Skelethal – Within Corrosive Continuums

Gelungene französische Suche nach dem eigenen Death Metal Weg

Artist: Skelethal

Herkunft: Frankreich

Album: Within Corrosive Continuums

Spiellänge: 40:20 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 12.07.2024

Label: Hell Headbangers Records

Link: https://skelethal.bandcamp.com/album/within-corrosive-continuums

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Gui Haunting
Gitarre – Lucas
Bassgitarre – Julien
Schlagzeug – Pierre

Tracklist:

1. Creation?
2. Spectrum Of Morbidity
3. Mesmerizing Flies At The Doors Of Death
4. Eyes Sewn Mouth Full
5. Upon The Immemorial Ziggurat
6. Fatal Abstraction
7. Within Corrosive Continuums

Die Franzosen von Skelethal haben auch schon 12 Jahre auf dem Buckel, machen Schritt für Schritt und lassen sich für jedes Album ordentlich Zeit. Das Debüt erschien im Jahre 2017, Album Nummer zwei im Jahre 2020 und nun folgt Album Nummer drei. Hinzu gesellen sich drei EPs und drei Splits. Ganz untätig ist man also nicht. Das amerikanische Label Hell Headbangers Records war von Anfang an an ihrer Seite. Eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Die Franzosen gehören zu einem Reigen von Bands, die aus dem französischen Underground entstiegen sind, um die Szene zu bereichern. Der Opener Creation? zeigt aber auf, dass sie ihre grundsätzlichen Wurzeln ein wenig verlassen haben. Während man sich zu Beginn der Band eher mit Bands wie Nihilst, Dismember, Carnage, Entombed etc. identifiziert hat, geht man nun ein wenig andere Wege, weg vom Schweden Death hin zum klassischen Death Metal. Ist ja auch nicht verkehrt.

Langsam und ein wenig atmosphärisch kommt es aus den Boxen gekrochen und so startet man das Unterfangen, weiter ein wenig seinen eigenen Stil zu finden und zu entwickeln. Natürlich bewegt man sich weiter im Death Metal, gar keine Frage. Der Song ist rein instrumental und kommt mit einer bewegenden und melancholischen Melodie um die Ecke. Der Song dient dann auch eher als Intro.

Mit Spectrum Of Morbidity holt man dann zum ersten Mal den Hammer heraus und prügelt gleich drauflos. Ja, das mag ich. Auch der schnelle, nachfolgende Midtempo mit geilem Riffing, der später ins Uptempo wechselt, ist total geil. So zieht man das Ding. Schneller Part und Abklatschen mit einem fixen Uptempopart. Die schwedischen Momente hat man nicht ganz aus den Reihen verbannt, sondern quasi reduziert, um klassische Momente mit einzubauen. Ein typischer, atmosphärischer Part folgt, der aber recht vertrackt klingt. Dann groovt man aggressiv im Midtempo. Die Drums machen absolut ordentlich Druck und nehmen mich mit auf die Reise. Ja, das macht Laune und schockt. Break, Gitarrenvorspieler mit Gesangseinlage, noch mal kurzes Geballer und melodisches Solo. Läuft gut ins Ohr. Dann wiederholt man die schnellen Elemente und bereitet den Zuhörer auf das Ende vor, welches dann kurz melancholisch und langsam wird und mit einem Uargh abgerundet wird. Ja, so kann man sein Death Metal durchaus gestalten.

Langsam und gewaltig kriecht der Eröffnungspart von Mesmerizing Flies At The Doors Of Death aus den Boxen. Sehr bedrohlich. Es klingt so, als wäre im Hintergrund ein Fliegenschwarm aktiv. Beschwören will ich es aber nicht. Nach einer Minute baut man dann ein Break ein und lässt die Gitarre wieder vorspielen. Ich liebe diese Momente, vor allem, wenn es denn schnell wird. Und das wird es. Hier wackelt die Wand und es brodelt im Gebälk. Ein schon fast psychedelisches Riff übernimmt die Gewalt und das Midtempo unterstützt dieses Teil, bevor man wieder die Keule schwingt und alles niederballert. Der Midtempopart mit dem schon beschriebenen Riff folgt wieder und einen Uftata-Moment gibt es gratis, gefolgt von einem total verspielten Solo. Wie man vielleicht der Beschreibung entnehmen kann, passiert bei den Songs von Skelethal ziemlich viel. Hier und da ist mir das dann auch ein wenig zu vertrackt oder auch verspielt. So auch hier. Dann nehmen sie aber das Tempo raus und enden ziemlich böse.

Alle Songs der Band sind so um fünf Minuten herum. Da kann man schon sehr vieles unterbringen und dieses machen sie auch. Sie haben eigentlich immer ziemlich geile Riffs am Start und klingen sehr abwechslungsreich, wie z.B. beim Song Eyes Sewn Mouth Foul.

Zu dem Song Fatal Abstraction haben die Franzosen ein Video abgeliefert und hier liefern sie auch noch einmal ab und zelebrieren alles das, was die Band sich auf die Fahne geschrieben hat. Dunkelheit herrscht auf dem ganzen Album, vor allem bei den Hooks. So auch bei diesem Song, der recht langsam und groovig gestartet wird und sich immer weiter ausbreitet. Eine fette und traurige Leadgitarre eröffnet den Untergang. Ein absolut geiler Ballerpart mit bösartigem Gesang folgt, die Uftata ist wieder einmal brillant und so geht es hin und her. Ja, das gefällt dem älteren Herrn vor der Musikanlage. Knüppel aus dem Sack, aber immer schön im Sinne des klassischen Death Metals.

Mit dem Song Within Corrosive Continuums lässt man das Album austrudeln. Austrudeln ist gut. Das Teil geht über zwölf Minuten. Klaro, ist mir das mal wieder zu lang, aber der Song ist dafür auch sehr intensiv und abwechslungsreich und sollte unbedingt gehört werden.

Die dunkle Produktion passt natürlich absolut zur Mucke der Band.

Skelethal – Within Corrosive Continuums
Fazit
Die Franzosen von Skelethal gehen weiterhin ihren eigenen Weg und haben zwar noch schwedische Death Metal Parts im Gepäck, orientieren sich aber immer mehr an dem klassischen Old School Death und kombinieren diesen mit eigenen, düsteren Ideen. Kommt ganz geil, besonders diese dunklen Hooks und die Abwechslung gefallen mir. Hier und da sind sie mir dann zu verspielt, aber man hat die Geschwindigkeit ordentlich nach oben geschraubt und klingt dabei absolut heavy und böse. Macht Spaß.

Anspieltipss: Spectrum Of Morbidity und Fatal Abstraction
Michael E.
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