Die Undergroundspezialisten aus Essen, Dying Victims Productions, haben mit Relics From The Crypt ein Sub-Label am Start, das vergessene Undergroundperlen wieder auf den Tisch holt. Not Fragile aus Hamburg veröffentlichten zwischen 1980 und 1990 diverse Demos, Splits und EPs. Unter One Way To Glory werden diese Aktivitäten zusammengefasst. Außen vor ist die EP Who Dares Wins aus dem Jahr 1988, die als separate LP nochmals neu aufgelegt wird.
Hamburg in den 80ern ist nicht nur Helloween und Running Wild
Wenn es um metallische Musik aus Hamburg in den 80ern geht, fallen unweigerlich sofort die Namen Running Wild und Helloween. Ohne eine funktionierende Undergroundszene, die in den 80ern noch aus schwarz- und weißgedruckten Blättern bestand, die zusammengeheftet als Informationsquelle für die Szene genutzt wurden, wären wahrscheinlich selbst diese beiden Bands nicht entstanden. Wo und wann Konzerte über die Bühne gingen, stand an der Location selbst, zumindest, wenn es um Bands der Größenordnung Not Fragile ging.
Von daher ist das Material des Hamburgers Quartetts beachtenswert. Der Opener One Way To Glory knüpft an die schnellen Stücke von Running Wild und Helloween Mitte der 80er-Jahre an. Die Produktion ist 80er-Jahre-Underground. Wer hier einen Hochglanzsound erwartet, ist falsch abgebogen. Hard To Be Alive wabert in Richtung klassischen Metal, bei dem sich vor allem der Refrain zum Mitgrölen eignet.
In dem Rhythmus geht es durch die Platte. Wanted, Too Fast, Seven Guns For Hire oder Clairvoyant schrubben durch den metallischen Garten mit ordentlich Tempo, wobei die Instrumente nicht unbedingt filigran bedient werden. Die Strukturen der Stücke sind bewusst einfach und liefern authentisch den Geist der 80er-Jahre.
One Way To Glory fasst das Schaffen von Not Fragile zusammen
Insgesamt befinden sich zwölf Tracks von Not Fragile auf One Way To Glory, bei dem es eher um ein Zeitdokument geht, als dass herausragende Saitenarbeit und mitreißende Refrains die Fans aus dem Sessel hauen. Es gibt immer wieder Ansätze, wie zum Beispiel der Refrain bei Welcome, You The Crowd oder dem Tempobolzer W.I.R. Es gibt sogar ein Stück mit einer Laufzeit von mehr als sechs Minuten. To Hunt Or To Be Hunted zeigt aber auch die Limitierung der Band, die gefühlt zwei unterschiedliche musikalische Ansätze einfach miteinander verbindet.
Das Album ist jederzeit auf Bandcamp verfügbar.
Hier geht es für weitere Informationen zu Not Fragile – One Way To Glory in unserem Time For Metal Release-Kalender.



