Saltatio Mortis – Sturm auf’s Paradies-Tour im Ruhrcongress Bochum am 11.11.2011

„Die Spielleute von Saltatio Mortis geben sich in Bochum die Ehre“

Bands: Soon und Saltatio Mortis

Location Ruhrcongress Bochum

Homepage: http://www.ruhrcongress-bochum.de/

Datum: 11.11.2011

Besucher: ca. 800

Es ist Freitag und heute beginnt die „fünfte Jahreszeit“, wie sie hier im Ruhrgebiet genannt wird. Allerdings ist der Reaper ein absoluter Karnevals-Muffel und hat daher weit aus bessere Pläne. Denn die Spielmänner von Saltatio Mortis – Fans des MPS (Mitteralterlich Phantasie Spektakulum) bereits wohl bekannt – geben sich die Ehre im ‚Pott‘ ihre Tour zu spielen. In der Location Ruhrconcress Bochum steht schon alles bereit und nun muss ich mich auf die Socken machen, denn ich habe zuvor noch ein Treffen zu absolvieren. Denn meine heutige Begleitung ist der Krümel. Mit ihr ging ich bereits auf die In Extremo– Tour in Bielefeld und ich kenne keine, die mehr über das MPS weiß als sie. Das Treffen war im Vorfeld am Bochumer Hauptbahnhof ausgemacht, also ist das erste Ziel des heutigen Abends klar. Endlich in Bochum angekommen, genehmigt der Reaper sich erst einmal einen frischen Kaffee und kommt mit einem ortsansässigen Fussballfan ins Gespräch. Da der VFL sein heimisches Stadion direkt neben dem Ruhrconcress bezieht, kann dieser mir definitiv den Weg nennen. Daher schnell den Weg erklären lassen und schon kann es losgehen.

Auf halber Strecke stößt Krümel zu mir, was die ganze Warterei sichtlich verkürzt, dachte ich zumindest. Denn vor der unheimlich großen Location angekommen, stockt sich mir der Atem. Die Fans stehen zu hunderten vor der Halle und warten auf Einlass. Leider gibt es keinen seperaten Presse-Eingang, was bedeutet, dass der Reaper und die Krümel genau wie jeder andere Fan in der Menge warten müssen. Allerdings hat das auch seine Vorteile. Ich komme mit vielen Leuten ins Gespräch, bekomme mein erstes Bier des Abends aus einer Dose gesponsert und kann mir die Erwartungen und Vorstellungen der Fans genau erzählen lassen. Als der Einlass endlich beginnt, geht es nur stockend voran. Das liegt wohl daran, dass lediglich drei von den fünf vorhandenen Eingängen aufgesperrt werden. Eigentlich nicht weiter tragisch, aber das hat immense Wartezeiten zur Folge. Trotzallem komme ich irgendwann in die Halle rein und muss mit Entsetzen feststellen, dass es eine reine Nichtraucher Halle ist. Für jeden Nichtraucher gut, für mich als Raucher suboptimal. Jedoch fällt bereits beim Betreten der Halle auf, wie freundlich die Security und das Personal hier sind. Sehr schön, da auch sowas inzwischen leider immer seltener wird.

In der Mitte der Eingangshalle werden Speisen und Getränke angeboten, allerdings zu einem so unverschämt hohen Preis, dass der halleneigene Geldautomat für einige ein häufiges Ziel wird am heutigen Abend. 0,3 Liter Bier sollen hier wirklich 3€ kosten, plus 2€ Pfand. Selbst Rotwein und alkoholfreie Getränke kosten das Gleiche. Das ist unverschämt. Doch eigentlich sind wir heute Abend für die Band hier und nicht zum Trinken. Also schnell an die Bühne, die Vorband macht sich bereit.

Soon touren schon seid Jahren mit Saltatio Mortis zusammen. Die Mischung aus Industrial und leichten Metalcore-Einflüssen ist sehr fragwürdig und nur was für Leute, die auf experimentierfreudige Musik stehen. Die Stimmung will nicht so richtig in Gang kommen, egal wie sehr die Band sich auch bemüht. Positiv hervorheben will ich hierbei, dass die Jungs sich wirklich unheimliche Mühe geben. Leider sind sie wohl einfach nicht für das Publikum gemacht. Dieses fordert mit stiller Intoleranz ihren Headliner. Ein komisches Gefühl, wenn auf der Bühne mehr Stimmung herrscht als im Publikum. Auf jeden Fall lassen sich die Jungs von Soon ihren Spaß an dem Auftritt nicht nehmen, was mir wiederum sehr gut gefällt.

Nun steht eine lange Umbaupause an. Diese nutze ich natürlich, um mir ein Bier zu genehmigen und dann ein bisschen die Menge zu befragen. Dabei entdecke ich draußen im Raucherbereich einige Metaller, die sich hitzig über Veranstaltungen und Konzerte unterhalten. Der Reaper kann es natürlich nicht lassen und mischt sich sofort in das Gespräch ein. Die daraus folgenden Resultate sind, dass wir für Time For Metal einen neuen Partner gewinnen können, nämlich Stellrose, welche im Saarland aktiv sind und die Jungs von Saltatio Mortis bei ihrer Tour unterstützen.

Nun aber schnell wieder zur Bühne. Die ersten Klänge des Soundchecks künden den heutigen Headliner an: Saltatio Mortis betreten die Bühne und augenblicklich fängt das Publikum an zu toben. Mit einem Feuerwerk an Beifall beginnen die Spielleute ihr Set. Ode An die Feindschaft eröffnet den Abend. Sofort strömen Massen an Menschen an die Absperrungen und feiern ihre Helden.

Die Ansage nach dem Song schafft direkt eine klare Richtlinie für den heutigen Abend. Sänger Alea heitzt den Anwesenden so dermaßen ein, dass kaum einer sich noch ruhig auf den Beinen halten kann. Ein wahres Wunder dieser Mann. Die Fans so schnell zu begeistern, ist immer wieder eine Augenweide. Wer sich jetzt noch dem Tanz verweigert, wird spätestens beim Hochzeitstanz dazu gezwungen. Auch ich kann mich nicht mehr beherrschen und feiere mit den Fans zusammen die Spielmänner. Zuletzt habe ich sie auf dem MPS gesehen, wo immer eine reine Mittelaltershow geboten wird. Auch eine klasse Sache und immerhin die Enstehung der Band. Aber ich kenne wenige Bands, die es in sich haben und die so gut von Mittelalter auf harte Metal-Sounds umschalten können. Tritt ein ist der beste Beweis dafür, dass die bekannten Spielmänner auch ganz anders können.

Mit einem gestochen scharfen Sound und unbändiger Kraft preschen SaMo – so werden sie von ihren Fans genannt – auf das Publikum los und zerschlagen alle Zweifel. Nun bin ich mir ganz sicher, „SaMo“ hat nicht nur was auf den Märkten zu suchen, sondern gehören klar in den Folk Metal. Auch In Extremo kann das nicht besser machen. Die haben lediglich mehr Feuereffekte ihn ihren Shows. Apropos Feuer: natürlich darf der Klassiker Prometheus nicht fehlen. Denn alle Hörer kennen die Zeile: Ich bring euch Feuer. Die Macht zu Verbrennen. Leider geht der Auftritt viel zu schnell vorbei. Was allerdings normal ist, wenn es einem so gut gefällt wie mir am heutigen Abend.

Setlist:

  1. Ode An Die Freiheit
  2. Habgier Und Tod
  3. Sündenfall
  4. Hochzeitstanz
  5. Wirf Den Ersten Stein
  6. Miststück
  7. Fiat Lux
  8. Koma
  9. Nachtigall Und Rose
  10. Manus Manum Lavat
  11. Eulenspiegel
  12. Wieder Unterwegs
  13. Nach Jahr Und Tag
  14. Tritt Ein
  15. Tod Und Teufel
  16. Spiel Mit Dem Feuer
  17. Prometheus
  18. Rastlos
  19. Worte
  20. Uns Gehört Die Welt
  21. Falsche Freunde
  22. Spielmannsschwur

Nach einigen Zugaben müssen auch SaMo die Bühne räumen. Sichtlich angeschlagen vom langen Abend und der noch weiten Heimfahrt, mache ich mich auch auf den Weg zum Bahnhof, wo Krümel und Reaper sich noch verabschieden. Sie muss in die entgegengesetzte Richtung, also wieder allein nach Hause. Verdammte Zugfahrerei. Aber ihr könnt euch sicher sein, wenn ich noch einmal die Gelegenheit habe, Saltatio Mortis live in Aktion zu sehen, werde ich das definitiv nutzen. Und das solltet ihr auch!

Fazit: Der Abend war im Prinzip durchweg gelungen. Nur drei Kleinigkeiten gab es aus meiner Sicht zu bemängeln. Erstens war das Bier viel zu teuer, zweitens hätte ich mir einen Raucherbereich im Innenteil gewünscht und drittens war die Vorband nicht gut gewählt. Doch nichtsdestotrotz ist der Abend eine klasse Sache gewesen, die ich jedem ans Herz legen möchte.

Danke für eure Aufmerksamkeit und mit freundlichen Grüßen
Der Reaper und Krümel

Weitere Beiträge
Hämatom – 01.08.2020 – Wacken World Wide Livestream 2020