Die Undergroundspezialisten aus Essen, Dying Victims Productions, haben mit Relics From The Crypt ein Sub-Label am Start, das vergessene Undergroundperlen wieder auf den Tisch holt. Not Fragile aus Hamburg veröffentlichten zwischen 1980 und 1990 diverse Demos, Splits und EPs. Die EP Who Dares Wins stammt aus dem Jahr 1988 und das Label Mean Machine sorgte für die Veröffentlichung. Das sonstige Schaffen der Band ist unter der Kompilation One Way To Glory zusammengefasst.
Not Fragile ist Speed Metal aus Hamburg
Warum Not Fragile in den 80ern nicht auf den rollenden Zug von Running Wild oder Helloween aufspringen konnten, zeigt die EP Who Dares Wins deutlich. Im Jahr 1988 haben Helloween neben der Walls Of Jericho bereits beide Teile der Keeper Of The Seven Keys erfolgreich veröffentlicht. Running Wild sind bereits bei Port Royal und haben das Piratenleben ein Jahr vorher mit Under Jolly Roger entdeckt.
Gegenüber den genannten Scheiben wirkt Who Dares Wins wie eine Demo. Eigentlich stehen acht Titel auf dem Plattencover. Davon sind aber mit Intro, Outro und dem Interlude Opus 7-3 gleich drei Kurzfassungen.
Die weiteren fünf Nummern liefern Speed Metal und Heavy Metal mit einem ordentlichen Rumpelfaktor, bei dem auf die Tube gedrückt wird, aber die Saitenarbeit wie auch der Gesang Luft nach oben haben. Das zieht sich vom Anfang mit With All My Might bis zum eigentlichen Finale Craze And Hunger. Erstaunlich sind die Laufzeiten: drei der fünf Tracks liegen jenseits der fünf Minuten. Not Fragile versuchen komplexere und abwechslungsreichere Strukturen zu erschaffen, das gelingt aber nur rudimentär. Keyboard oder Synthesizer erklingen zum Einstieg in High Into Heaven, ebenso gibt es Chorgesänge. Die Nummer wirkt dadurch unausgegoren und wie ein zwanghafter Versuch, sich in Richtung der bekannten Bands der Hansestadt anzubiedern.
Die B-Seite mit Down In The Streets, Out Of Law und Craze And Hunger versucht Melodie und Geschwindigkeit in Einklang zu bringen, was an der einen oder anderen Stelle ganz ordentlich gelingt. Insgesamt bleibt aber der Charme einer Undergroundproduktion, wobei sowohl die handwerklichen als auch die produktionstechnischen Fertigkeiten einen Sprung nach oben verhindern.
Das Album ist jederzeit auf Bandcamp verfügbar.
Hier geht es für weitere Informationen zu Not Fragile – Who Dares Wins in unserem Time For Metal Release-Kalender.



