Putrid Offal – Sicknesses Obsessions

Die besessenen Franzosen schlagen wieder zu

Artist: Putrid Offal

Herkunft: Frankreich

Album: Sicknesses Obsessions

Spiellänge: 34:41 Minuten

Genre: Death Metal, Grindcore

Release: 11.09.2020

Label: Xenokorp

Link: https://www.facebook.com/putridoffal/

Bandmitglieder:

Gesang – Franck Peiffer
Gitarre – Philippe Reinhalter
Bassgitarre – Frédéric Houriez
Schlagzeug – Laye Louhenapessy

Tracklist:

  1. Autopsy
  2. Let There Be Rot
  3. Dura Mater
  4. Necrotic Mutilation
  5. Charnel House
  6. A Rot’s Caress
  7. Glorify Me
  8. Livor Mortis
  9. Lifeblood Ejected
  10. Viscera
  11. Pallor Mortis
  12. Skilled Ritual
  13. Barber Butcher
  14. Y Shaped
  15. Heaven’s Door

Die Franzosen von Putrid Offal waren mit die Ersten in Frankreich, die dem Death Metal und Grindcore frönten. 1990 gegründet, hauten sie bis zum Jahre 1994 zwei Demos und drei Splits raus – bis dann im Jahre 1995 das Ende eingeläutet wurde. Sänger Franck und Basser Frédéric hatten im Jahre 2013 aber wieder Bock, suchten sich einen Drummer und einen Gitarristen und die wilde Fahrt ging weiter. 2014 hauten sie eine EP raus und dann 2015 endlich das Debüt namens Mature Necropsy, welches ich richtig gut fand. Es führte dazu, dass die Burschen bei mir auf dem Ear Terror Festival gespielt haben. Sehr relaxte Zeitgenossen. 2017 wurde noch eine EP auf den Markt geschmissen und nun Album Nummer zwei.

Ab geht die Reise durchs Franzosenland. Der passende Opener Autopsy ist ein abgehacktes Gitarrenriffing mit Frauenstimme drüber und dient als gelungenes Intro.

Und dann kommt eben genau das, was man auch erwartet. Feinster Death Grind. Let There Be Rot sagt ja eigentlich schon alles. Schönes, griffiges Riff, feinster Blastbeat, sehr schmutzig und pathologenfreundlich. Erinnerungen an Carcass zu guten Zeiten werden wach. Der etwas langsamere Mittelpart ist sehr druckvoll, bevor man dann wieder die Keule rausholt. Sicherlich nicht neu, aber eben geil. So mag ich es.

Im geilsten Uptempo geht es auch durch Dura Mater. Gefangene werden nicht gemacht, obwohl man mal kurz vom Gaspedal runter geht und ein wirres Gitarrenriff mit einbaut. Sick ohne Ende. Francks Vocals sind passend, tief und dreckig screamend.

Necrotic Mutilation beginnt mit einer kurzen Vorwarnung und dann wird die Schelle rausgeholt. Ohrenpfeifen ohne Ende. Tempo und kranke Parts. Wieder ein markantes Riff und kranke Vocals. Ein Bassvorspieler läutet dann einen Groovepart ein – schön bangkompatibel. Dieses wird dann mit schnellerer Doublebass kombiniert und es wird noch kurz Gas gegeben.

Auch bei Charnel House geht es ähnlich zur Sache. Schön auf die zwölf. Der Gesang ist geil, vor allem, wenn er schnell screamig vorgetragen wird. Man wechselt in einen groovigen Midtempopart, der ein wenig ins Goregrindige abdriftet, aber zu keiner Zeit stumpf rüberkommt. Natürlich wird das Tempo wieder erhöht. Immer wieder greift ein markantes Riff, welches dann niedergeknüppelt wird.

In 107 Sekunden prasselt der Song A Rot’s Caress über einen und zerstört alles. Mund abputzen und weiter.

In 37 Sekunden knattert Glorify Me ebenfalls alles weg und auch Livor Mortis hat keinen Bock auf Langeweile. Der Anfang ist recht human, langsam und lang gezogen und eine schöne Abwechslung – aber natürlich hält diese Ruhe nur kurz an. Ab und zu nimmt man mal Gas raus und kommt mit stampfenden Parts daher. Cool.

Lifeblood Ejected arbeitet dann wieder nach dem Motto: alles kaputtkloppen.

Mit einigen Breaks und Auflockerungen wartet Viscera auf, ansonsten heißt es natürlich Knüppel aus dem Sack. Hier taucht wieder öfters einmal auch Frauengesang auf und bietet stimmlich eine feine Ergänzung.

Was will man von einem Song erwarten, der 41 Sekunden geht? Genau: Volle Attacke – ist doch klar! Die Rede ist von Pallor Mortis.

Skilled Ritual legt auch los wie die Feuerwehr, kommt nachher aber mit verspielten Gitarrenparts und atmosphärischen Chorgesängen daher. Geile Geschichte. Tempo wird rausgenommen, aber trotzdem absolut druckvoll. Gefällt mir.

So reist man durchs Franzosenland und hat eine gehörige Portion Death, Grind und Goregrind am Start. Damit macht man nicht wirklich was verkehrt.

Putrid Offal – Sicknesses Obsessions
Fazit
Die sympathischen Franzosen liefern genau das ab, was ich von ihnen erwartet habe: Eine geile Mischung aus Death Metal und Goregrind. Hier und da klingt man gleich, aber ansonsten sehr fett. Carcass, Impetigo und Agathocles Freunde, die eben auch Death Metal mögen, sind hier absolut an der richtigen Stelle. Und eben alles im Sinne der alten Schule. So soll es sein.

Anspieltipps: Let There Be Rot und Viscera
Michael E.
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