nur vermuten…ein Schnupfen trübt meinen Geruchssinn…) Sportzigarette züngelt.

Skinner und Co. säßen im hinteren Bereich der Halle und man solle doch bitte mal Lärm machen, damit der Hauptact auch erahnen könne, was ihn erwartet. Mit ein bißchen Nachtreten klappt’s dann auch, dass die hinteren Reihen locker werden und mitmachen. Den Abschluss des Sets bildet treffenderweise der Song Mike, der vielleicht auch ein schlagendes Argument war, Fatoni auf drei Shows in Deutschland als Support einzuladen, denn jener handelt von besagtem Herrn Skinner, dem mit Zeilen wie „Ich bleib immer ein Spinner, der meint, er sei Künstler. Doch weiß innerlich, ich werde nie ein Mike Skinner.“ gelobhudelt wird, dass sich die Balken biegen. Mehr als Achtungsapplaus kann Fatoni auch einfahren und hat in 30 Minuten einen guten Start in den Abend hingelegt – und vielleicht auch ein paar neue Fans gewonnen.

Fatoni @ Live Music Hall, Köln, 19.02.2019, Photo: www.quintenquist.com

Nachdem die Bühne vom Arbeitsplatz des DJs befreit ist, geht es um 21:00 Uhr weiter mit The Streets. Einer nach dem anderen betreten die Musiker die Bühne und der Live-Drummer setzt, unterstützt vom Streichersound, mit dem markanten Beat von Turn The Page samt passender Lichtuntermalung an zum Opener des Abends. Die ersten Textfragmente erklingen und Skinner betritt unter der Begeisterung des Publikums die Bühne aus dem Off. Ab jetzt heißt es 90 Minuten Party. The Streets spielen sich durch insgesamt sieben Alben bzw. Coversongs, darunter gleich ganze acht Songs von Original Pirate Material. Der schmale Brite bewegt sich in seinem schwarzen Sportdress konzentriert und scharf, keine hektischen Bewegungen oder Tanzeinlagen. Das überlässt er seinem Partner Kevin Mark Trail oder – wenn nicht an der Gitarre – seinem zweiten Gesangsbackup-Gehilfen (und Gitarristen) Robert Harvey, der zeitweise wie von der Tarantel gestochen über die Bühne wetzt. Überhaupt bringen die beiden zusätzlichen Sänger eine gesangliche Qualität, die beachtlich ist. Kevin Mark Trail übernimmt die souligen Passagen, während Harvey eher die hohen Lagen angeht und damit teilweise ursprünglich weibliche Parts der Platten ersetzt.

The Streets @ Live Music Hall, Köln, 19.02.2019, Photo: www.quintenquist.com

Interaktion mit dem Publikum ist Skinners Steckenpferd. Vor der Bühne sind zwei Kisten aufgebaut, die schon haben erahnen lassen, dass es ihn nicht lange auf der Bühne halten würde. Und so steigt er die zwei Stufen herab, setzt einen Fuß auf die Absperrung und klettert ins Publikum. Einen kurzen Marsch durch die Massen später kehrt er immer noch lässig gestimmt zurück auf die Bühne, während um ihn herum das Grinsen der Gäste bis zu den Ohren geht.

The Streets @ Live Music Hall, Köln, 19.02.2019, Photo: www.quintenquist.com

Die Deutschen seien etwas behäbig, was das taktgenaue Hüpfen oder die richtige Geschwindigkeit beim Rennen in einem Circle Pit anginge und so versucht Skinner, die Anwesenden von einem spontan aus einer Monitorbox errichteten Podest zu instruieren, wie man es korrekt macht. Und auch wenn The Streets weit weg von Rock oder Metal sind, so gelingen diese Späßchen ganz gut, wenngleich der Circle Pit eher wie eine fröhliche Wall Of Death anmutet.

Zur Kontrolle der Stimmung erklärt Skinner, dass er anhand von Handzeichen deuten würde, wie es um die Ausgelassenheit am Abend in der Halle bestehen würde. Daumen runter, Faust und Daumen hoch, ganz einfach. Und den Daumen runter wird er an diesem Abend nicht einsetzen.

(Zum Start des Gifs auf das Bild klicken)

Während der Show spricht Skinner immer wieder von einem weiblichen Gast, den er „My Cinderella“ nennt. Er habe ihre Lederjacke vorne an der Bühne liegen und nachdem sie verschwunden sei, würde er ihr via Crowdsurfing folgen, um ihr ihre Jacke zu übergeben. Das ist aber nicht nötig, da die Dame mit fünf Bier von der Theke zurückkehrt in die erste Reihe. Und auch „Dungarees“ ist eines von Skinners Lieblingswörtern heute Abend. Kaum jemand kannte bis heute die englische Übersetzung von „Latzhose“. Während er zu Beginn der Show durch’s Publikum ging, schien er eine Dame in Latzhose entdeckt zu haben, die ihn fesselte und deren Erinnerung ihn immer wieder den Begriff einstreuen ließ. Nun sind wir alle etwas schlauer und Skinner hat nebst modernem Tanzunterricht auch spontan einen weiteren Lehrauftrag erfüllen können.

Und auch für gesellschaftspolitische Themen ist am heutigen Abend Zeit, so bemängelt Skinner, dass es zuwenig weibliche Crowdsurfer gäbe, da diese in der Vergangenheit immer eher belästigt als befördert wurden. Und so schaffen es zu Weak Become Heroes vier weibliche Gäste, ihre Bahnen über den Köpfen der Anwesenden zu ziehen, eine derer in überraschenden weißen Buffalos sogar von der Bühne zum Mischpult und zurück, passend bis zum letzten Ton des Songs.

The Streets @ Live Music Hall, Köln, 19.02.2019, Photo: www.quintenquist.com

Und bevor die Band mit dem Clubhit Fit But You Know It die Halle zum Ausrasten bringt, erklingen noch Beat und Synthies des nicht minder grandiosen, aber relaxteren Blinded By The Lights. Die sechs Jahre Pause haben dem mittlerweile vierzigjährigen Multitalent Skinner, der neben The Streets auch weitere musikalische Projekte wie The Darker The Shadow The Brighter The Light (was auch gleichzeitig das Motto der aktuellen Tour ist) leitet, Soundtracks schreibt oder Rollen in Serien spielt nicht geschadet. Nach einem überragenden Auftritt beim Open Source Festival in Düsseldorf 2009 hatte ich keine Vorstellung, was mich knapp zehn Jahre später erwarten würde. Ich wurde nicht enttäuscht – und wenn ich die Stimmung in den Gesichtern der Anwesenden reflektiere, empfand die Gesamtheit der Halle dies‘ ebenso.

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